Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kalon-Minarett
- Bauinschrift
- Hof der Kalon-Moschee
- Portal der Mir-i-Arab-Madrasa
Die Geschichte des Ortes
Auf dem Poi-Kalon-Platz stehen Moschee, Madrasa und Minarett nebeneinander. Die heutige Moschee wurde an der Stelle der früheren errichtet und im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert umgebaut. In ihrem Hof versammelt man sich zum Gebet, in der gegenüberliegenden Madrasa lernt man, und vom Dach der Moschee führt ein gewölbter Übergang zur inneren Treppe des Turms. Das Minarett erhebt sich über das gesamte Ensemble; man nennt es den Großen, und von ihm leitet sich auch der Name Poi Kalon ab, der Ort am Fuß des Großen.
Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts begann der Herrscher von Buchara, Muhammad Arslan Khan, hier Wohnhäuser aufzukaufen. Er musste die Hauptfreitagsmoschee weiter von der Ark-Zitadelle verlegen. Die frühere stand unmittelbar an der Zitadelle, und im Jahr eintausendachtundsechzig, während der Einnahme der Zitadelle, griff das Feuer auf ihre Holzteile über. Die Moschee wurde wiederhergestellt, doch Arslan Khan beschloss, den wichtigsten Ort des gemeinsamen Gebets nicht länger neben einem möglichen Schlachtfeld zu belassen.
Die aufgekauften Häuser wurden abgetragen, ein Teil der alten Moschee abgerissen, und auf dem neuen Grundstück errichtete man einen großen Hof für die Freitagsversammlung. Daneben stellte man ein Minarett auf: Von seiner oberen Galerie sprach man den Gebetsruf, der sich über die Dächer der Stadt verbreiten sollte. Als die Baumeister die Spitze des Turms bereits errichtet hatten, stürzte der Turm auf die Moschee. Die Trümmer zerstörten einen Teil des Gebäudes und vernichteten das geschnitzte und bemalte Holz, das zu seiner Ausschmückung herbeigebracht worden war. Eine mittelalterliche Chronik erklärte den Einsturz mit Zauberei; die tatsächliche Ursache ist unbekannt.
Arslan Khan hatte bereits für die Häuser und den Bau der Moschee bezahlt, nun musste er auch das Minarett erneut bezahlen. Den zweiten Turm beauftragte man dem Meister Bako. Die Baumeister achteten besonders auf die Festigkeit und errichteten den oberen Teil aus gebrannten Ziegeln. Die Arbeiten wurden im Jahr eintausendeinhundertsiebenundzwanzig abgeschlossen. In der Bauinschrift wird Bako genannt: Von dem ersten missglückten Turm ist nicht einmal der Name seines Meisters erhalten, während der Name des Schöpfers des zweiten bis heute an seinem Bauwerk steht.
Fast hundert Jahre später zerstörten die Truppen Dschingis Khans Buchara und brannten die hier stehende Moschee nieder. Das Minarett blieb bestehen. Die Geschichte, Dschingis Khan habe den Kopf in den Nacken geworfen, seine Kopfbedeckung verloren und befohlen, den Turm zu verschonen, der ihn zum Neigen gezwungen habe, ist eine lokale Überlieferung. Sicher ist etwas anderes: Das Gebäude der Moschee verschwand, doch Bakos Turm wurde nicht abgetragen.
Die heutige Moschee wurde später an der Stelle der früheren errichtet und im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert umgebaut. Damals entstand ihr gegenüber auch die Mir-i-Arab-Madrasa – eine Schule, die nach dem Beinamen des jemenitischen Scheichs Abdullah benannt ist, des geistlichen Lehrers des Khans von Buchara. In der Moschee versammelt man sich zum Gebet, in der Madrasa lernt man, und zur inneren Treppe des Minaretts führt ein gewölbter Übergang vom Dach der Moschee.
Der Name Poi Kalon bedeutet „am Fuß des Großen“. Der Große ist hier genau das Minarett – der zweite Turm, für den Arslan Khan nach dem Einsturz des ersten bezahlte und an dem Meister Bako seinen Namen hinterließ.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist ständig zugänglich; die Moschee ist in Betrieb, und die Mir-i-Arab-Madrasa bleibt eine Bildungseinrichtung. Freier Zutritt ins Innere ist nicht garantiert.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Moschee und Madrasa erfordern respektvolles Verhalten und bedeckende Kleidung. Bleiben Sie während des Gebets draußen; die ganze Größe des Ensembles erschließt sich am besten gerade vom Platz aus.
