Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Speisesaal
- Marmorimitation
- Girlande aus Blättern und Früchten
Die Geschichte des Ortes
Die Regierung von Cundinamarca kaufte das Landgut und übergab es dem Führer der Befreiung des Landes; seither trägt das Haus seinen heutigen Namen. Es war zur Erholung zwischen Feldzügen und für Treffen mit Mitstreitern ohne höfisches Zeremoniell bestimmt, doch in zehn Jahren verbrachte sein Besitzer hier nur vierhundertdreiundzwanzig Tage. Heute befindet sich hier ein Museum: Den größten Teil der Möbel stellte man später zusammen, doch im Speisesaal sind die bei der Restaurierung entdeckte Marmorimitation und die Girlande aus Blättern und Früchten erhalten.
Den Speisesaal dieses Landguts ließ Francisco de Paula Santander bauen – der Vizepräsident der jungen Republik und Bolívars engster administrativer Verbündeter. Fünf Jahre später erschossen Soldaten bei einem Fest in diesem Haus eine Puppe mit Santanders Namen.
Die Regierung von Cundinamarca kaufte das Landgut im Jahr eintausendachthundertzwanzig und schenkte es Bolívar aus Dank für die Befreiung des Landes. Damals erhielt es auch seinen heutigen Namen: Quinta de Bolívar, Bolívars Landhaus. Zehn Jahre lang gehörte es ihm, doch wegen seiner Feldzüge lebte er insgesamt nur vierhundertdreiundzwanzig Tage hier.
Während Bolívar sich im Süden des Kontinents aufhielt, verfiel das Haus. Im Jahr eintausendachthundertdreiundzwanzig schrieb er Santander aus Cuenca und bat ihn, das Landgut herzurichten: Nach dem Feldzug wollte der kranke Bolívar hier leben. Santander ließ die Räume instand setzen und einen Speisesaal für etwa dreißig Gäste anbauen. Die Arbeiten kosteten fast zweitausend Pesos; das Geld wurde von dem Gehalt abgezogen, das die Republik ihrem Präsidenten schuldete. Santander richtete für seinen Freund ein Haus ein, in dem dieser sich erholen und Mitstreiter ohne höfisches Zeremoniell empfangen konnte.
Bis zum Jahr eintausendachthundertachtundzwanzig stritten die ehemaligen Verbündeten bereits darüber, wie die Republik Kolumbien erhalten werden sollte – ein Staat, der die Gebiete des heutigen Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama vereinte. Bolívar setzte sich für eine starke zentrale Führung und erweiterte Präsidentenbefugnisse ein. Santander und seine Anhänger bestanden auf verfassungsmäßigen Beschränkungen und größerer Eigenständigkeit der Provinzen. Die in Ocaña einberufene Versammlung zur Änderung der Verfassung endete mit einer Spaltung.
Am vierundzwanzigsten Juli feierte man in der Quinta Bolívars Geburtstag. Als Gastgeberin trat Manuela Sáenz auf – seine enge Gefährtin und politische Verbündete, die hier Anhänger des Präsidenten um sich versammelte. Unter den Eingeladenen waren Soldaten des Grenadierbataillons. Auf dem Höhepunkt des Festes fertigten die Teilnehmer eine Puppe an, gaben ihr den Namen Santander und inszenierten eine Erschießung. Einer der Bolívar ergebenen Generäle hielt die Darbietung für unzulässig und berichtete ihm davon. Bolívar nannte das Vorgehen seiner Anhänger dumm und erbärmlich, wollte den Kommandeur der Grenadiere aus dem Bataillon entfernen und Manuela aus Bogotá ausweisen.
Manuela blieb. Zwei Monate später stürmten Verschwörer den Präsidentenpalast Palacio de San Carlos, um Bolívar zu töten. Sie hielt die Angreifer auf und gab ihm Zeit, durch ein Fenster zu entkommen. Nach dem Attentat zog Bolívar hierher, in die Quinta, und begann, lange Zeit neben Manuela zu leben. Das Landgut, das zur Erholung nach Feldzügen bestimmt war, wurde zu seinem bewachten Zufluchtsort.
Santander wurde der Beteiligung an der Verschwörung beschuldigt; er bestritt seine Schuld. Das Gericht verurteilte den ehemaligen Vizepräsidenten zum Tode, doch Bolívar wandelte die Hinrichtung in Exil um. Einen Teil der Verschwörer erschoss man, Santander verließ das Land. Nach Bolívars Tod und dem Zerfall der Republik Kolumbien kehrte er zurück und wurde im Jahr eintausendachthundertzweiunddreißig Präsident von Neugranada.
Die Puppe ist nicht erhalten, doch der von Santander in Auftrag gegebene Speisesaal blieb Teil des Hauses. Bei der Restaurierung entdeckte man hier eine Marmorimitation und eine Girlande aus Blättern und Früchten, die man den auf seine Anordnung ausgeführten Arbeiten zuschreibt. Den Großteil der heute ausgestellten Möbel stellte das Museum später zusammen, um die Einrichtung nachzugestalten. Der Speisesaal selbst ist eine greifbare Spur des Menschen, dessen Namen die Teilnehmer des Festes im Hof dieses Landguts erschossen.
Praktisch vor Ort
Di-So 9:00-17:00; Mo geschlossen, einschließlich Feiertage.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Auch ohne Besuch der Innenräume können Sie das Landgut und seine Lage am Hang betrachten; den Museumseintritt sollten Sie gesondert planen.
