Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hauptfassade der Basilika
- Kapelle Sant’Abbondio
- Kapellengitter mit Inschrift
Die Geschichte des Ortes
Basilika San Petronio ist die größte Kirche Bolognas, obwohl sich der Sitz des Erzbischofs in der Kathedrale San Pietro befindet. Auftraggeber dieser Basilika war der Stadtrat. Nachdem die Bologneser im Jahr eintausenddreihundertsechsundsiebzig die päpstlichen Legaten vertrieben und eine weitreichende Selbstverwaltung zurückgewonnen hatten, beschloss der Rat, auf dem Hauptplatz eine städtische Kirche zu errichten. Im Jahr eintausenddreihundertneunzig legte man den Grundstein.
Die Kirche wurde dem heiligen Petronius gewidmet, dem Bischof von Bologna im fünften Jahrhundert, den die Bürger als ihren wichtigsten Schutzheiligen verehrten. Verlässliche Informationen über ihn sind nur wenige erhalten. Für die mittelalterliche Kommune war es wichtig, dass er ein eigener Heiliger Bolognas war, der mit dem Schicksal der Stadt verbunden war. Deshalb errichtete man seine Basilika neben dem Palast der Kommune, dort, wo die wichtigsten städtischen Zeremonien stattfanden.
Diese Verbindung zwischen Kirche und Palast erwies sich im Jahr eintausendfünfhundertdreißig als nützlich. Papst Clemens VII. versuchte, Karl V., den gewählten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in Italien einzudämmen. Clemens ging ein Bündnis mit Karls Gegnern ein, verlor jedoch den Krieg. Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundzwanzig eroberte und plünderte die kaiserliche Armee, die seit Monaten keinen Sold erhalten hatte und ohne wirksame Führung geblieben war, Rom. Clemens floh in die Engelsburg, geriet dort in Gefangenschaft und bezahlte für seine Freilassung.
Karl brauchte eine Krönung aus der Hand des Papstes. Clemens brauchte Frieden mit dem Mann, dessen Soldaten ihn beinahe Thron und Leben gekostet hatten. Sie schlossen ein Abkommen, woraufhin Karl selbst darum bat, die Krönung in Bologna statt in Rom abzuhalten, wo sein Name mit der jüngsten Plünderung verbunden wurde.
Am zweiundzwanzigsten Februar eintausendfünfhundertdreißig setzte Clemens Karl in der Kapelle des Palastes der Kommune die Eiserne Krone der Lombardei, die Krone der italienischen Könige, auf. Für die nächste Zeremonie errichtete man auf Anordnung des Papstes einen langen hölzernen Übergang vom Palast über den Platz bis zum Hauptaltar der Basilika San Petronio. Er ermöglichte den Teilnehmern der Prozession, über die versammelte Menge hinweg direkt in die Kirche zu gelangen.
Am vierundzwanzigsten Februar legte Karl in der Kapelle Sant’Abbondio den kaiserlichen Mantel an und kniete vor Clemens nieder. Der Papst segnete das Schwert, gürtete Karl eigenhändig damit, übergab ihm Zepter und Reichsapfel und setzte ihm dann die Kaiserkrone auf. Drei Jahre zuvor hatte Clemens vor Karls Armee Zuflucht gesucht; nun vollendeten seine Hände die Krönung dieses Mannes.
Karl erhielt die öffentliche päpstliche Anerkennung seines Kaisertitels. Clemens erreichte die im Abkommen vorgesehene Rückkehr seiner Familie, der Medici, nach Florenz: Nach der Belagerung war die Republik Florenz gefallen. Keinen weiteren Kaiser krönte ein Papst mehr.
Den hölzernen Übergang baute man nach den Feierlichkeiten ab. Zwischen dem Palast der Kommune und der Basilika San Petronio liegt wieder ein offener Platz. Im Inneren der Basilika ist am Gitter der Kapelle Sant’Abbondio eine Inschrift über die Krönung erhalten – genau in dieser Kapelle legte Karl V. den kaiserlichen Mantel an.
Praktisch vor Ort
Die Basilika ist täglich 08:30-13:30 und 15:00-18:30 geöffnet; letzter Einlass 13:20 und 18:20. Museum und kostenpflichtiger Rundgang durch die Kapellen: täglich 09:00-13:00 und 15:00-18:00. Die Panoramaterrasse ist endgültig geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine aktive Kirche: Beachten Sie die Vorgaben zu Kleidung und Stille; der Zugang zu einzelnen Kapellen kann gesondert geregelt sein.
