Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Großer Eingangsportalbogen
- Gläsernes Dach
- Ziegelwand
- Steinwand
Die Geschichte des Ortes
Im Jahr neunzehnhundertsiebenundachtzig schlug der Architekt Moshe Safdie vor, das hier stehende Wohnhaus New Sherbrooke abzureißen und an seiner Stelle einen neuen Flügel des Musée des beaux-arts de Montréal zu errichten. Seine Auftraggeber wollten die Ausstellungsfläche verdoppeln und den Haupteingang auf diese Straßenseite verlegen. So entstand ein gewaltiger Baukörper direkt gegenüber der alten Museumsgalerie mit ihren weißen Marmorsäulen.
Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Museum bereits seit fünfundsiebzig Jahren an der Rue Sherbrooke. Im Jahr neunzehnhundertzwölf zog die Art Association of Montreal hierher – ein privater Zusammenschluss von Sammlern, aus dem das heutige Museum hervorging. Die Sammlung wuchs weiter, und für große Ausstellungen wurden Säle benötigt, an denen es dem alten Gebäude bereits mangelte.
Für die Erweiterung setzte sich Bernard Lamarre ein, der Vorsitzende des Museumsvorstands, Bauingenieur und Unternehmer. Er überzeugte den Finanzier und Sammler Paul Desmarais, eine große Summe bereitzustellen, mit der das Projekt beginnen konnte. Der neue Flügel wurde anschließend Jean-Noël Desmarais Pavilion genannt – zum Andenken an Pauls Vater, einen Juristen und Unternehmer aus der Stadt Sudbury.
Safdies erster Entwurf stieß auf Widerstand. Die Architektin und Denkmalschützerin Phyllis Lambert, die Organisation Héritage Montréal und Bürgermeister Jean Doré forderten, New Sherbrooke zu erhalten. Sie sorgten sich nicht um das Alter des Hauses an sich: Der im Jahr neunzehnhundertfünf errichtete Wohnbau bewahrte den Maßstab dieses gesamten Straßenabschnitts. Würde man ihn entfernen, würde der neue Museumskoloss die Nachbarhäuser erdrücken.
Nach einer öffentlichen Diskussion überarbeitete Safdie den Entwurf. Von New Sherbrooke blieben zwei Außenwände erhalten, hinter denen die neuen Räume untergebracht wurden. Der Architekt behielt den großen Eingangsportalbogen und das gläserne Dach über dem Vestibül bei, teilte den Flügel jedoch so auf, dass er nicht wie eine geschlossene Wand wirkte. Im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig wurde der Pavillon eröffnet: Hier richtete man den Haupteingang, Säle für große Wechselausstellungen, Räume für zeitgenössische Kunst, Werkstätten und Depots ein.
Die Straße teilte das Museum dennoch in zwei Hälften. Paul Desmarais und der Museumsvorstand bestanden auf einem unterirdischen Übergang, und Lamarre beschaffte dafür jeweils acht Millionen Dollar von der Bundesregierung und der Provinz Québec. Nun kann man vom Jean-Noël Desmarais Pavilion unter der Rue Sherbrooke hindurch in das weißmarmorne Gebäude von neunzehnhundertzwölf gelangen.
Die Ziegel- und Steinwand neben dem neuen Portalbogen sind die zwei erhaltenen Seiten von New Sherbrooke. Dahinter gibt es keine Wohnungen mehr: Hinter der alten Fassade beginnen Museumssäle, und unter der Fahrbahn setzt sich der Übergang zur ersten Galerie an dieser Straße fort.
Praktisch vor Ort
Bis 6. September 2026 täglich 10:00–17:00, Mittwoch 10:00–21:00; die Dauersammlung ist am Mittwochabend geschlossen; überprüft am 2026-06-29.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für die Ausstellungen braucht man eigene Zeit; fügen Sie sie daher nicht automatisch einem anstrengenden Spaziergang hinzu. Auch von außen lässt sich die Museumsfassade mit den Herrenhäusern und Universitätsgebäuden der vorherigen Stationen vergleichen.
