Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rosa-weiße Fassade
- Geländer auf dem Dach
- Monogramme am Geländer
- Hundnischen
Die Geschichte des Ortes
Auf der runden Plattform über der Kuppel der Amalienburg wartete Maria Amalia, bis die Fasane über die Bäume stiegen. Von hier aus schossen sie und ihr Mann mit Gewehren auf die Vögel. An der rosa-weißen Fassade ist kaum zu erkennen, dass das durchbrochene Geländer auf dem Dach einen Schießstand umgibt.
Maria Amalia, die Frau des Kurfürsten Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.), war eine leidenschaftliche Jägerin und ging dieser Leidenschaft weit über München hinaus nach. Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.) wollte ihr in der Nähe der Sommerresidenz ein Jagdhaus einrichten. Im Jahr eintausendsiebenhundertvierunddreißig beauftragte er den Hofarchitekten François de Cuvilliés, einen Pavillon zu bauen, der auf ihre Beschäftigung zugeschnitten war. Fünf Jahre später erhielt Maria Amalia ihr eigenes kleines Schloss, das nach ihr benannt wurde – die Amalienburg.
Für sie wählte man eine Lichtung im Fasanengarten. Die Vögel wurden im Voraus für die höfische Jagd gezüchtet. Am festgesetzten Tag trieben Treiber und Hunde sie zum Pavillon, und gespannte Tücher zwangen die Fasane, vor dem Dach aufzufliegen. Auf der Plattform reichte man Maria Amalia geladene Gewehre: Jedes erlaubte einen Schuss. Nach Aufzeichnungen von Hofgästen schoss sie hier zusammen mit ihrem Mann und oft auch ohne ihn. Man suchte die Beute nicht im Wald – man trieb sie genau zu der Stelle, an der die Kurfürstin wartete.
Cuvilliés brachte unter einem Dach alles unter, was die Jagd fortsetzte. Im Hundezimmer richtete man niedrige Nischen für die Jagdhunde ein und darüber Einbauschränke für Gewehre und Ausrüstung. Daneben befanden sich eine Garderobe und ein Ruheraum. Nach dem Schießen gingen die Höflinge in den runden Spiegelsaal: Dort ruhten sie sich aus, hörten Musik und veranstalteten Feste. Das Essen wurde gleich dort in der eigenen Küche zubereitet, sodass die Gesellschaft nicht ins Hauptschloss zurückkehren musste.
Die Treppe, über die man zur Schießplattform hinaufstieg, ist verschwunden. Erhalten geblieben sind die Plattform selbst, ihr Geländer mit den Monogrammen von Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.) und Maria Amalia, die Waffenschränke und die Hundnischen darunter.
Praktisch vor Ort
Die Amalienburg ist vom 1. April bis 15. Oktober täglich von 9:00–18:00 geöffnet, im Winter geschlossen. Letzter Einlass und Ticketverkauf sind 30 Minuten vor Schließung. Der Zutritt ist mit einer Eintrittskarte für die Parkpavillons oder mit einer Gesamtkarte für Nymphenburg möglich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade und die Jagdembleme sind ohne Eintritt zu sehen. Der Spiegelsaal, die Prunkküche und das Hundezimmer liegen im Inneren; konzentrieren Sie sich daher bei geschlossenem Pavillon auf seinen kompakten Maßstab und den Außendekor.
