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Worauf achten
- Speisesaal der Schwestern
- Klosterküche
- Überdachte Galerie der Franziskaner
- Marienkapelle
Die Geschichte des Ortes
An der Moldau ist ein Teil eines mittelalterlichen Komplexes mit einem Frauenkloster, einer Kirche, einem Hospital für Kranke und Räumen für Franziskanerbrüder erhalten. Sichtbar sind der Speisesaal der Schwestern, die Klosterküche und Fragmente einer überdachten Galerie; der Hospitalbau ist verloren. In diesen Sälen befindet sich heute die Sammlung mittelalterlicher Kunst der Nationalgalerie Prag.
Im Mai eintausendzweihundertfünfunddreißig ordnete Papst Gregor IX. an, einer Frauengemeinschaft hinter diesen Mauern ein Hospital samt allen seinen Einkünften zu übertragen. Für ein mittelalterliches Kloster bedeutete eine solche Zuwendung verlässliche Nahrung, Land und Geld. Die Äbtissin Agnes von Böhmen begann, die Aufhebung der päpstlichen Entscheidung zu erwirken.
Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Přemysl Otakar I. In ihrer Kindheit bezogen Verwandte sie mehrmals in Verhandlungen über dynastische Ehen ein; ihr letzter vorgesehener Bräutigam war Kaiser Friedrich II. Agnes erhielt die Zustimmung des Papstes, die Ehe abzulehnen, und verwendete ihre Mitgift für den Bau hier an der Moldau. Auf dem Land, das ihr Bruder, König Wenzel I., geschenkt hatte, entstanden ein Hospital für Arme und Kranke, die St.-Franziskus-Kirche, ein Frauenkloster und Räume für Franziskanerbrüder.
Im Jahr eintausendzweihundertvierunddreißig trat Agnes in das von ihr gegründete Kloster ein und wurde dessen Äbtissin. Die Frauengemeinschaft folgte dem Beispiel von Klara von Assisi, der Leiterin von Schwestern, die beschlossen hatten, ohne persönliches und gemeinschaftliches Eigentum zu leben. Später nannte man sie Klarissen.
Agnes trennte die beiden Einrichtungen von vornherein. Das Hospital erhielt Land und ein dauerhaftes Einkommen: Die Kranken mussten jeden Tag versorgt werden. Dem Kloster ließ sie nichts. Die Schwestern lebten in Klausur, konnten nicht selbst durch die Stadt gehen, um Almosen zu erbitten, und waren auf Spenden der Prager und die Hilfe der Franziskaner angewiesen. Agnes gründete das Hospital, konnte seine Krankensäle jedoch nicht persönlich aufsuchen. Um die Kranken kümmerten sich Laien und Brüder; aus dieser Bruderschaft gingen später die Kreuzherren mit dem Roten Stern hervor.
Gregor IX. hielt diese Regelung für zu gefährlich. Falls die Spenden ausblieben, müsste die Kirche die hungernden Nonnen versorgen. Deshalb fügte er die Einkünfte des Hospitals dem Kloster hinzu. Für Agnes zerstörte das die von ihr gewählte Lebensweise: Armut war hier eine verbindliche Regel, nicht ein vorübergehender Geldmangel.
Sie schrieb Klara von Assisi. Agnes' eigene Briefe sind verloren, doch vier Antworten Klaras sind erhalten. Klara riet ihr, nicht nachzugeben und einflussreiche Vermittler zu suchen. Daraufhin zog Agnes ihren Bruder Wenzel I. hinzu. Der böhmische König wandte sich an den Papst, und Gregor benötigte damals seine Unterstützung im Konflikt mit Kaiser Friedrich II. Im Jahr eintausendzweihundertachtunddreißig stellte der Papst den Prager Schwestern das „Privileg der Armut“ aus – das offizielle Recht, keine Ländereien und keinen dauerhaften Unterhalt anzunehmen. Das Hospital behielt seine getrennte Wirtschaft, und das Kloster lebte weiterhin von Gaben.
Agnes blieb hier bis zu ihrem Tod im Jahr eintausendzweihundertzweiundachtzig. Der Komplex trägt den Namen seiner Gründerin; die katholische Kirche sprach sie erst im Jahr eintausendneunhundertneunundachtzig heilig. Heute befindet sich in den erhaltenen Räumen die Sammlung mittelalterlicher Kunst der Nationalgalerie Prag. Erhalten sind der Speisesaal der Schwestern, die Klosterküche und Teile der überdachten Galerie der Franziskaner. Das Hospitalgebäude ist verschwunden.
Agnes wurde in der Marienkapelle des Klosters bestattet. Nach späterer Überlieferung brachten die Schwestern ihre sterblichen Überreste vor den Hussitenkriegen in ein Versteck. Wohin genau, ist unbekannt. Archäologen fanden das für Agnes bestimmte Grab leer.
Praktisch vor Ort
Museum Di–So 10:00–18:00, Mo geschlossen; der Garten hat saisonale Öffnungszeiten.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Komplex ist mit einem Museumsbesuch verbunden, doch sein räumlicher Charakter ist auch in den Höfen spürbar. Bewahren Sie die Ruhe und gehen Sie nicht hastig über die Übergänge mit unebenem Belag.
