Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Frauenmasken an der Fassade
- Schmiedeeiserne Tore
- Fahnenmasten
- Altes Parkett im Musikzimmer
Die Geschichte des Ortes
Als die Familie Gribushin die Hauptgeschäftsstelle ihres Teehandelsunternehmens von Kungur nach Stadt Perm verlegte, kaufte sie dort ein Anwesen. Die Holzkonstruktion des Hauses war mit Ziegeln verkleidet, und beim Umbau entstanden Räume für Empfänge und eine Stuckfassade. Die Frauengesichter an den Wänden sind aus jener Zeit erhalten, die Tore und Fahnenmasten wurden später nach Zeichnungen des Architekten wiederhergestellt. Heute ist hier ein Forschungszentrum untergebracht, und im Musikzimmer trifft man sich zu Vorträgen und Kammerkonzerten.
Im Jahr neunzehnhundertsiebenundachtzig suchte der Chemiker Juri Kljatschkin ein Gebäude für das von ihm geschaffene Föderale Forschungszentrum Perm der Ural-Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Das frei gewordene Herrenhaus an der Lenin-Straße lehnte er zunächst ab. Fünfundsechzig Jahre lang hatte sich hier ein Kinderkrankenhaus befunden; nach dessen Umzug schätzten Fachleute den Verschleiß des Gebäudes auf fast neunzig Prozent. Kljatschkin brauchte Arbeitszimmer für Wissenschaftler, doch man bot ihm ein Haus mit verfaulten Zwischendecken und bröckelndem Stuck an. Dann erfuhr er, dass das Herrenhaus abgerissen werden sollte, und änderte seine Entscheidung.
Zu retten war ein Haus, das den Namen von Sergej Michailowitsch Gribushin trug, dem Leiter eines Familienunternehmens im Teehandel. Das Gebäude selbst stand hier mindestens seit den achtzehnhundertsechziger Jahren. Im Jahr neunzehnhundertvier kaufte Sergej das Anwesen für seine Mutter, Antonina Iwanowna Gribushina. Die Familie verlegte gerade ihre Hauptgeschäftsstelle von Kungur in die Stadt Perm, die Hauptstadt des Gouvernements. Die Gribushins beauftragten den Architekten Alexander Turtschewitsch, das alte, mit Ziegeln verkleidete Holzhaus grundlegend umzubauen. Damals entstanden die repräsentativen Räume, der reiche Stuck und die Fassade mit Frauenmasken. Nach dem Tod von Antonina Iwanowna erbte Sergej das Herrenhaus, und sein Familienname blieb mit dem Gebäude verbunden.
Kljatschkin nahm dieses fast unbrauchbare Haus für das Forschungszentrum an und wählte gemeinsam mit dem Restaurierungsarchitekten German Kantorowitsch eine Wiederherstellung eins zu eins. Die Arbeiten begannen im November neunzehnhundertsiebenundachtzig. Aus den Kellern, die als Kartoffellager dienten, brachte man mehrere Lastwagenladungen fauler Kartoffeln fort. Fünfundachtzig Prozent der hölzernen Zwischendecken mussten ersetzt werden. Die Hälfte des inneren Gipsschmucks war verloren, die erhaltenen Details waren unter Schichten von Farbe und Ruß verborgen. Die alten Kronleuchter waren ausnahmslos verschwunden.
Die künftigen Nutzer des Hauses setzten ihr eigenes Fachwissen ein. Mitarbeiter des Instituts für Technische Chemie stellten eine spezielle Abbeize zum Freilegen des Deckenstucks her, und am Polytechnischen Institut Perm entwickelte man eine Mischung zur Wiederherstellung der Gipsschmuckelemente. Handwerker formten Girlanden, Maskarone und Figuren neu; die Türgriffe wurden nach zwei erhaltenen Vorbildern gefertigt. Die Hauptarbeiten waren bis zum Jahr neunzehnhundertzweiundneunzig abgeschlossen, später stellte man nach Turtschewitschs Zeichnungen die schmiedeeisernen Tore und Fahnenmasten wieder her.
Kljatschkin erhielt das Gebäude für das von ihm geschaffene Forschungszentrum, und das Herrenhaus blieb erhalten. Heute befindet sich hinter den wiederhergestellten Toren das Hauptgebäude des Föderalen Forschungszentrums Perm der Ural-Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Im Musikzimmer finden wissenschaftliche Vorträge und Kammerkonzerte statt. Nur hier ist das Parkett aus erhaltenen alten Fragmenten zusammengesetzt; für die übrigen Räume musste der Fußboden neu angefertigt werden.
Praktisch vor Ort
Das Gebäude wird von einer wissenschaftlichen Organisation genutzt; die Route ist für eine Außenbesichtigung ausgelegt, Zugang zum Inneren ist nur bei einzelnen Veranstaltungen oder mit Genehmigung möglich.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Gebäude wird von einer wissenschaftlichen Einrichtung genutzt, rechnen Sie daher vor allem mit einer Außenbesichtigung. Halten Sie die Verbindung zum Roman von Pasternak nicht für eine bewiesene Tatsache – sie ist eine hartnäckige örtliche Version.
