Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinbogen
- Datum 21. November 1944
- Inschrift mit den Worten von Josip Broz Tito
- Wappen über dem Durchgang
Die Geschichte des Ortes
Bei dem Steinbogen endete einst der Seeweg ins alte Kotor: Das Wasser reichte bis an die Befestigungsanlagen selbst, und Boote legten am Haupteingang an. Das heutige Portal wurde im Jahr eintausendfünfhundertfünfundfünfzig während der venezianischen Verwaltung der Stadt errichtet. Jetzt liegt zwischen dem Durchgang und der Bucht eine Uferpromenade, doch der Name bewahrt die Erinnerung an die Zeit, als man vom Wasser her hier ankam.
Über dem Bogen sind die Worte eingemeißelt: „Fremdes wollen wir nicht, Eigenes geben wir nicht her.“ Darunter steht ein Datum: der einundzwanzigste November neunzehnhundertvierundvierzig. Daneben steht die Unterschrift: „Josip Broz Tito“.
Der Durchgang selbst ist viel älter. Das heutige Portal wurde im Jahr eintausendfünfhundertfünfundfünfzig unter Bernardo Renier errichtet, dem Proveditore – dem von Venedig ernannten zivilen und militärischen Statthalter von Kotor. Das Meer reichte damals bis zu den Stadtmauern, und zum Haupteingang fuhr man mit Booten. Daher der Name Seetor.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Kotor zunächst der von Italien besetzten Provinz Cattaro eingegliedert – so hieß die Stadt auf Italienisch. Nach der Kapitulation Italiens besetzten deutsche Truppen die Stadt. Im Herbst neunzehnhundertvierundvierzig zogen sie sich entlang der Bucht zurück, während Partisanen sie auf der schmalen Küstenstraße zurückdrängten.
Die Erste Bokeljska-Brigade entstand erst anderthalb Monate vor der Befreiung der Stadt. Von ihren etwa achthundert ersten Kämpfern stammte die Mehrzahl aus Kotor, Tivat, Budva, Herceg Novi und der Umgebung der Bucht. Ihre Aufgabe war es, die eigene Küste zu befreien. Der Preis dieser Rückkehr zeigt sich in den Listen der Gefallenen. Die einundzwanzigjährige Marija Klarić aus dem dalmatinischen Kaštel Štafilić wurde als Hausfrau geführt, trat der Zweiten Dalmatinischen Brigade bei und fiel am siebten November in Dobrota – zwei Wochen vor dem Einzug der Partisanen in Kotor.
In der Nacht zum einundzwanzigsten November verließen deutsche Einheiten Risan und zogen sich nach Kotor zurück. Das vierte Bataillon der Ersten Bokeljska-Brigade rückte aus Richtung Dobrota und Škaljari vor, das erste Bataillon der Zweiten Dalmatinischen Brigade kam aus dem befreiten Tivat. Die Deutschen wurden nach Trojica und zur Straße nach Budva zurückgedrängt. Gegen sechs Uhr morgens zog eine Kompanie der Ersten Bokeljska-Brigade in Kotor ein; die Dalmatiner kamen etwa um elf Uhr an. Schon am nächsten Tag rückten zwei bokeljske Bataillone weiter vor und besetzten Budva. Für die Beteiligten war der Feldzug damit nicht beendet: Vor ihnen lagen Bar, Ulcinj, Podgorica und ein winterlicher Übergang über die Berge.
Militärische Berichte sagen nicht, durch welches Tor genau die erste Kompanie eintrat. Die Verbindung der Befreiung mit diesem Bogen wurde erst nach dem Krieg hergestellt. An der Hauptfassade der Stadt brachte man das Wappen des neuen Jugoslawien, das Datum des Einzugs der Partisanen und die Worte von Josip Broz Tito an – des Oberbefehlshabers, der danach strebte, das Land zu befreien und seine Nachkriegsgrenzen festzulegen.
Josip Broz Tito selbst sprach diesen Satz nicht in Kotor. Am zwölften September neunzehnhundertvierundvierzig sprach er auf der Insel Vis vor der Ersten Dalmatinischen Brigade über die Länder an der Adria, die noch zu befreien waren. Nach dem Krieg übertrug man seine Worte hierher, an die Stelle des früheren venezianischen Zeichens.
Das Meer ist heute durch eine Uferpromenade vom Bogen getrennt. Unten hat sich die Bezeichnung für den Weg erhalten, auf dem man vom Wasser nach Kotor kam; über dem Durchgang steht das Datum der Rückkehr der örtlichen Brigade vom Land her.
Praktisch vor Ort
Der Durchgang durch das Tor ist als Stadtstraße geöffnet; während Veranstaltungen sind vorübergehende Einschränkungen möglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie zunächst die Fassade von außen, gehen Sie dann unter dem Bogen hindurch und vergleichen Sie die Weite der Uferpromenade mit dem engen inneren Durchgang.
