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Worauf achten
- Der achteckige Kiosco de la Luz
- Vier Eingänge
- Die Kuppel
- Zementreliefs der Jahreszeiten
Die Geschichte des Ortes
Der achteckige Kiosco de la Luz verbirgt hinter vier Eingängen einen kleinen Raum, und über seinen Wänden erhebt sich eine Kuppel; auf den Zementreliefs wechseln sich die vier Jahreszeiten ab. Als hier elektrische Maschinen arbeiteten, wurde von hier aus Strom verteilt, und diese Funktion gab dem Gebäude seinen Namen. Die Geräte wurden längst fortgebracht, große Straßen verkleinerten den Park selbst, doch der Pavillon blieb an seinem ursprünglichen Ort.
Im Sommer neunzehnhundertzehn erhielt der Baumeister Simón Mendoza einen ungewöhnlichen Auftrag: Hier sollte er einen kleinen Pavillon vollständig aus Zement errichten, ohne Holzrahmen. Den Auftrag erteilten die Industriellen Tomás und José María Samper, die die Vorbereitung einer großen Landwirtschafts- und Industrieausstellung leiteten.
Für die Brüder stand das Material in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Einnahmen. Die Familienunternehmen verkauften Zement und Elektrizität, und der neue Pavillon sollte möglichen Käufern beide Waren in Aktion zeigen. Die Sampers bezahlten den Bau und schlugen vor, das Gebäude der Stadt zu übergeben. Mendoza sollte beweisen, dass sich aus kolumbianischem Zement nicht nur Rohre und Behälter, sondern auch fein geschmückte Wände, vier Eingänge, eine Kuppel und Reliefs mit den Jahreszeiten herstellen ließen.
Die Ausstellung bereitete man für den hundertsten Jahrestag der Ereignisse vom zwanzigsten Juli achtzehnhundertzehn vor. Damals gründeten die Gegner der Kolonialverwaltung in Santafé de Bogotá – so hieß Bogotá damals – eine örtliche Junta, also eine eigene Regierung. Dieser Tag gilt als Beginn der kolumbianischen Unabhängigkeit; zu seinem Jahrestag erhielt der Grünbereich seinen heutigen Namen.
Das hundertjährige Jubiläum fiel in die Zeit nach dem Krieg der Tausend Tage und der Abtrennung Panamas. Die Organisatoren wollten hier ein überzeugendes Bild eines Landes versammeln, das seine eigenen Waren herstellen konnte. Innerhalb weniger Monate entstanden unter der Leitung der Brüder Samper Pavillons für Industrie, Maschinen, schöne Künste und Landwirtschaft, der Kiosco Egipcio und der Kiosco Japonés, Restaurants und Räume für Tiere. Im Pavillon von Mendoza brachte man Geräte unter, die die der Ausstellung geschenkte Elektrizität verteilten. Daher sein wörtlicher Name: Kiosco de la Luz.
Das geplante Bild blieb unvollständig. Viele Regionen des Landes schickten keine Ausstellungsstücke; Landwirtschaft und Bergbau waren nur schwach vertreten, und ein beträchtlicher Teil der „Industrie“ bestand aus Backwaren, Schuhen, Möbeln, Zigaretten und handwerklichen Erzeugnissen. Die Sampers bewiesen weniger, als sie vorhatten, doch ihr eigenes Beispiel erfüllte seinen Zweck: Den Bau begann man als erstes Gebäude in Bogotá anzusehen, das vollständig aus heimischem Zement errichtet worden war.
Die übrigen Ausstellungspavillons wurden in den folgenden Jahrzehnten abgebaut, und beim Bau großer Stadtstraßen verlor der Park einen beträchtlichen Teil seines Geländes. Nur Mendozas achteckiger Pavillon überlebte. Im Inneren gibt es längst keine elektrischen Maschinen mehr, doch seine Zementwände stehen noch genau an jenem Ort, an dem die Brüder Samper Bogotá zeigten, wovon sie im neuen Jahrhundert zu leben hofften.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtpark; am besten tagsüber durchqueren, einzelne Bereiche und Veranstaltungen können den Zugang verändern.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie um den Pavillon herum und vergleichen Sie seine festliche Form mit dem Material, das 1910 als technische Neuerung galt. Achten Sie auf den Wegen auf das Gelände und den Verkehr in der Nähe.
