Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Glasfassade
- Hochhaus
- Einkaufszentrum am Turm
- Flussmündung in der Ferne
Die Geschichte des Ortes
Die Glashülle des Hochhauses umschließt das Stahlbetongerüst, während das Einkaufszentrum am Fuß des Turms separat steht. Der Turm wurde für den Palast der gesellschaftspolitischen Organisationen gebaut, als hier das Bundeszentrum von Neu-Belgrad entstand. Die wichtigsten Stockwerke belegten die Führungskräfte des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens, weshalb sich für den Baukörper der städtische Name ZK einbürgerte; später arbeiteten neben den Parteibüros Radiosender, Fernsehsender und private Firmen. Der heutige Name Ušće hängt mit der nahen Mündung der Save in die Donau zusammen, die in der Ferne zu sehen ist.
Etwa zwanzig Minuten vor dem ersten Raketentreffer fuhren die Mitarbeiter des Fernsehsenders Pink mit den Aufzügen hinunter und verließen den Turm. Sie bearbeiteten hier Filme und bereiteten Sendungen für die Ausstrahlung vor; in den Stockwerken blieben Studios, Sender und die Ausrüstung zurück, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Den letzten Menschen, den diensthabenden Wachmann, führte die Polizei etwa zehn Minuten vor dem Angriff hinaus.
Die Fernsehleute waren wegen der früheren Bestimmung des Gebäudes hier. In den sechziger Jahren wurde dieses Grundstück in das neue Bundeszentrum von Neu-Belgrad einbezogen. Im Jahr neunzehnhundertvierundsechzig eröffnete hier der Palast der gesellschaftspolitischen Organisationen. Den größten Teil des Turms nahm das Zentralkomitee ein – die ständige Führung des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens. Daher stammt auch der Belgrader Name „ZK“, unter dem das Gebäude bis heute bekannt ist.
Nach dem Zerfall des Bundes der Kommunisten nahm die Sozialistische Partei Serbiens seinen Platz ein. Die Parteiführung behielt einige Stockwerke für sich und vermietete die übrigen an Unternehmen. Ende der neunziger Jahre arbeiteten hier die Fernsehsender Pink, BK und Košava, Radiosender und Privatfirmen. In einem Turm lagen Parteibüros neben den Menschen, die Unterhaltungs- und Nachrichtensendungen produzierten.
Am einundzwanzigsten April neunzehnhundertneunundneunzig führten NATO-Streitkräfte den ersten Angriff auf das Gebäude aus. Sie erklärten es zum Hauptquartier der regierenden Partei und zu einem Knotenpunkt der Fernseh- und Funkkommunikation. Die Raketen zerstörten die Studios, beschädigten die Fassade und lösten auf mehreren Stockwerken einen Brand aus. Die Sender verloren ihre Räume und Sendeanlagen, doch dank der Evakuierung wurde im Turm niemand getötet oder verletzt. Sechs Tage später griffen die Streitkräfte ihn erneut an.
Nach den Bombardierungen mussten die Eigentümer entscheiden, ob sie das ausgebrannte Gerüst abreißen oder wiederherstellen sollten. Der Bauingenieur Ljubomir Vlajić sollte feststellen, ob der alte Stahlbeton weiter genutzt werden konnte. Die Untersuchung zeigte, dass die tragende Konstruktion viel besser erhalten war als die Außenwände und Räume. Vlajić überzeugte die Eigentümer, sie stehen zu lassen.
Der Wiederaufbau begann im Jahr zweitausenddrei. Die Bauarbeiter entfernten die beschädigte Hülle, verstärkten die alte Konstruktion, fügten zwei Stockwerke hinzu und verkleideten sie mit einer Glasfassade. Im Jahr zweitausendfünf wurden im Inneren wieder Büros eröffnet. Das Einkaufszentrum daneben befindet sich in einem eigenen Gebäude; der Turm selbst bleibt ein Geschäftsgebäude.
Der Name „Ušće“ bedeutet Flussmündung – nicht weit entfernt mündet die Save in die Donau. Unter diesem neuen Namen und dem Glas steht dasselbe Stahlbetongerüst, aus dem die Fernsehleute vor den Angriffen noch herausgekommen waren. Und das alte „ZK“ bewahrt die Erinnerung an die Menschen, für die dieser Turm hier in den sechziger Jahren errichtet wurde.
Praktisch vor Ort
Der Turm kann nicht frei besichtigt werden; er ist ein in Betrieb befindlicher Geschäftskomplex. Zugang ist nur für Angelegenheiten bei Mietern oder zu einzelnen Veranstaltungen möglich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein in Betrieb befindliches Geschäftsgebäude, daher ist der Rundgang vor allem für die Besichtigung von außen gedacht; planen Sie keinen freien Zugang zu den Büroetagen ein.
