Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Kuppel des Pavillons
- Das runde Wandbild mit Gagarin und der Taube
- Raumfahrzeuge
- Der große Ausstellungssaal
Die Geschichte des Ortes
Der riesige Saal unter der Kuppel war ursprünglich für landwirtschaftliche Maschinen vorgesehen, die viel Platz und Höhe benötigten. Später erschienen neben ihnen Satelliten, Triebwerke und Teile von Orbitalschiffen: Der Ausstellungspavillon erhielt einen kosmischen Inhalt. Jetzt sind hier wieder die Apparate des Zentrums „Kosmonautik und Luftfahrt“ versammelt, und über ihnen hängt eine kreisförmige Tafel mit dem Gesicht des ersten Kosmonauten und einer weißen Taube.
Am vierzehnten Dezember neunzehnhunderteinundneunzig veranstalteten die jungen Moskauer Unternehmer Iwan Salmaksow und Jewgeni Birman hier den ersten großen Rave Moskaus – eine nächtliche Tanzparty mit elektronischer Musik. Sie verdienten ihr Geld mit der Organisation von Veranstaltungen für Ausländer, wollten die neue Clubkultur nun aber aus engen Wohnungen und Kulturhäusern herausführen. Dafür luden sie Petersburger Künstler, Musiker und DJs ein und erfanden den Namen „Gagarin-Party“.
Den Ort wählten sie wegen seines eigentlichen Zwecks. Der Pavillon war gebaut worden, um landwirtschaftliche Maschinen zu zeigen, deshalb hatten darin große Mechanismen Platz. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundsechzig stellten die Organisatoren der Ausstellung einen Teil des riesigen Saals der Ausstellung „Kosmos“ zur Verfügung: Sie platzierten Satelliten, Triebwerke und Teile von Orbitalschiffen, und später hängten sie unter der Kuppel ein rundes Porträt des ersten Kosmonauten Juri Gagarin mit einer weißen Taube auf. Zu Beginn der neunziger Jahre war dies noch ein funktionierendes Museum. Getanzt werden sollte zwischen den Sockeln mit Weltraumtechnik.
Die Organisatoren rechneten mit einer ungewöhnlichen Party, hatten sich aber auf ein solches Ergebnis nicht vorbereitet. Fast dreitausend Menschen kamen. Der Pavillon war nicht beheizt, und der Promoter Aleksei Haas stellte im Saal eine lange Reihe von Heizgeräten auf. Sie hatten vergessen, Garderobenkräfte einzustellen, deshalb hängte der DJ und Mitorganisator Michail Woronozow etwa zwei Stunden lang selbst die Mäntel anderer Leute auf. Selbst mit Unterstützung eines Sponsors blieben die Veranstalter in den roten Zahlen.
Einige Monate später kehrten sie dennoch hierher zurück und veranstalteten die zweite „Gagarin-Party“, diesmal am Tag der Kosmonautik. Danach begannen in Moskau Clubs zu eröffnen und neue große Raves stattzufinden; Teilnehmer der ersten Party wurden zu DJs und Promotern dieser Szene. Der französische DJ Joachim Garraud, der in jener Nacht hier spielte, nannte seinen Sohn später Juri – nach Gagarin.
Jetzt werden im Pavillon wieder Raumfahrzeuge gezeigt: Hier befindet sich das Zentrum „Kosmonautik und Luftfahrt“. Im Jahr zweitausendeinundzwanzig brachte man das zehn Meter große runde Wandbild mit Gagarin und der Taube unter die Kuppel zurück. Es ist genau das Bild, das über Satelliten, Heizgeräten und dem ersten Moskauer Rave hing.
Praktisch vor Ort
Di–So 11:00–22:00, Ticketverkauf und Einlass bis 21:15; Mo geschlossen.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Landwirtschaftliche Details sind von außen sichtbar. Die Kuppel, die Raumfahrzeuge und das Porträt Gagarins sind nur bei einem gesonderten Besuch der Museumsausstellung zugänglich.
