Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zentrale Allee
- Bronzefigur Puschkins
- Mantel, Zylinder und Spazierstock
- Kljasma-Aue
Die Geschichte des Ortes
Die Bronzefigur Puschkins auf der zentralen Allee schreitet zur Aussichtsplattform. Der Dichter war nur auf der Durchreise in Wladimir, und der Park erhielt seinen Namen aus einem anderen Grund. Die Allee entstand fast ein Jahrhundert vor der Puschkin-Figur auf dem Sockel – nach einer Entscheidung, die der Stadt einen Teil ihrer alten Befestigungen nahm.
Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts zog sich am südlichen und westlichen Rand dieses Hügels noch ein Erdwall aus dem zwölften Jahrhundert entlang. Militärische Bedeutung hatte er bereits nicht mehr. Der Wladimirer Gouverneur Iwan Dolgorukow, der für die Verschönerung des Gouvernementzentrums verantwortlich war, wollte hier einen Ort zum Spazierengehen nach dem Vorbild der hauptstädtischen Boulevards anlegen. Dafür trug man den Wall auf Anweisung des Gouverneurs zwischen eintausendachthundertzwei und eintausendachthundertvier ab.
Dolgorukow verbarg nicht, worauf er hoffte. In seinem Tagebuch räumte er ein, dass die Ausgestaltung des Wladimirer Boulevards weit hinter den hauptstädtischen zurückbleibe, seine Lage jedoch schöner sei. Diese Lage bestimmte auch die Anlage der Promenade: Eine breite Allee führte von der Bolschaja-Straße zum Steilhang, und an ihrem Ende öffnete sich die Kljasma-Aue.
Der nächste Gouverneur, Awdij Suponew, führte das Vorhaben so weit, dass hier die Stadtbewohner ihre freie Zeit verbrachten. Auf seine Initiative pflanzte man im Jahr eintausendachthundertfünfzehn Alleen und Blumenbeete, stellte Bänke und Lauben auf. Für wohlhabende Besucher baute man einen Pavillon mit beleuchtetem Saal; dort wurde zu Musik eines Militärorchesters getanzt. Die Menschen kamen gerade wegen jener Aussicht über dem Fluss hierher, für die Dolgorukow den Wall hatte abtragen lassen. Der Pavillon brannte später ab, doch die Promenadenachse blieb erhalten.
Die Benennung erfolgte im Jahr eintausendachthundertneunundneunzig, als man den hundertsten Geburtstag von Alexander Puschkin beging. Viele Einwohner Wladimirs baten darum, den Dichter zu verewigen. Ihr Vorschlag wurde von Andrei Schilow in die Stadtduma eingebracht – einem Kaufmann der zweiten Gilde, der viele Jahre als gewählter Bürgermeister amtierte und sich um einen neuen Namen für den Großen Boulevard bemühte. Die Duma stimmte einstimmig zu. Auf der zentralen Allee stellte man eine von den Stadtbewohnern bezahlte Büste auf, und der Große Boulevard wurde zum Puschkin-Boulevard.
Die erste Büste verschwand nach der Revolution. Im Jahr eintausendneunhunderteinundfünfzig fertigte das Kollektiv der Kunst- und Handwerksschule Wladimir für den Park eine vier Meter hohe Figur des Dichters an, doch bei der nächsten Umgestaltung wurde sie versetzt und nicht zurückgebracht. In den neunzehnhundertneunziger Jahren fanden die Puschkin-Feiern wieder im Park statt, bereits ohne Denkmal. Der Grundstein für die künftige Skulptur stand dreizehn Jahre lang.
Der heutige bronzene Puschkin, ein Werk von Igor Tschernoglasow, wurde im Jahr zweitausendvierundzwanzig eröffnet. Der Bildhauer stattete ihn mit Mantel, Zylinder und Spazierstock aus und stellte ihn schreitend dar: In Wladimir hielt sich der Dichter nicht auf, sondern setzte seine Reise fort. Sein Schritt ist zur Kljasma gerichtet – dorthin, wo man auf Anweisung Dolgorukows einst den Wall abtrug und die städtische Allee mit einem offenen Blick enden ließ.
Praktisch vor Ort
Der Park ist als Stadtraum geöffnet; der Zustand einzelner Abschnitte der Aussichtsplattform kann Absperrungen erfordern.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nicht hinter die Absperrungen und nähern Sie sich nicht den gesperrten Abschnitten der Stützmauer. Die Aussicht bleibt auch von der oberen Allee erhalten.
