Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gewölbte Spiegel
- Farbiges Glas
- Offene Galerie
- Viergeteilte Gartenanlage
Die Geschichte des Ortes
Unter den Spiegelgewölben empfing Jai Singh I. Gesandte anderer Herrscher. Zu diesem Zweck errichtete man den Sheesh Mahal: Im höfischen Sprachgebrauch hieß er Sheesh Mahal – ein Saal für private Audienzen. Bittsteller blieben im äußeren Hof, während man einen besonderen Gast durch Ganesh Pol in die fürstliche Residenz führte.
Jai Singh I. herrschte zugleich über Amber und befehligte die Truppen des Mogulkaisers. Der kaiserliche Dienst verschaffte ihm militärischen Rang und Landeinkünfte, aus denen er die Reiterei unterhielt; ein Misserfolg auf einem Feldzug konnte den Verlust seiner Stellung nach sich ziehen. Die Gesandten, die er hier empfing, kannten die Ordnung des Mogulhofs sehr genau. Jai Singh I. wollte erreichen, dass sie in Amber einen Hof desselben Ranges sahen, auf dem sie gewohnt waren, beim Kaiser zu verhandeln.
Auf seinen Auftrag legten Handwerker vor dem Saal einen viergeteilten Garten mit Wasserbecken an und bedeckten Wände, Bögen und Decken mit Stücken von Spiegelglas und farbigem Glas. Viele Spiegel wurden gewölbt gefertigt und mit gefärbter Folie ergänzt. Sie waren nicht dazu bestimmt, das Gesicht zu betrachten: Jeder gab nur einen kleinen Lichtausschnitt zurück. Am Abend brachen sich die Lampenlichter in zahllosen Spiegelungen, und die Audienz begann noch vor dem Gespräch. Der Gast wusste bereits, dass man ihn dorthin zugelassen hatte, wohin gewöhnliche Bittsteller nicht gelangten.
Die romantische Erzählung von einer Königin, der ihr Ehemann unter dieser Decke einen Sternenhimmel schenkte, gehört zu den späteren Überlieferungen. Verlässliche Beschreibungen nennen eine andere Nutzung des Raumes: Jai Singh I. empfing hier ausgewählte Gäste und Gesandte. Auch der Name verweist auf das Material, nicht auf die Legende: Das persische Wort „shisha“ bedeutet Glas oder Spiegel. Die zweite Bezeichnung des Pavillons – Sheesh Mahal – verbindet man mit Jai Singh I., der ihn in Auftrag gab.
Protokolle einzelner Verhandlungen sind hier nicht erhalten geblieben. Erhalten blieb ihre Umgebung: zwei Innenräume, eine offene Galerie und zahlreiche kleine gewölbte Spiegel, in denen es bis heute unmöglich ist, sich vollständig zu sehen.
Praktisch vor Ort
Der Zugang hängt von der Betriebsregelung des Amber-Palasts ab; einen Teil der Ausstattung betrachtet man durch Schutzbarrieren. Prüfen Sie die Einschränkungen für Aufnahmen vor Ort.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Geben Sie Ihren Augen Zeit, sich an die Beleuchtung zu gewöhnen, und rechnen Sie nicht mit einem Versuch bei Kerzenlicht; beachten Sie die örtlichen Einschränkungen für Aufnahmen und Licht.
