Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Terrassen in der Straßenmitte
- Pflaster der Fußgängerzone
- Ladenfassaden
- Restaurantfassaden
Die Geschichte des Ortes
Der kurze Abschnitt der Rue Prince-Arthur ist für Autos gesperrt: Das Fußgängerpflaster verläuft zwischen den Fassaden kleiner Restaurants und Läden, und die Terrassen nehmen die Straßenmitte ein. Ihren Namen erhielt sie nach Arthur, dem dritten Sohn von Königin Victoria, der in Montreal als Offizier diente; zuvor hießen verschiedene Teile der Straße Rue Bagg und Rue Courville. Restaurantgäste sitzen auf den Terrassen, während Passanten auf dem Pflaster zwischen den Lokalen gehen.
Im Jahr eintausendneunhundertsiebzig eröffnete der Händler Larry Dupré hier einen der ersten Hippieläden Montreals – „Live from Earth“. Dort verkaufte man Lederjacken, handgefärbte T-Shirts, gebrauchte Kleidung und Raucherzubehör. Dupré hoffte, von diesen Verkäufen leben zu können, obwohl er einen riskanten Ort gewählt hatte. Seinen Erinnerungen zufolge standen im Block zwischen Rue De Bullion und Rue Coloniale Räumlichkeiten leer, und unter den alten Geschäften waren chinesische Wäschereien und Werkstätten jüdischer Schneider geblieben. Seinen Laden hielt er für ungefähr das dritte neue Geschäft in einer beinahe erstarrten Straße.
Die Kundschaft kam dennoch. Nach „Live from Earth“ eröffneten Geschäfte für gebrauchte Kleidung und Lederwaren, dann Restaurants; eines der ersten war das griechische „Demos“. Bis zum Jahr eintausendneunhundertvierundsiebzig wurde die Ladenfassade von Dupré mit ihrem selbstgemachten Schild bereits für einen Reiseführer über das nächtliche und Untergrund-Montreal fotografiert. Studierende, Künstler und Besitzer kleiner Lokale schufen hier das, was sie selbst ein Dorf nannten: mehrere Blocks, in denen man Kleidung, Zeitschriften und Musik bei Menschen aus demselben Kreis kaufen konnte.
Ende der siebziger Jahre beauftragte der städtische Exekutivausschuss Planer damit, eine Straße für eine dauerhafte Fußgängerzone zu finden. Sie wählten Rue Prince-Arthur gerade deshalb, weil die Händler bereits Besucher hierher lockten. Der Verband örtlicher Unternehmer unterstützte das Vorhaben zunächst. Zwei Jahre lang erprobten Beamte gemietete Absperrungen und prüften, was mit Verkehr, Parkmöglichkeiten und der Sicherheit der benachbarten Häuser geschehen würde. Seit dem Jahr eintausendneunhundertneunundsiebzig durften Autos diesen Abschnitt bereits nicht mehr befahren, und im Jahr eintausendneunhundertzweiundachtzig eröffnete man die dauerhafte Fußgängerstraße, die vor allem für Restaurants und Touristen gedacht war.
Dupré gefiel das Ergebnis nicht. In einem Interview aus dem Jahr eintausendneunhundertneunundneunzig nannte er die Sperrung für den Verkehr einen Fehler: Jene Mischung aus Werkstätten, Läden und Autos verschwand, aus der sein Dorf hervorgegangen war. Er selbst handelte zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Avenue du Parc mit Hanfartikeln. Der Unternehmer hatte Publikum hierhergebracht, und dann wurde der von ihm geschaffene Kreis von Lokalen ohne ihn in Stein und Regeln festgeschrieben.
Der Prinz im Namen hatte mit dieser Geschichte nichts zu tun. Arthur, der dritte Sohn von Königin Victoria und spätere Herzog von Connaught, kam im August eintausendachthundertneunundsechzig als neunzehnjähriger Offizier nach Montreal, um sich dem ersten Bataillon der Rifle Brigade anzuschließen. Am achten September eintausendachthundertneunzig gaben städtische Beamte der Straße seinen Namen; Teile von ihr hatten zuvor Rue Bagg und Rue Courville geheißen. Später kehrte Arthur als Generalgouverneur nach Kanada zurück.
Das Schild von „Live from Earth“ steht hier nicht mehr. Geblieben ist der Block selbst zwischen Rue De Bullion und Rue Coloniale, der für Autos gesperrt ist, und nach dem Umbau im Jahr eintausendneunhundertsiebzehn wurden in der Straßenmitte Plätze für Restaurantterrassen angelegt – dort, wo zur Zeit von Duprés Laden die Fahrbahn verlief.
Praktisch vor Ort
Die städtische Seite nennt keine gesonderten Öffnungszeiten; dies ist eine offene Fußgängerstraße, und die Geschäftszeiten richten sich nach den einzelnen Lokalen.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine funktionierende Straße, keine Museumskulisse: Stören Sie weder Gäste noch Personal der Lokale. Für die Erzählung müssen Sie nicht hineingehen.
