Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Offener Hof
- Arkaden
- Minarette
- Östlicher Winkel des Komplexes
Die Geschichte des Ortes
Um das Jahr sechshundertzweiundvierzig sollte an dieser Stelle ein privates Haus errichtet werden. Qaisaba ibn Kulthum, ein Offizier im Heer des ʿAmr ibn al-ʿĀs, kehrte von einem Feldzug nach Alexandria zurück und wollte sich in Fustat niederlassen. Mittelalterliche Chronisten nennen seinen Besitz einen Garten; ein anderer Bericht spricht von einem neuen Familienhaus. Es war ein bedeutender Haushalt: Qaisaba war mit fünfzig Sklaven, dreißig Pferden und hundert Lasttieren aus Syrien gekommen. Während das Heer abwesend war, blieb all dies hier, deshalb erkannte man ihm das Grundstück zu.
Zu dieser Zeit befahl der Kalif ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb, der die Gemeinschaft von Medina aus leitete, in der neuen ägyptischen Hauptstadt eine Hauptmoschee für das gemeinsame Freitagsgebet einzurichten. Der Feldherr und erste Herrscher von Fustat, ʿAmr ibn al-ʿĀs, wählte Qaisabas Grundstück. Er nahm das Land nicht weg, sondern bot dem Besitzer dafür jeden anderen Ort an.
Qaisaba lehnte den Tausch ab. Er überließ das Grundstück der muslimischen Gemeinschaft ohne Entschädigung, sodass das Haus verlegt werden musste. Auf dem frei gewordenen Land errichtete man eine niedrige Moschee mit Wänden aus ungebrannten Ziegeln und einem Dach auf Palmstämmen. Es gab keinen Innenhof, und der Boden war mit Kieseln bedeckt. Die Moschee erhielt den Namen ʿAmrs: Er hatte ihren Bau durchgesetzt und das Grundstück seines Offiziers zum Zentrum der neuen Stadt gemacht.
Die Muslime waren damals unter den Einwohnern Ägyptens eine Minderheit, und getrennte Gebäude für Gericht, Schatzkammer und Unterricht gab es noch nicht. Die Menschen kamen hierher, um zu beten, Predigten und Anordnungen zu hören und Streitfälle zu verhandeln. Später tagten Richter hier mehrere Tage in der Woche, und vor der Kanzel richtete man eine Schatzkammer auf steinernen Säulen ein. Man betrat sie über eine Holzbrücke: Diener zogen sie mit Seilen hoch und verschlossen anschließend die Eisentür. Die Moschee wurde zu dem Ort, an dem die neue Gemeinschaft zugleich betete und ihre täglichen Angelegenheiten regelte.
Der erste Bau wurde viele Male abgerissen, erweitert und neu errichtet. Von den Mauern ʿAmrs und von Qaisabas Haus ist nichts geblieben; den ältesten Kern verorten Historiker näher am östlichen Winkel des heutigen Komplexes. Der offene Hof, die Arkaden und die Minarette stammen aus viel späteren Umbauten, und ein bedeutender Teil des heutigen Gebäudes entstand erst im zwanzigsten Jahrhundert. Hier werden weiterhin Gebete verrichtet, die Moschee trägt ʿAmrs Namen und nimmt das Grundstück ein, auf das Qaisaba einst ohne Tausch verzichtet hatte.
Praktisch vor Ort
Aktive Moschee; der Zugang für Touristen hängt von den Gebetszeiten, der Bewachung und den aktuellen Regelungen ab.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ziehen Sie vor dem Betreten die Schuhe aus, sprechen Sie leise und durchqueren Sie nicht den Bereich vor Betenden. Während des Gebets kann die Besichtigung eingeschränkt sein.
