Stopp 4 von 8

Strohbrücke

Ponte della Paglia

Eine kurze Episode bewahrt die Spur des alltäglichen Handels, der vom repräsentativen Palast verdrängt wurde.

15 Min.
Die Seufzerbrücke, von der Strohbrücke in Venedig aus gesehen.
Wolfgang Moroder · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Steinernes Geländer
  • Rio di Palazzo
  • Seufzerbrücke
  • Uferpromenade Riva degli Schiavoni

Die Geschichte des Ortes

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Auf der Strohbrücke bleibt der Fußgängerstrom gewöhnlich am steinernen Geländer stehen: Von hier fotografiert man die Seufzerbrücke, den überdachten Verbindungsgang zwischen dem Dogenpalast und den Neuen Gefängnissen. Die Strohbrücke führt Menschen über die Mündung des Rio di Palazzo, vom Molo zur Riva degli Schiavoni. Hier verläuft die Grenze zwischen den Stadtteilen San Marco und Castello.

„Paglia“ bedeutet auf Italienisch „Stroh“. Der Name entstand durch Händler, die am früheren Holzsteg mit Booten voller Stroh anlegten. Gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts nahm der repräsentative Kai erst allmählich Gestalt an: Neben der Brücke blieb ein günstiges Arbeitsufer, und ein Teil der Fracht wurde für die Ställe des Dogenpalasts benötigt. Für die Verkäufer war das Boot Laden, Lager und Transportmittel zugleich; diesen Platz zu verlieren bedeutete, einen anderen Markt suchen zu müssen.

Im Jahr eintausendzweihundertfünfundachtzig hielten venezianische Gesetzgeber ein kurzes Verbot fest: An der Strohbrücke darf kein Stroh gehandelt werden. Man fürchtete, Haufen trockener Ware wegen der Brandgefahr neben dem Palast und der städtischen Bebauung zu lagern. Die Händler versuchten, ihren gewohnten Liegeplatz zurückzuerhalten, erhielten jedoch im Jahr eintausenddreihundertacht eine erneute Ablehnung. Später verlegte man den Verkauf zur Insel San Giorgio.

Im Jahr eintausenddreihundertsechzig ersetzte man den hölzernen Übergang durch einen steinernen, und im neunzehnten Jahrhundert verbreiterte man ihn für den wachsenden Fußgängerstrom. Boote mit Stroh gibt es hier längst nicht mehr. Man verdrängte ihren Handel, baute das Ufer um, und die Brücke wurde zu einem Ort, von dem aus man eine andere Brücke fotografiert – doch der Name erinnert weiterhin an den Liegeplatz, den die Verkäufer nie zurückerhielten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPiazzetta San Marco und Molo
Eintrittvon außen

Offene Brücke mit Aussicht; halten Sie sich zu Stoßzeiten nicht mitten im Strom auf.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Auf der Brücke ist es gewöhnlich eng. Betrachten Sie den Kanal von einer Seite aus und machen Sie anderen Platz; die Erzählung können Sie neben dem Zugang zu Ende hören.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Drehen Sie sich zurück zu den Säulen an der Lagune.

Stopp 4 von 8Weiter: Piazzetta San Marco und Molo

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Von San Marco nach Rialto: Republik Venedig“ — 8 Stopps, etwa 1,3 km, 2–3 Stunden.

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