Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Tudor-Fassade
- Holzelemente
- Bücherregale
- Durchbruch zwischen den Stockwerken
Die Geschichte des Ortes
Die Tudor-Motive der Fassade und die Holzelemente sind von dem Haus erhalten geblieben, das im Jahr eintausendneunhundertdreiundvierzig gebaut wurde. Fast drei Jahrzehnte lang gehörte es einer Eigentümerin, bevor sie seinem neuen Leben zustimmte. Beim Umbau entstanden hier Bücherregale, Leseplätze, ein Café und ein Veranstaltungsraum, und ein Durchbruch verband die Stockwerke mit der Mansarde. Heute sind all diese Räume von Büchern, Gesprächen mit Autoren und Angeboten für Kinder eingenommen.
Eines Tages blieb Yolanda Aúza vor diesem Haus stehen und las die Adresse noch einmal: Calle 71, Nummer zehn — siebenundvierzig. Sie bereitete hier bereits eine Buchhandlung vor, hatte sich aber noch keinen Namen für sie ausgedacht. Aúza verband die beiden Teile der Nummer zu einem Jahr — eintausendsiebenundvierzig — und begann herauszufinden, was damals geschehen war.
So fand sie Wiborada, eine Einsiedlerin beim Schweizer Kloster St. Gallen. Mittelalterlichen Heiligenviten zufolge warnte Wiborada im Jahr neunhundertsechsundzwanzig den Abt vor einem herannahenden ungarischen Überfall. Die Mönche schafften die Handschriften und Klosterschätze rechtzeitig fort. Die Einsiedlerin selbst weigerte sich, ihre zugemauerte Zelle zu verlassen: Das abgelegte Gelübde band sie bis zu ihrem Tod an diesen Raum. Die Angreifer deckten das Dach der Zelle ab und töteten Wiborada, doch die auf ihre Warnung hin geretteten Bücher überlebten.
Im Jahr eintausendsiebenundvierzig sprach Clemens II. sie heilig. Wiborada gilt als erste Frau, die eine formelle päpstliche Heiligsprechung erfuhr, sowie als Schutzpatronin der Bibliothekare und Buchhändler. Nach Aúzas Erzählung war ihr Name in einem der von ihr gefundenen Texte fälschlich als „Wilborada“ geschrieben. Diese Form gefiel ihr: Im Namen kamen die Heilige, die geretteten Handschriften und die Hausnummer in Bogotá zusammen.
Zu diesem Zeitpunkt setzte Aúza nicht die Ersparnisse ihrer Jugend aufs Spiel. Sie hatte dreißig Jahre als Systemingenieurin gearbeitet und wollte in Rente gehen. Den Traum von einer Buchhandlung hegte sie seit mehr als einem Jahrzehnt, doch sie selbst räumte ein, dass sie vom Buchhandel nichts verstand. Deshalb ging sie zunächst für zwei Monate nach Buenos Aires, um die tägliche Arbeit einer Buchhandlung zu lernen: sich mit Einkauf, Katalog und redaktioneller Auswahl auszukennen.
Nach ihrer Rückkehr fand sie dieses Haus, das im Jahr eintausendneunhundertdreiundvierzig erbaut worden war. Die frühere Eigentümerin hatte es etwa dreißig Jahre lang besessen und erklärte sich zum Verkauf bereit, nachdem sie erfahren hatte, dass Aúza hier eine Buchhandlung eröffnen wollte. Architekten passten das geschützte Gebäude seiner neuen Nutzung an und bewahrten die Tudor-Fassaden und die Holzelemente. Im Inneren entstanden Regale, Leseplätze, ein Café, ein Veranstaltungsraum und ein Durchbruch, der die Stockwerke mit der Mansarde verbindet.
Im Oktober eintausendneunhundertvierzehn eröffnete Wilborada 1047 mit mehreren Tausend ausgewählten Titeln. Hier werden Bücher verkauft, bei der Auswahl wird geholfen, und es finden Lesungen, Clubtreffen, Gespräche mit Autoren und Angebote für Kinder statt. Die Adresse teilt sich weiterhin in zehn und siebenundvierzig; im Haus nimmt diese Kombination inzwischen drei Stockwerke und die Mansarde ein.
Praktisch vor Ort
Wilborada 1047: Mo-Sa 10:00-19:00, So 12:00-16:00, an Feiertagen gemäß offizieller Seite geschlossen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine Buchhandlung, keine öffentliche Bibliothek. Zutritt, Café und Veranstaltungen hängen von ihrem aktuellen Betrieb ab; prüfen Sie Büchertausch und Treffen im Voraus.
