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Worauf achten
- Altar
- Kreuzgang
- Eingang zur Krypta
- Schulräume
Die Geschichte des Ortes
Das Convento de San Felipe Neri wird gewöhnlich als Kloster bezeichnet, obwohl seine ersten Bewohner keine Mönche waren. Hier lebten Oratorianer – Priester, die Laien zum Gebet, zu Gesprächen und zur Beichte zusammenführten. Die Gemeinschaft erhielt den Namen Filippo Neri, eines florentinischen Priesters des sechzehnten Jahrhunderts, der in Rom das erste Oratorium gründete. Im Jahr eintausendsiebenhundertvierundneunzig gründete Erzbischof José Antonio de San Alberto eine solche Gemeinschaft in Sucre (historisch La Plata), bezahlte die Anreise der ersten Priester aus Lima und anschließend den Bau dieser Kirche und des Kreuzgangs.
Gerade die Bestimmung des Oratoriums erklärt, warum Ramón García de León y Pizarro, der ehemalige Präsident der Real Audiencia de Charcas, hierherkam. Nach seiner Absetzung im Mai eintausendachthundertneun verließ er die Stadt nicht. Sechs Jahre später, als Militärabteilungen die hiesige Herrschaft erneut wechselten, suchte Ramón García de León y Pizarro im Convento de San Felipe Neri die Abgeschiedenheit. Mehr als sieben Monate lebte er unter den Oratorianern, beichtete regelmäßig und empfing die Kommunion. Der Mann, der früher das gesamte Gebiet Charcas verwaltet hatte, war nun davon abhängig, ob man ihm erlaubte, im kirchlichen Haus zu bleiben.
Am vierten Dezember eintausendachthundertfünfzehn holte man Ramón García de León y Pizarro krank von hier fort. Bekannt sind die Ereignisse aus der Erklärung seines Sohnes Rafael, der beim Stadtrat eine Anerkennung dafür anstrebte, wie man seinen Vater behandelt hatte. Seinen Worten zufolge zerrten Soldaten Ramón García de León y Pizarro aus dem Bett und sperrten ihn im Pferdestall der früheren Präsidentenresidenz am Hauptplatz ein – genau in jenem Gebäude, in dem er einst mehr als zwölf Jahre gearbeitet hatte. Man teilte ihm seine Verbannung mit und bereitete ihm den Weg zu Fuß vor, ohne Bett und ohne Dienerschaft.
Die Freilassung kostete den Vater, wie Rafael behauptete, zweitausend Pesos und einen kostbaren Degen. Ramón García de León y Pizarro hatte nicht mehr genug Bargeld und deckte deshalb den größten Teil der Summe mit Schmuckstücken. Nach der Zahlung kehrte er ins Convento de San Felipe Neri zurück. Keine vollen zwei Tage später fand man ihn tot am Altar, an dem er während seines siebenmonatigen Zufluchtsaufenthalts gebetet hatte.
Der Sohn brachte den Tod mit der Verhaftung und der Demütigung in Verbindung; dies ist ein Familienzeugnis, das zur Verteidigung des Verstorbenen geschrieben wurde. Die weitere Entwicklung bestätigt ein separates Dokument: Am siebten Dezember trug ein Diener des Oratoriums in das Begräbnisbuch ein, dass der Leichnam des ehemaligen Präsidenten in die hiesige unterirdische Grabkammer gelegt wurde.
Im Kreuzgang lernt heute das Mädchenkolleg Colegio María Auxiliadora, die Kirche empfängt Gläubige, und einen Teil der Räume öffnet man als Museum. Darunter befindet sich weiterhin das Grab von Ramón García de León y Pizarro: Vom Altar, an dem man ihn am sechsten Dezember fand, brachte man den Leichnam nur in die Krypta desselben Convento de San Felipe Neri.
Praktisch vor Ort
Mo–Sa 14:30–17:30 laut dem örtlichen Tourismusportal; der Zugang wird über das weiterhin betriebene Colegio María Auxiliadora organisiert und kann sich ändern.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Zugang ins Innere ist mit der weiterhin betriebenen Schule verbunden; planen Sie deshalb den Besuch und den Aufstieg auf die Terrasse getrennt. Versuchen Sie nicht, ohne Erlaubnis durch die Unterrichtsräume zu gehen.
