Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Spitzbögen
- Fassadenornamentik
- Breite Galerien
- Langer Baukörper am Hang
Die Geschichte des Ortes
Am Hang von Barra zieht sich ein langer Bau mit Spitzbögen und einer verzierten Fassade entlang. Breite Galerien lassen den Wind durch und spenden Schatten, und im Inneren lagen einst Gemeinschaftsschlafsäle neben den Zimmern der Vorgesetzten. Später übergab man die Räume dem Hafendienst und der maritimen Zollpolizei. Heute arbeiten hinter diesen Bögen städtische Behörden, doch der alte Name hat alle früheren Bewohner überdauert.
Im November achtzehnhundertzweiundsiebzig verschickte die Regierung von Macao nach Goa eine Anzeige zur Anwerbung von Polizisten. Gouverneur Januário Correia de Almeida benötigte Männer für Stadtpatrouillen. Er wusste, wo er sie finden konnte: Vor seiner Ernennung in Macao hatte er Portugiesisch-Indien verwaltet.
Ein Bewerber musste zuvor in der Armee von Goa oder Britisch-Indien gedient haben, ein gutes Leumundszeugnis vorlegen und eine medizinische Untersuchung bestehen. Der Vertrag wurde über drei Jahre geschlossen. Einem Polizisten versprach man sieben Patacas im Monat, später wurde der Satz auf acht erhöht; die Kosten der Uniform zog man vom Lohn ab. Nach Ablauf der Frist konnte er eine Rückfahrkarte nach Goa erhalten oder für einen Zuschlag von einer Pataca bleiben. Es waren angeworbene Beschäftigte, die über das Südchinesische Meer reisten, um Geld zu verdienen.
Die Portugiesen führten sie als „Mauren“. Früher bezeichnete dieses Wort Muslime aus Nordafrika, später übertrug man es auch auf Einwohner Indiens und Sri Lankas. Der Name der Kaserne bedeutet daher nicht, dass hier ein Regiment aus Marokko stationiert war. Es waren Inder aus Goa, überwiegend Muslime. Die Anstellungsbedingungen versprachen Nahrung entsprechend ihren religiösen Bräuchen, gemeinsames Wohnen als eigene Kompanie und sogar ein Grundstück für eine Moschee, falls sie benötigt würde.
Die ersten einundvierzig Polizisten trafen im Juni achtzehnhundertdreiundsiebzig ein. Die versprochene Kaserne existierte noch nicht, und die Männer wurden vorübergehend in einem Haus im São-Lázaro-Viertel untergebracht. Für sie begann man, ein großes Gebäude am Hang von Barra über der Einfahrt zum Inneren Hafen zu errichten. Im August des folgenden Jahres zog die Kompanie hierher um. Das Gebäude war für etwa zweihundert Menschen ausgelegt: Im Inneren befanden sich Gemeinschaftsschlafsäle und Zimmer der Offiziere, und die vier Meter breiten Galerien sorgten für Schatten und Querlüftung.
Spitzbögen und Verzierungen erinnern an islamische und indische Architektur, doch es gibt keine Zeugnisse für eine Moschee im Inneren. Es handelte sich um Wohn- und Diensträume: Von hier brachen die Polizisten zu Patrouillen auf und hierher kehrten sie nach dem Dienst zurück. Die Quellen berichten nicht, wie viele aus der ersten Gruppe nach drei Jahren die Fahrkarte nach Hause nutzten und wie viele dem Zuschlag zustimmten. Das Gesamtergebnis ist bekannt: Die indische Kompanie wuchs, und ihr Verwaltungsbeiname blieb am Gebäude haften.
Im Jahr achtzehnhundertneunundachtzig verlegte man die Polizeikompanie in die St.-Franziskus-Kaserne – die Räume über dem Hafen wurden für die Seepolizei benötigt. Seit neunzehnhundertfünf sind hier die Hafenverwaltung und die maritime Zollpolizei untergebracht. Die indischen Bewohner verschwanden, doch ihr Name blieb. Hinter den maurischen Bögen befinden sich heute die Büros des Amts für See- und Wasserangelegenheiten von Macao.
Praktisch vor Ort
Die Route sieht eine Außenbesichtigung vor. Die offizielle Website des Kulturerbes nennt für die Veranda 09:00–18:00, doch eine andere aktuelle Seite führt das Objekt als nicht für die Öffentlichkeit geöffnet; den Innenraum nicht einplanen.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie vor allem eine Außenbesichtigung ein: Das Gebäude wird von einer Behörde genutzt, und den Zugang ins Innere kann man nicht als Teil des Spaziergangs voraussetzen.
