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Kuibyschew-Platz und Opern- und Balletttheater

Площадь Куйбышева; Самарский театр оперы и балета

Die letzte Station zeigt, wie evakuierte Musiker unter Papiermangel, fehlenden Kopisten und sogar dem Mangel an einem Teil für eine Trommel eine Premiere vorbereiteten.

18 Min.
Der Kuibyschew-Platz in Samara mit Blick auf das Opern- und Balletttheater.
Vyacheslav Bukharov · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Theaterfassade
  • Theaterkolonnade
  • Denkmal für Walerian Kuibyschew
  • Umschlag des Programmhefts der ersten Premiere

Die Geschichte des Ortes

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Im Herbst neunzehnhunderteinundvierzig verlor die Samaraer Operntruppe dieses Gebäude. Der Kuibyschew-Kulturpalast am Kuibyschew-Platz war erst drei Jahre zuvor für sie errichtet worden, doch nun überließ man ihn dem aus Moskau evakuierten Bolschoi-Theater. Die Samaraer Künstler verteilten sich auf Kulturhäuser und Militäreinheiten, während auf ihrer Bühne Moskauer Opern und Ballette zu sehen waren.

Zusammen mit seiner Familie evakuierte man den Komponisten Dmitri Schostakowitsch nach Kuibyschew. Im belagerten Leningrad hatte er drei Sätze der Siebten Symphonie schreiben können; hier sollte er das Finale vollenden. Zunächst lebten die Schostakowitschs in einem Schulklassenzimmer mit beinahe zwei Dutzend Künstlern des Bolschoi-Theaters. Die Familie erhielt einen Platz am Fenster, der Sohn des Komponisten erkrankte. Später bekam sie eine Zweizimmerwohnung unweit des Platzes, und dort vollendete Schostakowitsch die Partitur.

Die erste Aufführung fand noch statt, bevor die Symphonie auf dieser Bühne erklang. Schostakowitsch und der Pianist Lew Oborin spielten die Symphonie vierhändig auf einem geliehenen Klavier im Zimmer einer Orchestermusikerin. Eine Etage tiefer wohnte der Dirigent des Bolschoi-Theaters, Samuil Samossud. Er kam wegen der Musik herauf und blieb schweigend in der Tür stehen. Danach übernahm Samossud die Vorbereitung der Orchesterpremiere.

Eine fertige Partitur genügte dafür nicht: Jeder Musiker brauchte eine eigene Stimme. In Kuibyschew gab es weder Notenpapier noch genügend Kopisten. Das Papier wurde mit einem Spezialflugzeug aus Moskau geschickt, und die Künstler des Bolschoi-Theaters schrieben ihre Stimmen selbst ab. Für die kleine Trommel fehlte eine Saite, die unter dem Fell gespannt wird. Ein Instrumentenbauer ersetzte sie durch die Spirale eines Elektrokochers.

Am fünften März neunzehnhundertzwei spielte das Orchester des Bolschoi-Theaters unter der Leitung von Samossud die Siebte Symphonie in diesem Gebäude erstmals vor Publikum. Das Allunionsradio übertrug das Konzert. Schostakowitsch saß in den ersten Reihen; als der Saal aufstand, versuchte er mit unbeholfenen Handbewegungen den Applaus zu stoppen, doch man führte ihn dennoch auf die Bühne. Den Musikern schenkte der Komponist Programmhefte mit dankenden Widmungen für die gemeinsame Arbeit.

Schon am nächsten Tag schickte man Fotonegative des Manuskripts in das Vereinigte Königreich und in die Vereinigten Staaten. Im März wurde die Symphonie in Moskau aufgeführt, im Juni in London, im Juli in New York und am neunten August im blockierten Leningrad. Für Samossud und das evakuierte Orchester wurde das Kuibyschewer Konzert zum Beginn der weltweiten Geschichte eines Werks, das sie auf mit dem Flugzeug geschicktem Papier und mit einem Teil eines Elektrokochers in der Trommel vorbereitet hatten.

Auf dem Umschlag jenes ersten Programmhefts waren der Name des Bolschoi-Theaters und der Name Samuil Samossuds groß gedruckt. Die Adresse stand unten in kleiner Schrift: „Kuibyschew-Kulturpalast. Stadt Kuibyschew“.

Beide Aufschriften bezogen sich auf Walerian Kuibyschew, den bolschewistischen Führer, der im Jahr neunzehnhundertsiebzehn das von den Samaraer Sowjets geschaffene Revolutionskomitee leitete und anschließend das Samaraer Gouvernementsexekutivkomitee. Später wurde er Vorsitzender der Staatlichen Plankommission. Zwei Tage nach seinem Tod im Januar neunzehnhundertfünfunddreißig nannte man Samara in Kuibyschew um; im selben Jahr erhielt der Platz seinen Namen. Die Stadt erhielt im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig wieder den Namen Samara, doch der Platz behielt Kuibyschews Namen und das vor dem Theater errichtete Denkmal.

Seit März zweitausendzweiundzwanzig trägt das Theater offiziell den Namen Samaraer Opern- und Balletttheater Dmitri Schostakowitsch – gerade wegen der ersten Aufführung der Siebten Symphonie in diesem Gebäude. Auf dem Platz blieb Kuibyschew, an der Theaterfassade erschien Schostakowitsch, und in dem Museumsprogrammheft der Weltpremiere stehen ihre Namen weiterhin auf derselben Seite.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen; Theater mit Eintrittskarte

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet. Das Theater arbeitet nach dem Spielplan; die Theaterkasse ist als täglich 10:00–19:00 angegeben, doch Karten und Einlass hängen von den Vorstellungen ab.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Den Platz kann man frei besichtigen, doch für den Besuch des Theaters ist eine separate Eintrittskarte erforderlich. Gehen Sie weit genug vom Gebäude weg, um die Größe des gesamten Ensembles zu erfassen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang am Theater, wo die Geschichte des Kuibyschew der Kriegszeit in einem einzigen Konzertprogramm Platz fand.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das kaufmännische Samara und die Ersatzhauptstadt“ — 8 Stopps, 4 km, 2 Std. 40 Min. ohne Innenbesichtigungen; bis zu 4 Std. mit Kurlina-Villa – Jugendstilmuseum und Stalinbunker.

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