Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Blaues Metallgerüst
- Glasfelder
- Spazierflügel
- Theatersaal
Die Geschichte des Ortes
Der Direktor der Verwaltung der Kaukasischen Mineralwässer, Wladimir Chwoschtschinski, bestellte diesen Pavillon, damit sich die Kurgäste nicht auf die Behandlung allein beschränkten. Das blaue Metallgerüst und die Glasfelder verbinden den Spazierflügel mit dem Theatersaal. Wegen der Rohre von den Bädern und des instabilen Bodens verzögerten sich die Arbeiten. Den Namen Lermontow erhielt die Galerie zum Gedenken an den Dichter, dessen Leben in einem Duell am Maschuk endete.
Am einunddreißigsten August neunzehnhundertdreiundzwanzig tanzte Isadora Duncan auf dieser Bühne – eine amerikanische Künstlerin, die die Ballettspitzenschuhe durch die freie Bewegung nackter Füße ersetzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihre Moskauer Schule die staatliche Finanzierung verloren. Im Internat blieben vierzig Schülerinnen; um sie zu ernähren und den Unterricht fortzusetzen, gab Duncan bezahlte Vorstellungen und ging auf Tournee.
In den Kaukasus reiste sie gemeinsam mit ihrer Adoptivtochter Irma. Isadoras Mann, der Dichter Sergej Jessenin, versprach, einige Tage später nachzukommen. Sie wartete auf ihn und hoffte, ihm Pjatigorsk zeigen zu können: Jessenin schätzte Michail Lermontow sehr. Doch aus Moskau kam die Nachricht, der Dichter sei mit den Angelegenheiten einer neuen Zeitschrift beschäftigt. Tatsächlich hatte er bereits beschlossen, seine Frau zu verlassen.
Duncan kam trotzdem vorab hierher, besuchte die Lermontow-Orte und bereitete für den Abend in Pjatigorsk einen eigenen Tanz zum Gedenken an den Dichter zu Schuberts „Unvollendeter Sinfonie“ vor. Mit ihren Bewegungen vermittelte sie die tödliche Verwundung und den Versuch, sich daraus zu befreien. Augenzeugen erinnerten sich daran, wie die Tänzerin zwischen den Rändern der Bühne hin und her stürmte. Für das Publikum, das wusste, dass Lermontow am Maschuk getötet worden war, brauchte die Bedeutung keine Worte. Die Nummer hatte einen gewaltigen Erfolg.
Lermontow selbst sah diese Galerie nicht. Sie wurde sechzig Jahre nach seinem Tod errichtet. Der Direktor der Verwaltung der Kaukasischen Mineralwässer, Wladimir Chwoschtschinski, wollte die Kurgäste in Pjatigorsk nicht allein durch Behandlungen halten: Sie brauchten Konzerte, Aufführungen, Bälle und einen überdachten Ort für Spaziergänge bei schlechtem Wetter. Er bestellte einen Pavillon aus Eisen und Glas mit einem Spazierflügel und einem Theatersaal. Rohre von den Bädern und instabiler Boden behinderten die Bauarbeiter, deshalb musste die Eröffnung verschoben werden. Chwoschtschinski setzte den neuen Termin auf den Jahrestag des Todes von Michail Lermontow – einem Dichter und Offizier, der die letzten Monate seines Lebens in Pjatigorsk verbracht hatte und hier in einem Duell ums Leben kam. Zugleich erhielt die Galerie seinen Namen.
Zweiundzwanzig Jahre später machte Duncan aus diesem Gedenknamen den Inhalt ihrer Aufführung. Für sie endete der Abend mit Applaus, doch die Fahrten zum Bahnhof in Erwartung Jessenins waren vergeblich. Vor ihrer Abreise aus dem Kaukasus erhielt sie von ihm ein Telegramm über die Trennung und setzte ihre Tournee allein fort.
Das blaue Metallgerüst hat sich kaum verändert, und im Inneren finden weiterhin Konzerte und Ausstellungen statt. Der Tanz selbst wurde nicht gefilmt. Erhalten blieb ein Plakat mit dem Datum von Isadora Duncans Auftritt – heute wird es in den Magazinen des Theatermuseums der Philharmonie aufbewahrt.
Praktisch vor Ort
Die Außenbesichtigung ist frei. Innenzugang gemäß Programm und mit Eintrittskarte der Philharmonie; es gibt keine feste Regelung für eine freie Besichtigung des Saals.
Geprüft: 12. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für die Erzählung genügt die Besichtigung der Fassade. Rechnen Sie nicht mit freiem Eintritt: Der Zugang ins Innere kann vom Programm und den laufenden Veranstaltungen abhängen.
