Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Marmorsäulen
- Niedrige innere Kuppeln
- Geschnitzte Gitter
- Grabmal des Ataga Khan aus rotem Sandstein
Die Geschichte des Ortes
„Chausath“ bedeutet vierundsechzig, „Khamba“ Säule. Der Name zählt die marmornen Stützen wörtlich. Die Zahl ergibt sich nicht sofort: Im Inneren stehen die Säulen einzeln, entlang der äußeren Reihen paarweise, an den Ecken sind sie zu je vier zusammengefasst. Sie tragen fünfundzwanzig niedrige Kuppeln, die von außen durch ein flaches Dach verborgen sind. Der Saal aus weißem Marmor ist als Mausoleum für Mirza Aziz Koka und seine Familie angelegt.
Als Koka, also Milchbruder, wurde Aziz bezeichnet, weil seine Mutter Jiji Anga den künftigen Kaiser Akbar stillte. Die Jungen wuchsen am selben Hof auf. Später befehligte Aziz Truppen und verwaltete Gujarat mehrmals. Den Ort für sein eigenes Grab wählte er jedoch wegen seines Vaters.
Aziz’ Vater, Ataga Khan, diente als erster Minister Akbars. Im Jahr eintausendfünfhunderteinundsechzig übertrug der Kaiser ihm ein Amt, auf das eine andere Hof-Familie gehofft hatte. Ihr oberster Militär war Adham Khan, der Sohn einer weiteren Amme Akbars. Nach Atagas Ernennung behielt Adham Khan das Kommando, verlor jedoch seinen bisherigen Zugang zu den Entscheidungen des Kaisers.
Ein halbes Jahr später kam Adham Khan mit bewaffneten Männern in den Audienzsaal des Agra-Forts und befahl, Ataga Khan zu erstechen. Danach versuchte der Mörder, bis zu Akbar selbst vorzudringen. Der Kaiser befahl, Adham Khan von einer Festungsterrasse hinabzustürzen. Der erste Aufprall tötete ihn nicht, und der Befehl wurde ein zweites Mal ausgeführt.
Aziz fiel sein eigener Anteil an dieser Bluttat zu: Er musste seinen Vater begraben. Bis eintausendfünfhundertsiebenundsechzig errichtete er für Ataga Khan ein Mausoleum bei der Hazrat Nizamuddin Dargah. Das Grabmal des Ataga Khan aus rotem Sandstein steht noch immer daneben.
Fast sechs Jahrzehnte später bereitete Aziz den benachbarten Platz schon für sich selbst vor. Bis eintausendsechshundertvierundzwanzig war der Saal aus weißem Marmor fertig. In seinen Gittern und Säulen erkennen Forschende Ähnlichkeiten mit Bauten aus Gujarat, der Provinz, die Aziz lange verwaltete. Dort, in Ahmedabad, starb er auch. Seine sterblichen Überreste wurden durch das halbe Land nach Delhi gebracht und in dem vorbereiteten Mausoleum beigesetzt.
Vierundsechzig Säulen überdecken das Grab eines Mannes, dessen sterbliche Überreste nach seinem Tod aus Gujarat zu seinem Vater zurückgebracht wurden. Das Grabmal des Ataga Khan aus rotem Sandstein steht weiterhin wenige Schritte vom weißen Saal seines Sohnes entfernt.
Praktisch vor Ort
Zugang von außen bei Tageslicht; die Öffnung des Hofs kann von lokalen Beschränkungen und Veranstaltungen abhängen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Pavillon von verschiedenen Seiten: Die Dichte der Säulen und das Licht zwischen ihnen verändern den Raum mit jedem Schritt. Verwechseln Sie das benachbarte Grab Ghalibs nicht mit den Bestattungen im Saal.
