Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Figur des Fahnenträgers
- Zwei Skulpturengruppen
- Tribüne im Sockel des Monuments
- Goldenes Horn
Die Geschichte des Ortes
Der Platz an der Kreuzung der Swetlanskaja-Straße und des Okeanski-Prospekts war als Ort gedacht, an dem Wladiwostok zu Feiern, Konzerten und Jahrmärkten zusammenkommt. Um ihn auf das Niveau der Straße zu bringen, hob man den Boden an, errichtete im Inneren tiefe Pfähle und Decken und verwandelte den Sockel des Denkmals auf der Stadtseite in eine Tribüne. Über der offenen Fläche erhebt sich eine Figur mit einer Fahne; am Sockel sind zwei Gruppen von Menschen zu sehen, die um sie versammelt sind.
Das Monument stand hier schon vor dem Platz. Am neunundzwanzigsten April neunzehnhunderteinundsechzig errichtete man den neun Meter hohen Fahnenträger über dem Gelände, an dem die Swetlanskaja-Straße noch steil zum Goldenen Horn hinabführte. Daneben bestand der ehemalige Stadtgarten fort, und eine ebene Fläche für Feiern, Konzerte und Jahrmärkte gab es noch nicht.
Veteranen der Revolution und des Bürgerkriegs schlugen vor, das Denkmal zu errichten. Sie setzten sich für ein gemeinsames Monument für alle Teilnehmer des Kampfes um die sowjetische Ordnung im Fernen Osten ein. Dafür prüfte man mehrere Orte. Als die Wahl auf die Kreuzung der Swetlanskaja-Straße und des Okeanski-Prospekts fiel, entstand ein Streit: Sollte der Fahnenträger zur Stadt gedreht werden, wo die Umzüge stattfanden, oder zur Bucht?
Die Entscheidung traf Wladimir Tschernyschow, der erste Sekretär des regionalen Parteikomitees und damalige Leiter von Primorje. Er wollte, dass die Stellung der Figur selbst den Ausgang der Ereignisse des Jahres neunzehnhundertzweiundzwanzig zeigte. Tschernyschow befahl, den Kämpfer mit dem Gesicht zum Meer zu drehen, den Schiffen hinterher, auf denen die japanischen Truppen und die Gegner der Bolschewiki Wladiwostok verließen. Deshalb stand der Fahnenträger der Hauptstraße den Rücken zu.
Die Person oben stellt einen Kämpfer der Volksrevolutionären Armee der Fernöstlichen Republik dar. Die Republik war ein eigenständiger prosowjetischer Staat, der als Puffer zwischen Sowjetrussland und den japanischen Truppen geschaffen wurde: Eine direkte Konfrontation hätte den Krieg verlängern können. In ihre Armee traten viele ehemalige rote Partisanen ein. Im Herbst neunzehnhundertzweiundzwanzig schlugen sie die Semstwo-Armee, die letzten großen weißen Kräfte in Primorje. Nach der Evakuierung der japanischen Truppen besetzte die Volksrevolutionäre Armee Wladiwostok. Wenige Wochen später hörte die Fernöstliche Republik auf zu bestehen und ging in Sowjetrussland auf.
Zwei Gruppen am Sockel erweitern die Bedeutung der Inschrift. Ein Matrose, ein Soldat und ein Arbeiter mit einem gestürzten Doppeladler stellen die Revolution des Jahres neunzehnhundertsiebzehn dar. Ein Soldat, ein Maschinengewehrschütze und ein Partisanenführer erinnern an die Kämpfe in Primorje, die noch fünf Jahre weitergingen. Diese Menschen bezeichnet der offizielle Name des Platzes als Kämpfer der Revolution.
Der zentrale Fahnenträger hat keinen eigenen Namen. Eine der weiblichen Figuren modellierte Alexei Teneta jedoch nach Tamara Golownina, einer Untergrundkämpferin aus Wladiwostok und Organisatorin einer Partisanenabteilung. Ihre gewöhnliche Arbeit war das Korrekturlesen von Zeitungen; im Untergrund übermittelte sie Aufträge und Informationen. Während einer Reise nach Wladiwostok im Auftrag des Partisanenstabs wurde Golownina verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg vom Gericht zurück ins Gefängnis floh sie und schloss sich wieder den Partisanen an. Golownina überlebte den Krieg, wurde Agronomin, und Jahrzehnte später verewigte der Bildhauer ihr Gesicht unter den bronzenen Beteiligten der Ereignisse.
Im Jahr neunzehnhundertvierundsechzig gab das Stadtvollzugskomitee dem entstehenden Raum den Namen Platz der Kämpfer der Revolution. Danach hoben die Bauarbeiter den Boden bis auf das Niveau der Swetlanskaja-Straße an, rammten tiefe Pfähle ein, verlegten Decken und Asphalt. Den Sockel des Monuments gestaltete man auf der Stadtseite als Tribüne. Deshalb finden die städtischen Feiern, Konzerte und Jahrmärkte vor dem Denkmal statt: Die offene Fläche wurde um es herum als Ort der gemeinsamen Zusammenkunft geschaffen.
Vor dem Gesicht des Fahnenträgers liegt weiterhin das Goldene Horn, hinter seinem Rücken entstand der Platz, und unter den Figuren zu seinen Füßen steht eine Frau, die ihr eigenes Todesurteil hörte und ihm noch entkommen konnte.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtraum, rund um die Uhr zugänglich; Veranstaltungen können die Wege vorübergehend verändern.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Komposition vom Fußgängerbereich des Platzes aus und wechseln Sie den Blickpunkt: Die Blickrichtung der Hauptfigur ist hier wichtiger als die Inschriften.
