Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ikonostase
- Ikone des Erzengels Michail auf einem weißen Pferd
- Inschrift auf dem unteren Rand der Ikone
Die Geschichte des Ortes
Der kleine hölzerne Blockbau steht hier nicht an seinem heimischen Seeufer: Er wurde aus Lelikosero hergebracht und auf der Insel wieder aufgebaut, zweiunddreißig Kilometer vom früheren Dorf entfernt. Im Inneren nimmt eine Ikonostase mit dem Bild des Erzengels Michail auf einem weißen Pferd die Hauptwand ein. Solche Kapellen dienten den Nachbarn als Gebetshäuser, wenn die Pfarrkirche weit entfernt war und es keinen ständigen Priester gab. Hier las man das Stundenbuch und hielt Bittgottesdienste sowie Totenoffizien ab, doch ohne Altar feierte man keine Liturgien und keine Trauungen.
Im Jahr eintausendsechshunderteinundsiebzig erschien das Dorf Lelikosero noch nicht in den erhaltenen Dokumenten. Sieben Jahre später werden Schreiber es als „neue Ansiedlung“ bezeichnen – als eine kürzlich gegründete Siedlung. Doch am zweiten Mai eintausendsechshunderteinundsiebzig wurde für die örtliche Kapelle bereits eine Kirchenikone gemalt. Auf ihrem unteren Rand steht: Den Auftrag erteilte Timofej Larionow mit seinen Brüdern und Nachbarn.
Larionows Amt wird in der Inschrift nicht genannt. Er handelt im Namen der Bewohner, die einen eigenen Ort für das gemeinsame Gebet brauchten. In den nördlichen Siedlungen konnte die Pfarrkirche weit entfernt sein, und in der Kapelle gab es keinen ständigen Priester. Die Bewohner wählten einen Ältesten, übergaben ihm den Schlüssel, versammelten sich an Sonntagen und Feiertagen vor der Ikonostase und lasen das Stundenbuch. Zu besonderen Tagen kam ein Priester. Einen Altar gab es hier nicht, daher wurden keine Liturgie und keine Trauungen gefeiert; die Kapelle diente den Bittgottesdiensten, den Totenoffizien und dem täglichen Gebet der Nachbarn.
Die von Larionow bestellte Ikone erklärt die Weihe der Kapelle. Erzengel Michail als Archistratigos ist der Anführer des himmlischen Heeres. Hier wurde er als rotgesichtiger Reiter auf einem weißen Pferd mit roten Flügeln dargestellt. In seiner Hand hält er ein Kreuz und einen Speer, unten liegt der besiegte Satan, und ringsum sind sechzehn Szenen seiner Taten angeordnet. Für die Bewohner von Lelikosero war Michail der himmlische Beschützer der neuen Gemeinschaft. Der einundzwanzigste November, sein Gedenktag, wurde zum Patronatsfest des Dorfes.
Die Ikone verschaffte den Forschern eine seltene Genauigkeit: Anhand ihrer ließ sich feststellen, dass der älteste Teil des Blockbaus bereits im Jahr eintausendsechshunderteinundsiebzig bestand. Die Namen der Zimmerleute sind nicht erhalten, doch der Auftraggeber und seine Nachbarn hinterließen das Datum direkt im Inneren ihres errichteten Gebetshauses.
Im Jahr eintausendneunhunderteinundsechzig nahmen Museumsrestauratoren die Kapelle in Lelikosero auseinander, brachten sie nach Kischi und bauten sie dort wieder auf. Nun steht sie zweiunddreißig Kilometer vom früheren Dorf entfernt. Die genaue Gestaltung des alten Innenraums wurde vor dem Abbau von niemandem festgehalten, deshalb stellten Museumsmitarbeiter ihn später nach Analogien zu anderen Kapellen in Zaoneschje wieder her. Die Kirchenikone wurde an ihren ursprünglichen Platz in der unteren Reihe der Ikonostase zurückgebracht. Auf dem nach Kischi übertragenen Bild sind weiterhin Timofej Larionow, seine Brüder und Nachbarn genannt – die Menschen, durch die das neue Dorf eine Kapelle des Erzengels Michail erhielt.
Praktisch vor Ort
Das Museumsgelände ist ganzjährig geöffnet: 01.11–30.04 10:00–16:00; 01.05–11.05 10:00–18:00; 12.05–31.08 08:00–19:00; 01.09–30.09 10:00–17:00; 01.10–31.10 10:00–16:00. Besichtigung von außen während der Öffnungszeiten des Geländes; Innenraum und Vorführung des Ikonen-„Himmels“ hängen vom Programm, dem Zustand des Objekts und der Museumsgenehmigung ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Ikonostase und der „Himmel“ sind nur bei zugänglichem Innenraum sichtbar. Bewegen Sie sich im Inneren vorsichtig und berühren Sie weder Wände, Tjablo-Balken noch Malereien.
