Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Koranische Inschrift über den Türöffnungen
- Sterne in sich ausbreitenden Kreisen
- Geschnitzte steinerne Kuppel
- Unergänzte Bereiche des Ornaments
Die Geschichte des Ortes
Der Sunderwala Burj wurde in der frühen Mogulzeit als Gartenmausoleum errichtet. Man stellte ihn neben die Hazrat Nizamuddin Dargah und umgab ihn mit einem eigenen Garten; die reiche Ausstattung lässt auf die Bestattung einer hochrangigen Person schließen. Die steinerne Kuppel ist so geschnitzt, als wäre sie eine hölzerne Decke aus Persien, über den Öffnungen verläuft eine koranische Inschrift, und zwischen den Sternenkreisen blieben Bereiche des Ornaments erhalten, die die Restauratoren nicht auf gut Glück ergänzten.
Im Jahr eintausendneunhundertsechsunddreißig veröffentlichte der Epigraphiker Muhammad Ashraf Husain einen Katalog der Inschriften an den geschützten Denkmälern Delhis. Seine Aufgabe bestand darin, alte Kalligrafie zu entziffern und den Text festzuhalten, solange Putz und Stein noch erlaubten, ihn zu lesen. Den Sunderwala Burj beschrieb er mit größtmöglicher Ehrlichkeit: „Unbekanntes Grabmal, örtliche Bezeichnung: Sunderwala Burj“.
Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts errichtet, ganz zu Beginn der Mogulzeit in Delhi. Es ist ein Mausoleum, das einst von einem eigenen Garten umgeben war. Die Nähe zur Hazrat Nizamuddin Dargah und die kostbare Ausstattung lassen vermuten, dass hier eine hochrangige Person bestattet wurde. Wer die Grabstätte in Auftrag gab und wer im Grab liegt, darüber sagen die Dokumente nichts aus.
Die Handwerker hinterließen im Inneren jedoch einen anderen Text. Über den Türöffnungen führten sie an allen Wänden die ersten neun Verse der zweiundsechzigsten Sure des Korans – „Die Versammlung“ – entlang. Im letzten davon werden die Gläubigen dazu aufgerufen, am Freitag den Handel zu verlassen und zum Gebet zu gehen. Darüber setzten die Verputzer Sterne zu sich ausbreitenden Kreisen zusammen. Die steinerne Kuppel sieht aus wie eine geschnitzte Holzdecke aus Persien: Eine solche Arbeit konnte eine Familie bezahlen, die den Rang des Verstorbenen auch ohne Porträt und Statue kenntlich machen wollte.
Doch weder das koranische Band noch die Medaillons mit dem Glaubenssymbol nennen den Verstorbenen. Historiker halten es für möglich, dass der Name auf einer verlorenen Marmorplatte stand: Nach den Plünderungen des neunzehnten Jahrhunderts verloren viele hiesige Grabstätten ihre Grabsteine und Inschriften. Das ist eine Vermutung, keine feststehende Tatsache. Schon Husain fand hier keine historische Inschrift, obwohl er den religiösen Text fast vollständig lesen konnte.
Zu Beginn der Restaurierung im Jahr zweitausendsieben hatten Wasser und frühere Reparaturen einen Teil der Buchstaben beschädigt. Das Team des Archaeological Survey of India und des Aga Khan Trust for Culture lud einen Kalligrafen aus der benachbarten Nizamuddin Basti ein. Er musste eine fremde Hand von vor vierhundert Jahren fortführen: die fehlenden Wörter in derselben Schrift wiederherstellen und eine Vermutung nicht in ein Original verwandeln. Spezialisten für den Koran überprüften den Text. Die fehlenden Buchstaben wurden wiederhergestellt, doch der Schmuck blieb dort unergänzt, wo sich sein Muster nicht nachweisen ließ.
Auch der Name sagt nichts über den Bestatteten aus. „Burj“ bedeutet Turm; „Sunder“ kann man mit „schön“ übersetzen, doch die Herkunft des örtlichen Beinamens ist unbekannt, und die Quellen nennen hier keinen Menschen namens Sunder. Später übernahm die Baumschule, die rund um das alte Grabmal angelegt wurde, diesen Namen. Die Inschrift im Inneren ist wieder lesbar, der Name des Verstorbenen bleibt verloren, und Sunderwala Burj gibt nun der gesamten Sunder Nursery seinen Namen.
Praktisch vor Ort
Das Denkmal befindet sich innerhalb der Sunder Nursery; es gelten dieselben Öffnungszeiten und dieselbe Eintrittskarte wie für den Park.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Decke vom Boden aus und berühren Sie den gereinigten Putz nicht. Falls der Zutritt zum Inneren nicht möglich ist, würdigen Sie die restaurierten Proportionen und die Umgebung aus der erlaubten Entfernung.
