Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzestatue
- Zwei ehemalige Kasernengebäude
- Rechteck des Platzes
Die Geschichte des Ortes
Im Zentrum der Île de Saint-Louis ist das ebene Rechteck eines Platzes bei der ehemaligen Gouverneursresidenz erhalten; an seinen Rändern stehen zwei Kasernengebäude. Sie wurden im Jahr tausendachthundertdreiundvierzig errichtet, und der Platz selbst hieß damals die Savanne. Die Händler wurden von hier näher an Guet Ndar umgesiedelt; der heutige Name Baya Ndar bedeutet auf Wolof „öffentlicher Platz von Ndar“. Die Bronzefigur in der Mitte und die Gebäude an den Rändern markieren noch immer seine Grenzen.
Am zwanzigsten März tausendachthundertsiebenundachtzig wurde hier eine Bronzestatue von Louis Faidherbe enthüllt. Die viertägigen Feierlichkeiten richteten die Kolonial- und die Stadtverwaltung aus, und der ehemalige Gouverneur des Staat Senegal lebte noch. In den Marmor wurde eingemeißelt: „Seinem Gouverneur Louis Faidherbe – der dankbare Senegal.“
Faidherbe war Berufsoffizier; man beauftragte ihn damit, den französischen Handel zu sichern und das kontrollierte Gebiet über die Insel hinaus auszudehnen. Während seiner beiden Amtszeiten als Gouverneur schuf er Truppen und Institutionen, schloss Bündnisse und führte Eroberungskriege. Die Teilnehmer der Zeremonie schrieben ihm die Vereinigung von Handelsstützpunkten und fünfzehn afrikanischen Besitzungen zu einer Kolonie zu. Das Denkmal wurde gebraucht, um diese Version der Ereignisse öffentlich vor den Bewohnern der Hauptstadt zu verankern.
Der Ort war sehr genau gewählt. Das offene Gelände, das zuvor Savanne genannt wurde, lag vor der Gouverneursresidenz zwischen zwei Kasernen, die im Jahr tausendachthundertdreiundvierzig errichtet worden waren. Die Händler hatte man schon im Jahr tausendachthundertdreiundsechzig näher an Guet Ndar umgesiedelt. Nach der Aufstellung der Statue erhielt der frühere Baya Ndar den Namen Faidherbe. Der ehemalige Gouverneur starb zwei Jahre später, doch sein Familienname blieb im Zentrum der Stadt.
Die Stadtbewohner nutzten dieses Rechteck auf ihre eigene Weise. In der Kolonialzeit kamen hier täglich zwischen fünf Uhr abends und der Dämmerung Frauen aus verschiedenen Vierteln zusammen. Sie kamen in Gruppen, den Mbotays, Zusammenschlüssen von Altersgenossinnen aus demselben gesellschaftlichen Umfeld. Sie trugen ihre besten Boubous und Schmuck, manchmal kamen sie in Kutschen. Die Kleidung zeigte den Wohlstand der Familie und die Stellung der Frau selbst: Bekannte, mögliche Heiratskandidaten und Teilnehmerinnen anderer Mbotays sahen die Kleidung. Auch Angestellte zogen sich nach Arbeitsschluss um und gingen spazieren.
Dieses Treffen nannte man Takkusaanu Ndar, den Abendspaziergang von Ndar. Der Platz eignete sich dafür, weil sich hier die Wege zwischen dem nördlichen Lodo und dem südlichen Sindone, der Insel, Guet Ndar und Sor auf dem Festland kreuzten. Die Menschen blieben stehen, tauschten Neuigkeiten aus, lernten einander kennen, hörten Musik am Kiosk und setzten dann ihren Weg fort. Der Militärplatz wurde zu einem täglichen Treffpunkt der Stadt.
Heute lautet der offizielle Name Baya Ndar: „baya“ bedeutet auf Wolof öffentlicher Platz, und Ndar ist der Name der Stadt. Auf Plakaten für das Jazzfestival und für Festumzüge wird oft die Erläuterung „ehemaliger Place Faidherbe“ hinzugefügt. Takkusaanu Ndar wird heute als Kulturparade nachgestellt: Die Teilnehmer ziehen über die Insel und versammeln sich wieder hier, zwischen den beiden ehemaligen Kasernen.
Praktisch vor Ort
als Stadtplatz geöffnet; Erinnerungsobjekte und Tafeln können sich ändern
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Platz ist zur Besichtigung geöffnet, doch beachten Sie den Verkehr und mögliche städtische Veranstaltungen.
