Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weißer Säulenportikus
- Samowar-Vase „Skyphos“
- Kohlebefeuerte und elektrische Samoware
Die Geschichte des Ortes
Das Museum mit den weißen Säulen hat eine konkrete Schöpferin. Die Tulaer Heimatkundlerin Alewtina Sergejewna Tichonowa setzte sich dafür ein, dass die Geschichte des Samowars ein eigenes Museum erhielt. Sie arbeitete seit neunzehnhundertvierundfünfzig im Heimatmuseum: Das Sammeln alter Gegenstände war ihr Beruf, kein privates Hobby.
Im Jahr neunzehnhundertachtundsiebzig richteten die Museumsmitarbeiter eine Ausstellung zum zweihundertsten Jubiläum der ersten Tulaer Samowarfabrik aus. Besucher fragten ständig, warum die Stadt, deren Name Teil der Redewendung „mit dem eigenen Samowar nach Tula fahren“ geworden ist, kein eigenes Samowarmuseum habe. Im folgenden Jahr begannen die Vorbereitungen.
Das künftige Museum sollte in der Mariä-Verkündigungs-Kirche eröffnet werden. Als Tichonowa und ihre Kollegen die Bestände sichteten, zeigte sich, dass schöne Wassererhitzer nicht ausreichten. Ohne Werkzeuge, Fabrikdokumente und die Namen der Meister entstand eine Sammlung von Gegenständen ohne Erklärung, wie eine ganze Stadt damit ihren Lebensunterhalt verdiente. Die Mitarbeiter schalteten Anzeigen in Zeitungen und im Radio und fuhren in Dörfer, in denen vor der Revolution das Samowarhandwerk bestanden hatte. In die Sammlung gelangten Werkzeuge der Meister und Medaillen der Fabrik der Bataschows. Tichonowa studierte Archivdokumente und Fabrikpreislisten: Eine systematische Geschichte der Tulaer Samowarproduktion gab es damals nahezu nicht.
Die Arbeit dauerte etwa zehn Jahre, doch das für das Museum vorbereitete Gebäude wurde weiterhin nicht eröffnet. Die Restaurierung der Kirche zog sich hin, und im Jahr neunzehnhundertachtundachtzig übergab man sie der Eparchie Tula. Die Museumsleute hatten die gesammelten Gegenstände, eine fertige Geschichte und kein Gebäude mehr.
Daraufhin richtete Tichonowa gemeinsam mit dem Künstler Sergei Kalinin genau hier die Ausstellung „Mit dem eigenen Samowar nach Tula“ ein. Das Gebäude hieß damals Haus der Verteidigung; es diente als Zweigstelle des Heimatmuseums. Die Ausstellung erwies sich als überzeugender als der ursprüngliche Plan: Die Stadtführung beschloss, die Sammlung in diesen Sälen zu belassen und hier ein dauerhaftes Museum zu eröffnen. Am siebten November neunzehnhundertneunzig nahm „Tulaer Samowarmuseum“ seine Arbeit auf, und Tichonowa wurde dessen erste Leiterin.
An diesem Ort gab es nie eine Samowarfabrik. Diese Adresse erhielt das Museum, weil der frühere Plan gescheitert war und Tichonowa die gesammelten Gegenstände bereits in genau diesen Räumen zu einer zusammenhängenden Erzählung hatte entfalten können. Nun umfasst die Dauerausstellung mehr als zweihundert Modelle: von frühen kohlebefeuerten Gefäßen bis zu elektrischen.
Unter ihnen steht der Samowar in Vasenform „Skyphos“ aus der ersten Fabrik der Gebrüder Lissizyn. Als Skyphos bezeichnete man eine altgriechische Schale, deren Form dieses Kupfergefäß wiederholt. Er ist einer von vier bekannten erhaltenen Samowaren dieser Fabrik. Tichonowa fand ihn für die Sammlung noch bevor das Museum über eigene Räume verfügte.
Praktisch vor Ort
Mo–Do und So 10:00–18:00; Fr–Sa 10:00–20:00; die Kasse schließt 45 Minuten vorher; der letzte Mittwoch des Monats ist Reinigungstag.
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade kann man ohne Besuch besichtigen, doch die Funktionsweise eines Samowars und die Größenunterschiede werden nur in der Ausstellung sichtbar. Planen Sie den Eintritt als eigenen Museumsstopp ein.
