Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinsockel
- Bogendurchfahrt
- Stahlbetonpavillon
- Grünes Ziegeldach
Die Geschichte des Ortes
Als sich um Taipeh noch neue Verwaltungsviertel sammelten, führte durch diese Durchfahrt eine Straße nach Xikou (heute Songshan) und weiter in den Nordosten der Insel. Das Tor wurde als Teil der Stadtverteidigung errichtet: Vor dem Hauptbogen stand eine gebogene Mauer mit versetzter Öffnung, sodass Eintretende unter dem Schutz der Verteidiger abbiegen mussten. Von dieser Anlage blieb der steinerne Unterbau mit der Bogendurchfahrt erhalten; darüber erhebt sich heute ein breiter Pavillon unter einem grünen Ziegeldach, während Mauern und das äußere Befestigungswerk längst den Straßen wichen.
Am neunten August neunzehnhundertsechsundsechzig nahmen Arbeiter das Dach des Jingfu-Tors ab und legten die Holzbalken frei. Viele von ihnen waren bereits verfault. Die Stadtverwaltung beschloss, den alten Torturm abzutragen, und beauftragte den Architekten Huang Baoyu, einen neuen zu errichten – aus Stahlbeton und mit dem Erscheinungsbild eines nordchinesischen Palasts. Huang verdiente seinen Lebensunterhalt mit Entwurfstätigkeit und dem Unterrichten von Architektur; ein Jahr zuvor war nach seinem Entwurf das Nationale Palastmuseum eröffnet worden. Gerade die Fähigkeit, einem modernen Tragwerk die traditionelle Form eines Palasts zu geben, führte ihn zu diesem Tor.
Vor dem Umbau sahen sie anders aus. Ende des neunzehnten Jahrhunderts musste Chen Xingju, der erste Präfekt der neuen Verwaltung von Taipeh, für sie ein echtes Verwaltungszentrum schaffen. Zwischen den Handelsvierteln Mengjia und Dadaocheng lagen Felder mit weichem Boden, und für eine Stadtmauer fehlte das Geld. Chen versammelte örtliche Grundbesitzer und Händler und überzeugte sie, für den Bau zu spenden. Die Arbeiten begannen im Jahr achtzehnhundertzweiundachtzig und waren zwei Jahre später abgeschlossen.
Durch diese Tore führte eine Straße nach Xikou (heute Songshan) und weiter in den Nordosten der Insel. Über der Durchfahrt stand „Jingfu-Tor“: „Jingfu“ bedeutet im Altchinesischen großes Wohlergehen. Hinter diesem Wunsch verbarg sich eine ganz und gar militärische Konstruktion. Vor dem Hauptbogen stand eine zusätzliche gebogene Mauer. Ihre Öffnung war zur Seite versetzt, damit jemand, der eingetreten war, nicht geradewegs ins Innere gelangen konnte. Eintretende mussten unter den Mauern abbiegen, wo die Verteidiger Zeit gewannen, die Angreifer aufzuhalten.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ließ die japanische Verwaltung die Stadtmauer und dieses äußere Befestigungswerk für neue Straßen abtragen. Den Turm selbst ließ sie stehen; im Jahr neunzehnhundertfünfunddreißig erklärte man ihn zusammen mit drei anderen erhaltenen Toren zum historischen Denkmal. Der Denkmalstatus bewahrte den alten Aufbau jedoch nicht vor Huang Baoyus Projekt.
Bis zum fünften Oktober neunzehnhundertsechsundsechzig hatten die Bauarbeiter die Arbeiten abgeschlossen. Sie ersetzten den hölzernen oberen Teil durch einen Stahlbetonpavillon, errichteten ein breites Dach mit grünen glasierten Ziegeln und gaben dem Turm die Silhouette eines nordchinesischen Palasts. Von dem unter Chen Xingju errichteten Tor blieb der steinerne Unterbau mit der Bogendurchfahrt erhalten; alles, was sich darüber erhebt, entstand unter Huang Baoyu. Die gebogene Außenmauer, die Eintretende zwang, vor dem zweiten Bogen abzubiegen, gibt es hier nicht mehr.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr, freie Besichtigung von außen; der Zugang ist durch die Verkehrslage rund um die Kreuzung eingeschränkt.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Tor vom Gehweg oder einem anderen sicheren Ort aus. Betreten Sie für eine Frontalaufnahme nicht die Fahrspuren: Der Verkehr um das Bauwerk herum gehört selbst zu seiner heutigen Bedeutung.
