Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des ehemaligen Klosters
- Eingang der Universität
- Marmorplatte am Eingang
- Plaza de San Diego
Die Geschichte des Ortes
An der Plaza de San Diego ist die Fassade der ehemaligen Niederlassung der franziskanischen Rekollekten erhalten, von Brüdern einer besonders strengen Regel, für die Zurückgezogenheit, Gebet und Armut wichtig waren. In diesem Teil der Stadt lebten viele weniger wohlhabende Familien, die keine eigene Pfarrkirche hatten. Die Klosterräume wurden später von einer Marineschule, einem Gefängnis und einer psychiatrischen Klinik genutzt. Heute befinden sich hinter dem Eingang der Universität Unterrichtsräume für Musik, Theater, Malerei und Design.
Der portugiesische Kaufmann Jorge Fernández Gramajo bezahlte das Kloster an diesem Platz, weil er sich davon Gebete nach seinem Tod versprach. Das Vermögen, das ihm erlaubte, um die Ewigkeit zu verhandeln, hatte er durch den Verkauf versklavter Afrikaner erworben.
Gramajo kam im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundachtzig nach Cartagena de Indias. Er nahm Sklavenschiffe in Empfang und brachte Menschen über den Hafen weiter: Von einhundertfünfzig Afrikanern auf seiner Galeere San Juan Bautista starben einundvierzig bereits unterwegs. Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts war der Kaufmann zu einem der reichsten Männer der Stadt geworden, doch seine Stellung blieb unsicher. Spanische Beamte verdächtigten portugiesische Händler des Schmuggels, und Inquisitoren überwachten Familien getaufter Juden, zu denen Gramajo gehörte. Zwischen eintausendsechshundertzehn und eintausendsechshundertelf wurde er unter Hausarrest gehalten und wegen illegalen Handels vor Gericht gestellt. Er kam frei, doch das offizielle Recht, in den spanischen Besitzungen zu leben und Geschäfte zu betreiben, erhielt er erst im Jahr eintausendsechshundertvierzehn.
Inzwischen suchten die franziskanischen Rekollekten am Stadtrand von Plaza de los Jagüeyes einen Ort für eine neue Niederlassung. Als Rekollekten bezeichnete man Brüder, die einer besonders strengen Regel sowie einem zurückgezogenen Gebetsleben und der Armut folgten. In diesem Teil von Cartagena de Indias lebten viele weniger wohlhabende Stadtbewohner, die keine eigene Pfarrkirche hatten. Im Februar eintausendsechshundertacht erhielten die Mönche die Baugenehmigung. Gramajo gab ihnen das Grundstück, bezahlte Stein, Ziegel, Holz und Dachziegel und überwachte die Arbeiten persönlich. Historiker gehen davon aus, dass die Großzügigkeit dem portugiesischen Kaufmann half, seine Stellung gegenüber den Menschen zu festigen, die sein Verfahren erneut eröffnen konnten.
Die Niederlassung wurde dem heiligen Diego de Alcalá gewidmet, einem spanischen franziskanischen Laienbruder des fünfzehnten Jahrhunderts, der Kranke pflegte und den Armen Essen verteilte. Er wurde im Jahr eintausendfünfhundertachtundachtzig heiliggesprochen. Vom Kloster ging der Name San Diego auf den Platz und dann auf das ganze Viertel über.
Die Kirche wurde im Jahr eintausendsechshundertfünfundzwanzig geweiht. Gramajo investierte etwa dreißigtausend Pesos in den Bau und erhielt einen Platz an der Stufe des Hochaltars. Nach seinem Testament sollten die Mönche dort jeden Samstag eine gesungene Messe für die Seele des Wohltäters halten. Als der Kaufmann am dreiundzwanzigsten Juni eintausendsechshundertsechsundzwanzig starb, wurde er unter einer etwa drei Tonnen schweren Platte aus italienischem Marmor bestattet. Die italienische Grabinschrift bittet für ihn um Barmherzigkeit für alle Sünden. Der Sklavenhandel wird in der Inschrift nicht ausdrücklich genannt: Den Zusammenhang zwischen dieser Reue und dem Geschäft, mit dem Gramajo sein Geld verdiente, stellen moderne Forscher her.
Nach dem Weggang der Mönche beherbergte das Gebäude eine Marineschule, ein Gefängnis und eine psychiatrische Klinik. Die Grabplatte wurde aus dem Altar entfernt; mit der Zeit gelangte sie in den Hof des Palasts der Inquisition von Cartagena de Indias und versank fast im Boden. Sacra Nader, die Rektorin der Institución Universitaria Bellas Artes y Ciencias de Bolívar (Unibac), erforschte die Geschichte ihres neuen Standorts, fand die Platte gemeinsam mit Kollegen und mietete einen Kran. Am zweiundzwanzigsten April zweitausendsiebzehn wurde der Marmor in das ehemalige Kloster zurückgebracht.
Seit eintausendneunhundertsechsundsiebzig werden hier Musik, Theater, Malerei und Design unterrichtet. Gramajos Platte ist nun am Eingang der Universität ausgestellt, nicht am Altar, wo er jeden Samstag für sich eine gesungene Messe hatte halten lassen.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist als öffentlicher Raum geöffnet; das ehemalige Kloster dient als Lehrgebäude, ohne freien touristischen Eintritt.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein genutzter Lehrort: Besichtigen Sie die zugänglichen Bereiche, betreten Sie keine Unterrichtsräume und stören Sie den Unterricht nicht.
