Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schild „Gamnae-ro“
- Reihen niedriger Häuser
- Waagerechte Gassen
- Treppen zwischen den Reihen
Die Geschichte des Ortes
Entlang der oberen Gamnae-ro reihen sich Cafés, Werkstätten und Souvenirläden. Darunter beginnen Wohnwege: Sie verlaufen am Hang entlang, sind durch Treppen verbunden und führen zu den Haustüren. Diese Aufteilung entstand lange vor den Touristen.
Im Jahr neunzehnhundertfünfundfünfzig suchte Jo Cheol-je, der Leiter der koreanischen religiösen Bewegung Taegukdo, einen Ort für ein neues spirituelles Zentrum und eine gemeinsame Siedlung seiner Anhänger. Ihre Bretterhäuser in Bosu-dong sollten bei der Umgestaltung der Stadt abgerissen werden. Jo wählte staatliches Land zwischen dem Cheonmasan und dem Ongnyeobong. Im Glauben der Gemeinschaft galt das von Hängen umgebene Tal als günstiger, unter dem Himmel verborgener Zufluchtsort; für die Siedler war etwas anderes entscheidend – hier konnten Hunderte Familien nah beieinander untergebracht werden.
Jo teilte den Hang in neun Abschnitte. Jeder wurde Anhängern des Taegukdo aus einem bestimmten Landesteil zugewiesen, und in der Mitte war ein Tempelkomplex geplant. Dann machte sich die ganze Gemeinschaft an die Umsiedlung. Einige ebneten die Bauplätze, andere rissen die alten Hütten in Bosu-dong ab, wieder andere bauten hier Häuser aus Brettern und Erde. Die meisten Männer lebten von Tagelohnarbeit oder Kleingewerbe. Während sie die Siedlung errichteten, gab es keinen Tagesverdienst. In der Chronik des Taegukdo heißt es, dass Starkregen und Stürme die unfertigen Wände wiederholt zerstörten. Das Umsiedlungskomitee eröffnete einen eigenen Getreideladen und gab den Familien Lebensmittel zum Großhandelspreis ab. Bis zum Ende des ersten Herbstes hatten sich hier etwa achthundert Haushalte niedergelassen.
Die Leiter der Gemeinschaft legten zwei Bauregeln fest. Jede Gasse sollte mit den anderen verbunden sein, und ein neues Haus durfte nicht so errichtet werden, dass es einem höher am Hang gelegenen Wohnhaus die Aussicht versperrte. Deshalb baute man die Häuser niedrig und ordnete sie stufenförmig an. Waagerechte Wege verbanden die Nachbarn einer Reihe, Treppen verbanden die Reihen miteinander. Später pflasterten die Bewohner die Straßen selbst und setzten die Brunnen instand.
Die breite obere Straße nahm mit der Zeit Geschäfte und Besucher auf, während der größere Teil der engen Durchgänge darunter seine Wohnfunktion bewahrte. Von hier sind die Folgen jener zwei Bauregeln zu sehen: Die Dächer fallen in Reihen ab, und zwischen ihnen setzen sich Gassen ohne Sackgassen fort.
Mit dem Namen der Straße ist ein Wortspiel verbunden, das die Chronik des Taegukdo Jo Cheol-je zuschreibt. Das örtliche „Gamnae“ brachte er mit dem Ende des koreanischen Sprichworts „gojin gamnae“ in Verbindung – „nach der Bitterkeit kommt die Süße“. Auf dem heutigen Schild ist das Wort „Gamnae-ro“ geblieben; die Bretterhäuser der ersten Umsiedlung sind verschwunden, doch das von ihren Besitzern angelegte Straßennetz ist darunter erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Die Straße liegt in einem offenen Dorf; die touristischen Stellen geben für das Dorf freien Zugang an, doch Geschäfte und Werkstätten haben ihre eigenen Öffnungszeiten. Geprüft am 2026-07-01.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beobachten Sie von der öffentlichen Straße aus und prüfen Sie nicht aufs Geratewohl Durchgänge, die wie private Eingänge aussehen. Geben Sie an engen Stellen den Weg frei.
