Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hohe Mauern von Pulo Cemeti
- Dächer von Kampung Taman
- Schmale Gassen
Die Geschichte des Ortes
Die hohen Mauern von Pulo Cemeti stehen heute zwischen den Dächern von Kampung Taman. Im achtzehnten Jahrhundert gab es um sie weder Gassen noch Wohnhäuser. Hier lag Segaran – der künstliche See von Taman Sari. Das Wort „pulo“ bedeutet Insel: Zu dem zweistöckigen Pavillon mitten im Wasser gelangte die Sultansfamilie mit Booten oder durch einen unterirdischen Gang.
Am zehnten Juni achtzehnhundertsiebenundsechzig beschädigte ein Erdbeben in Yogyakarta dreihundertzweiundsiebzig Häuser und tötete fünf Menschen. Auch die Bauten von Taman Sari stürzten ein, und das Wasser verschwand aus Segaran. Zu den Obdachlosen gehörten die abdi dalem – Palastbedienstete. Sie erfüllten ihre Aufgaben im Kraton Yogyakarta weiterhin, doch viele hatten nach Dienstschluss keinen Ort, zu dem sie zurückkehren konnten.
Sultan Hamengkubuwono VI. erlaubte ihnen, sich vorübergehend auf freiem Land an den Festungsmauern und in den Ruinen des Wassergartens niederzulassen. Statt den See und die Pavillons wiederherzustellen, erhielten die Menschen Platz für Häuser. Das Land wurde ihnen nicht verkauft: Es blieb Eigentum des Sultans, und die Familien nutzten es mit seiner Erlaubnis.
Die vorübergehende Siedlung verschwand nicht. Kinder und Enkel der ersten Bewohner blieben hier; zwischen den Ruinen entstanden neue Häuser, Werkstätten und schmale Durchgänge. So verwandelte sich der einst geschlossene Teil des Gartens des Sultans in Kampung Taman – wörtlich „Gartendorf“.
Bei Pulo Cemeti stürzten das obere Stockwerk und das Dach ein. Das Wasser ist nicht mehr darum herum: Wo die Boote an der Insel anlegten, stehen heute die Häuser der Familien, denen Hamengkubuwono VI. erlaubte, hier das Erdbeben zu überstehen.
Praktisch vor Ort
Öffentliche Gassen sind jederzeit zugänglich; Pulo Cemeti kann von außen besichtigt werden. Sumur Gumuling ist seit 2020 für Besucher geschlossen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist vor allem ein Wohnviertel. Bleiben Sie auf den öffentlichen Durchgängen, schauen Sie nicht in die Häuser und fragen Sie um Erlaubnis für Porträts; besuchen Sie Werkstätten nur auf Einladung ihrer Besitzer.
