Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zentraler Bogen mit lateinischer Inschrift
- Doppelkolonnen
- Steinerne Helme und Schilde
- Stierschädel am inneren Fries
Die Geschichte des Ortes
Über dem zentralen Bogen ist eine lateinische Inschrift eingemeißelt: Die Gloriette wurde unter Joseph II. und Maria Theresia im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundsiebzig errichtet. Ihre Namen stehen nebeneinander, obwohl Maria Theresia, die Herrscherin der habsburgischen Länder, die Auftraggeberin war, während Joseph, ihr Sohn und Mitregent, darum rang, das Recht zu erhalten, eine eigene Politik zu führen.
Hinter diesem Nebeneinander stand ein Krieg. Nach dem Tod von Maria Theresias Vater weigerten sich mehrere europäische Herrscher, sie als Erbin anzuerkennen. Der preußische König Friedrich II. besetzte das reiche Schlesien. Maria Theresia behielt den größten Teil ihrer Länder, verlor jedoch die Provinz. Danach begann sie den Siebenjährigen Krieg in der Hoffnung, Schlesien zurückzugewinnen. Der Krieg endete im Jahr eintausendsiebenhundertdreiundsechzig mit den früheren Grenzen und enormen Verlusten. Maria Theresia verzichtete auf Schlesien, und Friedrich verpflichtete sich, ihren Sohn bei der nächsten Kaiserwahl zu unterstützen.
Joseph erhielt den Kaisertitel, und nach dem Tod seines Vaters im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundsechzig ernannte Maria Theresia ihn zu ihrem Mitregenten. In den habsburgischen Ländern blieb er der jüngere Partner seiner Mutter. Sie stritten ständig; Joseph bat mehrmals darum, ihn von der gemeinsamen Herrschaft zu entbinden, doch Maria Theresia stimmte nicht zu. Die Inschrift auf der Gloriette stellt sie als gleichrangig dar – genau so wollte die Dynastie das Ergebnis der überstandenen Kriege zeigen.
Mit dem französischen Wort „gloriette“ bezeichnete man einen Gartenpavillon oder einen Portikus auf einer Anhöhe. Hier gab der Hofarchitekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg ihm die Form eines Triumphbogens. An den Treppen sind steinerne Helme, Schilde und militärische Fahnen aufgeschichtet. So stellte man Waffen dar, die nach einem Krieg abgelegt worden waren, den die Sieger als gerecht und durch Frieden beendet erklärten. Der Verlust Schlesiens fand in diesem offiziellen Bild keinen Platz.
Für den Bau ließ Maria Theresia die Galerie eines anderen Schlosses abtragen – Schloss Neugebäude, das Kaiser Maximilian II. bereits im Jahr eintausendfünfhundertachtundsechzig begonnen hatte. Das Schloss wurde nie vollendet und im Jahr eintausendsiebenhundertvierundsiebzig der Armee als Pulvermagazin überlassen. Maria Theresia ließ die wertvollen steinernen Bauteile abnehmen und nach Schönbrunn bringen. Die meisten Doppelkolonnen, Kapitelle, Bögen und Gesimse der Gloriette standen zuvor in Schloss Neugebäude. Von dort brachte man auch die Stierschädel am Fries im Inneren des zentralen Saals.
Maria Theresia starb fünf Jahre nach der Entstehung der Gloriette. Joseph, dessen Name über dem Bogen blieb, interessierte sich kaum für Schloss Schönbrunn und ordnete an, es in dem Zustand zu bewahren, in dem er es übernommen hatte. Den zentralen Saal verwandelte man im Laufe der Zeit in einen Speisesaal, daneben baute man eine Küche. Die Küche gibt es längst nicht mehr, doch hinter der wiederhergestellten Verglasung arbeitet heute ein Café. Über seinen Tischen liegen weiterhin die Gesimse des unvollendeten Schlosses, das Maria Theresia der Armee als Pulvermagazin überlassen hatte.
Praktisch vor Ort
Der Hügel und die Außenansicht sind während der Öffnungszeiten des Parks zugänglich. Die Aussichtsterrasse ist kostenpflichtig und saisonal: Für 2026 sind Öffnungszeiten ab 9:30 angegeben, die Schließung liegt je nach Datum zwischen 16:00 und 18:30; letzter Einlass 30 Minuten vorher.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ruhen Sie sich nach dem Aufstieg aus und vergleichen Sie zwei Ausblicke: auf die Gloriette von der Parkseite und auf das Schloss von ihren Arkaden aus. Prüfen Sie den Zugang zu einzelnen Plattformen im Voraus.
