Stopp 7 von 8

10 Fantasia

Hier geht die Route von der Rettung alter Gebäude zur Unterstützung von Autorinnen und Autoren über, die einen ersten Ausstellungsraum brauchen.

15 Min.
Nachtstraße an der Rua do Volong und der Calçada da Igreja de S. Lázaro in Macao.
Melv_L - MACASR · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Gartentor mit der Nummer zehn
  • Haupttür mit der Nummer drei
  • Dreistöckiges Herrenhaus
  • Kleine Ausstellungsräume

Die Geschichte des Ortes

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An der Ecke der Rua de Sanches de Miranda und der Calçada da Igreja de S. Lázaro steht ein dreistöckiges Herrenhaus, das im Jahr neunzehnhundertneunzehn fertiggestellt wurde. Lange Zeit arbeiteten in seinen Räumen zwei staatliche Stellen, eine für Korruptionsbekämpfung und eine für Umweltfragen, und nach ihrem Umzug fand das Haus keine dauerhafte Nutzung. Das Gartentor an der Calçada trägt die Nummer zehn, obwohl die Haupttür an der anderen Straße mit der Nummer drei gekennzeichnet ist. Heute werden die kleinen Räume abwechselnd von Ausstellungen, Kursen und Märkten von Autoren genutzt.

Im Jahr zweitausendvier versuchte der macaosche Karikaturist Chan Wai Fai (A Cheng), Menschen in das beinahe vergessene St.-Lazarus-Viertel zu bringen. Touristen kamen kaum hierher, und auch viele Einwohner sahen keinen Grund, diese Straßen hinaufzugehen. Die kurz zuvor gegründete Creative Industries Promotion Association of St. Lazarus Church District veranstaltete hier Ausstellungen und Aufführungen, doch den Künstlern fehlte weiterhin zufälliges Publikum.

Dann erfand Chan ein dreitägiges Straßenfest unter dem Titel „Macao der sechziger Jahre“. Die Organisatoren brachten Schilder, Verkaufsstände und andere Merkmale der Stadt aus der Mitte des Jahrhunderts auf die Straßen zurück und veranstalteten anschließend Modeschauen und Auftritte. Eine große Menschenmenge kam zum Fest. Für Chan war das eine praktische Antwort auf die Frage, von der das Schicksal des künftigen Zentrums abhing: Die Menschen sind bereit, in das Viertel hinaufzugehen, wenn man ihnen die Arbeit örtlicher Autoren zeigt, statt darauf zu warten, dass sie den Weg selbst finden.

Im Jahr zweitausendacht schlug die Vereinigung vor, Künstlern das leer stehende Haus an der Ecke der Rua de Sanches de Miranda und der Calçada da Igreja de S. Lázaro zu überlassen. Das dreistöckige Herrenhaus wurde bereits im Jahr neunzehnhundertneunzehn fertiggestellt. Später waren darin die Kommission zur Korruptionsbekämpfung und der Umweltrat untergebracht; nach ihrem Umzug blieben die Räume ohne dauerhafte Nutzung. Die Vereinigung brauchte gerade kleine Räume für einzelne Ausstellungen und Kurse. Am neunzehnten September zweitausendacht eröffnete hier das Zentrum 10 Fantasia.

Ein Gebäude allein reichte nicht aus. Junge Autoren standen nicht mit fertigen Bewerbungen am Eingang Schlange, und Chan ging selbst in Schulen, suchte Schüler, die etwas zu zeigen hatten, und lud sie ein, in diesen Räumen auszustellen. Er verstand ihre Lage gut: Der Verkauf von Gemälden und Zeichnungen in Macao sicherte Künstlern nur selten ein Einkommen, und die Veröffentlichung seiner eigenen Bücher hing von öffentlicher Finanzierung ab. Deshalb half das Zentrum Neulingen nicht nur dabei, Arbeiten aufzuhängen. Die Mitarbeiter besprachen mit ihnen das Plakat, den Werbetext und die Ansprache der Presse – sie lehrten sie also, einen Entwurf bis zur Begegnung mit dem Publikum zu führen.

Nach einigen Jahren kehrte sich die Richtung um. Junge Künstler kamen nun selbst hierher, baten um einen Ausstellungsraum oder ließen ihre Arbeiten zum Verkauf da. Heute finden in dem Haus wechselnde Ausstellungen örtlicher Autoren, Kurse in Malerei, Keramik, Druckgrafik, Fotografie und Film, Vorträge, Konzerte und kreative Märkte statt. Die Bezeichnung „Inkubator“ ist hier ganz wörtlich zu verstehen: Ein Mensch erhält einen kleinen Raum, Hilfe bei der ersten Ausstellung und die Möglichkeit, seine Arbeit am Publikum zu erproben.

Die Zahl im Namen stammt von der Gartentür, die zur Calçada da Igreja de S. Lázaro führt: Sie trägt die Nummer zehn. Die Haupttür desselben Hauses liegt an einer anderen Straße und trägt die Nummer drei. Hinter dem Gartentor mit der Nummer zehn tun Künstler heute das, wofür Chan Wai Fai einst Schulen aufsuchte: Sie eröffnen zum ersten Mal ihre eigene Ausstellung und warten nicht mehr auf eine Einladung, sondern auf Besucher.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSt.-Lazarus-Kirche
Eintrittvon außen

Ausstellungen und Showrooms richten sich nach dem aktuellen Zeitplan; montags ist oft geschlossen, prüfen Sie vor dem Besuch das Programm.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Ausstellungen und Veranstaltungen wechseln hier regelmäßig, daher garantiert eine offene Tür keine bestimmte Ausstellung. Workshops, Vorführungen und Treffen können eine gesonderte Anmeldung erfordern; ist das Zentrum geschlossen, beschränken Sie sich auf die Fassade.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Gartentor hinauf zur Fassade der Sankt-Lazarus-Kirche.

Stopp 7 von 8Weiter: St.-Lazarus-Kirche

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Guia-Hügel und das kreative St.-Lazarus-Viertel“ — 8 Stopps, 2,8 km, 2–3 Stunden.

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