Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzefigur im Mantel und Fes
- Granitsockel
- Seitliche Reliefs
- Straßenbahngleise
Die Geschichte des Ortes
Am Osthafen von Alexandria trug der breite offene Ort zunächst den Namen Obeliskenplatz. Die altägyptischen Monolithen, die ihm diesen Namen gaben, wurden längst nach London und New York gebracht; auf der frei gewordenen Fläche entstand ein Denkmal mit einer Bronzefigur auf einem Granitsockel. Die Reliefs an den Seiten bewahren eine ganze politische Geschichte, und die Straßenbahngleise erinnern daran, dass der Platz ein städtischer Kreuzungspunkt zwischen Zentrum und Meer geblieben ist. Der heutige Name ist mit dem Mann oben verbunden.
Zwischen der Corniche und dem Straßenbahnknoten Ramla steigen Menschen um, gehen zum Osthafen von Alexandria und verabreden sich an einem hohen Granitsockel. Der bronzene Mann im langen Mantel und Fes ist dargestellt, wie er auf das Meer zuschreitet. Es ist Saad Zaghlul – ein Anwalt und ehemaliger Minister, der nach dem Ersten Weltkrieg für Ägyptens Unabhängigkeit von der britischen Besatzung eintrat.
Am dreizehnten November neunzehnhundertachtzehn gingen Zaghlul und zwei seiner Mitstreiter zum britischen Hochkommissar. Sie verlangten, einer ägyptischen Delegation die Teilnahme an der Pariser Friedenskonferenz zu erlauben. Auf Arabisch heißt Delegation „Wafd“; so sollte bald auch Zaghluls Bewegung und Partei genannt werden. Um zu beweisen, dass sie das Land vertraten, sammelten die Anhänger Unterschriften und Vollmachten. Die britische Verwaltung antwortete mit Verhaftungen: Zaghlul wurde nach Malta verbannt.
Die Verbannung eines Mannes, der als Jurist und Unterhändler tätig werden wollte, löste die Revolution von neunzehnhundertneunzehn aus. Die Briten mussten die Verbannten freilassen und die Delegation nach Europa reisen lassen. Die Unabhängigkeit erhielt Zaghlul dort nicht, doch am vierten April neunzehnhunderteinundzwanzig kehrte er über Alexandria zurück, nun bereits als nationaler Anführer anerkannt.
Damals hieß dieser Ort Obeliskenplatz. Zwei altägyptische Monolithen, die einst hier gestanden hatten, waren bis dahin nach London und New York gebracht worden, doch die offene Fläche zwischen Stadt und Hafen behielt ihren früheren Namen. Genau hier empfingen die Einwohner Alexandrias Zaghlul. Menschen aus ganz Ägypten waren im Voraus in die Stadt gekommen; für sie setzte man Sonderzüge ein, und Plätze auf Balkonen entlang der Prozessionsroute wurden gegen Geld vermietet. Vom Hafen zog die Prozession durch das Zentrum von Alexandria.
Einige Monate später verbannten die Briten Zaghlul erneut, diesmal auf die Seychellen. Nach seiner Rückkehr gewann seine Partei die ersten Parlamentswahlen nach der neuen Verfassung, und im Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig führte er die gewählte Regierung. Deshalb bestimmte man für das Denkmal den Ort, an dem die Menge noch zu seinen Lebzeiten gezeigt hatte, wen sie als ihren Vertreter ansah.
Nach Zaghluls Tod erhielt der ägyptische Bildhauer Mahmud Mukhtar den Auftrag für zwei Denkmäler – eines für Kairo und eines für Alexandria. Er bereitete Modelle vor, begann die Arbeit in Frankreich und rechnete damit, nach dem Vertrag achttausend ägyptische Pfund zu erhalten. Dann setzte Ministerpräsident Ismail Sidqi die Verfassung außer Kraft, entfernte Zaghluls Anhänger aus ihren Ämtern und stoppte die Aufstellung der Denkmäler. Beamte verlangten, die Sockel umzugestalten; ein Rechtsstreit über Vertrag und Geld begann.
Mukhtar starb im Jahr neunzehnhundertvierunddreißig, ohne auf eine Gerichtsentscheidung gewartet und ohne beide Statuen auf den Plätzen gesehen zu haben. Die bronzenen Teile wurden in Paris gegossen und erst nach seinem Tod aufgestellt. Am siebenundzwanzigsten August neunzehnhundertachtunddreißig zog der achtzehnjährige König Faruk das Tuch vom Denkmal in Alexandria.
Auf dem Sockel hinterließ Mukhtar die ganze Kette von Ereignissen, durch die der Platz seinen heutigen Namen erhielt. Ein Relief zeigt die Begegnung vom dreizehnten November: Zaghlul fordert mit seinen Gefährten die Anerkennung der ägyptischen Delegation. Ein anderes zeigt Menschen, die ihren Vertreter über die Menge heben. Über ihnen steht ebenjener Mann, den die Regierung nicht aus dem Land lassen wollte und dessen Denkmal sie anschließend viele Jahre lang nicht im Stadtzentrum aufstellen ließ.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtplatz, rund um die Uhr zugänglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Den Platz durchqueren Verkehrs- und Fußgängerströme. Betrachten Sie das Denkmal von einem sicheren Punkt aus und überqueren Sie Straßen nur an den dafür vorgesehenen Stellen.
