Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Backsteinfassade
- Ecke von Pinckney Street und Anderson Street
- Fenster der ehemaligen Klassenzimmer
Die Geschichte des Ortes
Die Backsteinmauern an der Ecke von Pinckney Street und Anderson Street haben mehrere schulische Nutzungen überdauert. Sie wurden im Jahr achtzehnhundertvierundzwanzig für die English High School in Boston errichtet, und etwa zwei Jahrzehnte später übergab man die Räume den unteren Klassen und benannte sie nach dem ersten Bürgermeister der Stadt, John Phillips. Die Fenster der ehemaligen Klassenzimmer gehören heute zu privaten Wohnungen, deshalb lassen die Bewohner keine Besucher hinein.
Am ersten Schultag nach der Abschaffung der Schulsegregation betraten fünfzehn schwarze Kinder dieses Gebäude. Nachbarn drängten sich an den Fenstern der Häuser an der Anderson Street: Sie erwarteten einen Zusammenstoß. Ein oder zwei weiße Schüler begannen, sich über die Neuankömmlinge lustig zu machen. Der Schulleiter, Mr. Hovey, der den ersten gemeinsamen Schultag leiten sollte, hielt sie mit einer einzigen Frage auf: „Heißt man so Fremde willkommen?“ Die Spötteleien hörten auf. Alle fünfzehn Kinder wurden aufgenommen, und der Tag verlief ohne Unruhen.
Zuvor unterrichtete die Phillips School nur weiße Kinder. Schwarze Kinder wurden an die separate Abiel Smith School verwiesen – überfüllt und deutlich schlechter ausgestattet. Der Buchdrucker Benjamin Roberts wollte, dass seine fünfjährige Tochter Sarah in der Nähe ihres Zuhauses zur Schule ging. Auf dem Weg zu der für sie vorgesehenen Schule musste das Mädchen an fünf Schulen für weiße Kinder vorbeigehen. Roberts bat viermal darum, seine Tochter in der Nähe aufzunehmen, und nach den Ablehnungen brachte er sie selbst in das nächstgelegene Klassenzimmer. Der Lehrer setzte Sarah vor die Tür.
Roberts reichte im Namen seiner Tochter Klage ein. Das Gericht hielt die Trennung im Jahr achtzehnhundertfünfzig für zulässig. Die Niederlage bedeutete, dass Sarah keinen Platz an der Schule in der Nachbarschaft erhielt. Der schwarze Abolitionist William Cooper Nell, der sich für gemeinsamen Unterricht einsetzte, führte Boykotte und Unterschriftensammlungen fort. Fünf Jahre später setzten die Befürworter gleicher Schulrechte in der Legislative von Massachusetts ein Verbot der Trennung von Schülern nach Hautfarbe durch. Damals kamen die fünfzehn Kinder hierher, unter den Blicken aus den Fenstern.
Der Name entstand vor dieser Geschichte. Das Gebäude wurde im Jahr achtzehnhundertvierundzwanzig für die English High School errichtet und zwanzig Jahre später einer Grundschule übergeben und nach John Phillips, dem ersten Bürgermeister von Boston, benannt. Sein Sohn war der Abolitionist Wendell Phillips, doch den Namen des Sohnes erhielt die Schule erst später, nachdem sie im Jahr achtzehnhundertdreiundsechzig von hier weggezogen war.
Die ehemaligen Klassenzimmer sind heute zu privaten Wohnungen umgebaut, Besucher werden nicht hineingelassen. An der Ecke von Pinckney Street und Anderson Street steht noch genau das Schulgebäude, in das im Jahr achtzehnhundertfünfundfünfzig fünfzehn neue Schüler aufgenommen wurden.
Praktisch vor Ort
Privatresidenz und Station des Black Heritage Trail; der National Park Service weist darauf hin, dass das Gebäude nicht für die Öffentlichkeit geöffnet ist.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie die ehemalige Schule vom Bürgersteig aus: Die historische Erzählung setzt keinen Zugang zu dem heutigen Gebäude voraus.
