Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gerundeter Baukörper der Zitadelle
- Zwei Schießscharten über der Škurda
- Gewölbte Galerien
- Obere Artillerieplattform
Die Geschichte des Ortes
Am Knotenpunkt der unteren Mauern verbindet die Bastion Kampana die Linie entlang der Škurda mit den zum Golf gerichteten Befestigungen. Ihr gerundeter steinerner Baukörper erweitert sich deutlich zum Sockel hin; einst stand er frei und blieb die letzte Zuflucht der Garnison. Im Inneren richtete man zwei gewölbte Stellungen für Kanonen ein, die entlang des Flusses feuerten. Über der Škurda sind zwei Schießscharten erhalten, und neben dem Restaurant Citadela sind die alten Gewölbe sichtbar.
Im Jahr eintausendsechshundertfünfundvierzig schlug Francesco Davilla vor, zwei kostspielige Geschützgalerien der Bastion Kampana mit Erde aufzufüllen. Sie waren erst gut dreißig Jahre zuvor errichtet worden. Davilla war Militärexperte der Republik Venedig: Zu Beginn des Krieges mit dem Osmanischen Reich um Kreta wurde ihm aufgetragen zu prüfen, ob Kotor einem Angriff standhalten könne. Seine Aufgabe bestand darin, gefährliche Entscheidungen zu finden, bevor fremde Kanonen sie auf die Probe stellten.
Für eine solche Prüfung war die Bastion Kampana der wichtigste Ort in der Unterstadt. Hier treffen die Mauer entlang der Škurda und die Mauer auf der Seite des Golfs zusammen. Ursprünglich stand der Turm frei und diente als Zitadelle – als letzte Zuflucht der Garnison, falls der Feind bereits in Kotor eingedrungen war. Kampana bedeutet auf Italienisch „Glocke“; ihr steinerner Baukörper ist gerundet und erweitert sich nach unten.
Im Jahr eintausendsechshundertdreizehn richtete man innerhalb der Zitadelle zwei gewölbte Artilleriegalerien ein. Von ihnen aus feuerten die Kanonen entlang des Flusses, und daneben übten Soldaten mit Waffen. Davilla stellte fest, dass beide schweren Gewölbe auf einer einzigen mittleren Mauer ruhten, und hielt die gesamte Konstruktion für unzuverlässig. Auch die offenen Seiten der Stellung blieben für feindliche Artillerie verwundbar.
Er schlug vor, die überdachten Galerien aufzugeben. Die Militärs füllten die Gewölbe mit Erde und erhielten darüber eine durchgehende Plattform für Kanonen. An den Rändern stellten sie Gabionen auf – große, mit Erde und Steinen gefüllte Körbe. Die Garnison verlor zwei vergleichsweise neue Räume, gewann dafür aber eine feste Batterie, von der aus sie Beschuss vom Ufer und vom Golf erwidern konnte.
Die Erde blieb mehrere Jahrhunderte lang in den Gewölben. Im Jahr eintausendneunhundertneunzig entfernten Bauarbeiter sie, als die Zitadelle in einen touristischen Komplex mit Restaurant umgebaut wurde. Unter der Aufschüttung fanden sie beide Galerien und eine Steinplatte mit dem Namen der Artilleriestellung und ihrem Entstehungsjahr. Die zwei Schießscharten über der Škurda und die Gewölbe beim heutigen Restaurant Citadela sind genau jener kostspielige Bau, den Davilla in eine Masse festgestampfter Erde verwandeln ließ.
Praktisch vor Ort
Die Außenansicht ist frei zugänglich. Der Zugang zu einzelnen Abschnitten der Mauer und der Bastion kann aufgrund des Zustands des Bauwerks oder wegen Arbeiten eingeschränkt sein.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie am Wasser und an den Rändern des Mauerwerks Abstand; zum Verständnis der Bastion genügen die zugänglichen Außenflächen.
