Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Gebäude des Rettungsclubs auf dem nördlichen Kap
- Wandbild über „Wonderland City“ und die Schwimmer
- Sandige Bucht
Die Geschichte des Ortes
Hinter dem Sandstreifen der Bucht beginnt eine Schlucht; einst bot sie Platz für ein Theater mit tausend Sitzplätzen, eine Menagerie, eine Eisenbahn und eine Boxervorstellung. Sie gehörten zu einem großen Vergnügungspark, der sich über die Schlucht, den benachbarten Park und die Ränder der Bucht erstreckte. Auf dem nördlichen Kap steht der Rettungsclub, dessen heutiges Gebäude in den vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet wurde. An der Wand des Clubs sind der verschwundene Park und die Schwimmer dargestellt, und davor liegt noch immer dieselbe sandige Bucht.
Jeden Morgen stieg Bill Stewart, einer der örtlichen Schwimmer, mit einem Bolzenschneider zu den südlichen Klippen von Tamarama hinab. Er durchschnitt den Stacheldraht, um ans Wasser zu gelangen. Die Betreiber spannten den Draht erneut, riefen die Polizei, die Schwimmer wurden verwarnt – und Stewart kam im Morgengrauen wieder.
Den Zaun hatte William Anderson errichtet, ein Theaterunternehmer, der mit tourenden Melodramen Geld verdiente und zwei Theatertruppen unterhielt. Am ersten Dezember neunzehnhundertsechs eröffnete er hier „Wonderland City“: Die kostenpflichtige Vergnügungsstadt nahm den Park, die Schlucht und die Ränder der Bucht ein. Anderson behauptete, zwanzigtausend Pfund darin investiert zu haben. In der Schlucht fanden ein Theater für tausend Zuschauer, eine Menagerie, eine Eisenbahn und eine Boxershow Platz, bei der Besuchern fünf Pfund versprochen wurden, wenn sie gegen einen Kraftmenschen fünfzehn Minuten durchhielten.
Ein Teil des Publikums umging die Kassen am Ufer entlang. Anderson schützte seine Einnahmen: Ein fast zweieinhalb Meter hoher Drahtzaun verlief über die Klippen und den Sand, von einem Rand der Bucht bis zum anderen. Beim Kauf des Landes war außerhalb seines Grundstücks jedoch ein zwölf Fuß breiter Streifen – etwa dreieinhalb Meter – eigens für den freien Zugang zum Strand freigelassen worden. Auch diesen versperrte der Zaun.
Der spätere Vorsitzende des örtlichen Rettungsclubs, George Blackburn Philip, wollte hier jeden Tag schwimmen. Zunächst kroch er unter dem Draht hindurch. Als der Wächter ihn erwischte, vereinbarte Philip mit ihm, ihm vom Kiosk Tee zum Haupttor zu bringen; dafür ließ der Wächter ihn zum Wasser durch. Seine Gefährten schnitten den Zaun weiterhin auf. An den Wochenenden stellte Anderson ihn wieder her, die Polizei kam zurück, und die Schwimmer griffen erneut zu den Bolzenschneidern.
Dann schickten sie eine Delegation zum Parliament of New South Wales. Am sechsten März neunzehnhundertsieben ordnete der Lands Minister James Ashton an, den Küstenstreifen zurückzugeben, um, wie er es formulierte, den freien Zugang zum Strand in der Bucht von Tamarama für immer zu gewährleisten. Am siebzehnten April wurde der Strand offiziell zur öffentlichen Erholung bestimmt. Die Beteiligten des Streits bildeten den Kern des Tamarama Surf Life Saving Club: Nachdem sie den Zugang zum Wasser durchgesetzt hatten, übernahmen sie den Schutz derjenigen, die hier schwimmen würden.
Der Skandal um den Zaun schadete dem Ruf des Parks. Anderson engagierte immer gewagtere Künstler, doch das Publikum wurde weniger. Im Jahr neunzehnhundertelf schloss „Wonderland City“ und brachte seinen Besitzer beinahe um sein Vermögen.
Attraktionen und Draht gibt es in der Bucht nicht mehr. Auf dem nördlichen Kap steht das heutige Gebäude des Tamarama Surf Life Saving Club, das erst in den vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet wurde. An seiner Wand befindet sich ein Wandbild über „Wonderland City“ und die Schwimmer, die den schmalen Streifen vor dem kostenpflichtigen Park in einen freien Zugang zum Meer verwandelten.
Praktisch vor Ort
Beurteilen Sie die Kraft des Wassers nicht nach der Größe des Strandes und betreten Sie keine nassen Felsen. Beachten Sie zum Schwimmen die aktuellen Warnungen und bleiben Sie im überwachten Bereich.
