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Lewis and Harriet Hayden House

Lewis and Harriet Hayden House

Hier wird dem Bundesgesetz eine Verteidigung entgegengesetzt, die innerhalb eines Wohnhauses organisiert wurde.

12 Min.
Lewis and Harriet Hayden House in der Phillips Street
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Die Geschichte des Ortes

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Ende Oktober achtzehnhundertfünfzig lag im Keller dieses Hauses ein Fässchen Schießpulver mit einer daran befestigten Zündschnur. Vorbereitet hatten es der Hausherr Lewis Hayden und William Craft, der sich bei ihm versteckte. Falls Bundesmarshals eindrangen, um Craft festzunehmen, wollten beide die Zündschnur anzünden.

Das Haus Nummer sechsundsechzig stand damals an der Southac Street – später wurde sie in Phillips Street umbenannt. Hier lebten Lewis und Harriet Hayden, ein Ehepaar, das sechs Jahre zuvor selbst der Sklaverei in Kentucky entkommen war. Lewis verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Handel mit Kleidung in der benachbarten Cambridge Street. Harriet führte im Haus eine Pension: Sie nahm Gäste auf, kochte Essen und kümmerte sich um Menschen, die sich verstecken mussten. Durch diese Räume kamen Menschen der Underground Railroad – so hieß ein Netzwerk aus Häusern, Helfern und Routen, das Flüchtlingen half, einen sicheren Ort zu erreichen. Lewis versorgte sie mit Kleidung, mietete Kutschen und bezahlte die Weiterreise; die tägliche Zuflucht beruhte auf Harriet.

Zu den Gästen gehörten William und Ellen Craft, ein Ehepaar, das der Sklaverei in Georgia entkommen war und versuchte, in Boston ein Leben zu beginnen. William arbeitete als Kunsttischler, Ellen als Näherin. Die im August achtzehnhundertfünfzig durchgeführte Volkszählung verzeichnete beide ausdrücklich im Haus der Haydens.

Einen Monat später verabschiedete der Kongress der Vereinigten Staaten ein neues Gesetz über entflohene Sklaven. Ein Bundeskommissar konnte die Rückgabe eines Menschen an seinen Sklavenhalter anordnen, und wer eine Festnahme behinderte, dem drohten bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu tausend Dollar. Aus Macon kamen Agenten nach Boston, die den Auftrag erhalten hatten, die Crafts zurück nach Georgia zu bringen. Am fünfundzwanzigsten Oktober erwirkten sie einen Haftbefehl.

Ellen wurde von einem sicheren Haus in ein anderes gebracht. William verbarrikadierte sich zunächst in seiner Werkstatt und kehrte dann hierher, zu den Haydens, zurück. Man bot ihm an, seine Freiheit freizukaufen, wenn er sich festnehmen ließe. William lehnte ab: Er meinte, seine Zustimmung würde Hunderte anderer Flüchtlinge ohne Schutz zurücklassen, die weder bezahlen konnten noch jemanden hatten, mit dem sie sich verteidigen konnten.

Im Haus verriegelte und verstärkte man die Türen und versperrte die Fenster. Bewaffnete schwarze Bostoner hielten am Tisch Wache. Unter dem Fußboden lag das Schießpulver bereit. Lewis riskierte Haus, Handel, Freiheit und die eigene Familie; Harriet führte weiterhin die Pension, die das Bundesgesetz in ein strafrechtliches Beweisstück verwandelt hatte.

Gleichzeitig beobachteten die Unterstützer der Crafts die Agenten auf den Straßen, vereitelten ihre Versuche, sich zu nähern, und erreichten mehrmals ihre Festnahme wegen anderer Anschuldigungen. Die Agenten wagten nicht, durch diese Wache hindurchzugehen. Am ersten November verließen sie Boston ohne William und Ellen. Kurz darauf verließen die Crafts die Vereinigten Staaten von Amerika, gelangten nach England, lebten dort fast zwanzig Jahre und zogen fünf Kinder groß.

Die Haydens schlossen die Pension danach nicht. Die Aufzeichnungen des Boston Vigilance Committee zeigen, dass sie hier im folgenden Jahrzehnt Dutzenden Menschen Unterkunft, Kleidung oder die Weiterreise nach Norden gaben. Deshalb trägt das Haus beide Namen: Lewis verteidigte den Eingang und organisierte die Weiterreise, Harriet verwandelte die Wohnräume jeden Tag in eine Zuflucht.

Das Backsteinhaus ist erhalten geblieben und weiterhin bewohnt. Genau unter diesem Haus Nummer sechsundsechzig ließen William Craft und Lewis Hayden einst ein Fässchen mit einer bereits befestigten Zündschnur zurück.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktCharles Street Meeting House
Eintrittprivate Fassade, nur von außen

Private Residenz und Objekt der Black Heritage Trail; der National Park Service gibt an, dass das Haus nicht für die Öffentlichkeit geöffnet ist.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Hören Sie das Audio auf der gegenüberliegenden Straßenseite oder dort, wo Sie Bewohner nicht stören. Die Veranda und das Innere gehören nicht zur öffentlichen Route.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie über die West Cedar Street und die Revere Street hinunter zu dem weißen Türmchen über der Charles Street.

Stopp 5 von 8Weiter: Charles Street Meeting House

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Schwarzes Boston auf Beacon Hill“ — 8 Stopps, etwa 2,3 km, 1,5–2 Stunden.

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