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Europäisches Zentrum der Solidarność

Europejskie Centrum Solidarności

Das Finale erklärt, wer das Gelände der ehemaligen Werft warum in ein Museum, ein Archiv und einen öffentlichen Raum verwandelte.

24 Min.
Europäisches Zentrum der Solidarność mit einer Fassade aus rostigem Stahl am Tor Nr. 2.
Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net) · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Rostbraune Wände
  • Cortenstahl
  • Wintergarten

Die Geschichte des Ortes

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Am siebzehnten Januar zweitausendneunzehn wurde im Wintergarten des Europäischen Zentrums der Solidarność der Sarg von Paweł Adamowicz aufgebahrt, dem kürzlich verstorbenen Bürgermeister von Danzig. Seine Familie hatte dies entschieden. Innerhalb eines Tages kamen dreiundfünfzigtausend Menschen, um Abschied von ihm zu nehmen. Gerade hier – denn ohne Adamowicz hätte es dieses Zentrum wahrscheinlich nicht gegeben.

Im August neunzehnhundertachtzig war er vierzehn Jahre alt. Die Familie lebte in der Mniszki-Straße, dreihundertfünfzig Meter vom zweiten Tor der Werft entfernt. Sein älterer Bruder Piotr diente als Ministrant bei einer Messe für die streikenden Werftarbeiter und arbeitete später im Umfeld von Lech Wałęsa. Nach der Verhängung des Kriegsrechts internierte die kommunistische Regierung Piotr für mehrere Monate. Der Schüler Paweł redigierte den Untergrundrundbrief „Jedynka“, druckte illegale Veröffentlichungen und transportierte sie gemeinsam mit seinem Bruder mit dem Zug zwischen Danzig, Krakau und Lublin. Den Preis einer solchen Tätigkeit kannte er aus dem Schicksal seines Bruders, mit dem er im selben Haus lebte.

Bis März neunzehnhundertachtundneunzig war Adamowicz Jurist und Vorsitzender des Stadtrats geworden. Gemeinsam mit dem Historiker Jerzy Kukliński entwickelte er das Museumsprojekt „Polnische Wege zur Freiheit“. Ein Jahr später, bereits als Bürgermeister, gewann Adamowicz Lech Wałęsa, Gewerkschaftsführer, die Danziger Werft, den Erzbischof und die Behörden der Woiwodschaft Pommern zur Mitarbeit. Sie gründeten eine Stiftung, die das Europäische Zentrum der Solidarność schaffen sollte.

Ein bloßes Museumsschild reichte dafür nicht aus. Das Projekt hing von der Stadt, dem Staat, der Region, der Gewerkschaft und Menschen ab, die längst in verschiedene Organisationen auseinandergegangen waren. Im Jahr neunzehnhundertneunundneunzig einigten sie sich darauf, eine Stiftung zu gründen; im Jahr zweitausendfünf unterzeichneten auf dem Platz der Solidarność neunundzwanzig Menschen die Gründungsurkunde des künftigen Zentrums – darunter zweiundzwanzig europäische Präsidenten und Regierungschefs. Im Jahr zweitausendsieben gründeten die Partner eine gemeinsame Kulturinstitution, und am dreißigsten August zweitausendvierzehn betrat Adamowicz gemeinsam mit Lech Wałęsa und dem ersten Direktor des Zentrums, Basil Kerski, das eröffnete Gebäude.

Der Ort wurde innerhalb der ehemaligen Werft gewählt. Das zweite Tor, das Denkmal für die getöteten Werftarbeiter und die BHP-Halle, in der das Danziger Abkommen unterzeichnet wurde, nahm man als äußeren Teil in die Dauerausstellung des Zentrums auf. Deshalb beginnt die Erzählung schon vor der Kasse. Die rostbraunen Wände sind mit Cortenstahl verkleidet: Die Architekten des Danziger Büros „Fort“ wählten ein Material, das an Bleche eines Schiffsrumpfs erinnert.

Das Wort „Zentrum“ ist hier wörtlich gemeint. Im Inneren befinden sich die Dauerausstellung, ein Archiv, eine Bibliothek sowie Forschungs- und Bildungsräume; im Wintergarten finden Treffen, Aufführungen und öffentliche Diskussionen statt. Der Sarg von Paweł Adamowicz stand hier nur einen Tag. Heute gehen die Menschen durch denselben Wintergarten zu den Museumssälen, der Bibliothek und dem Auditorium.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort24 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittaußen; Ausstellung mit Eintrittskarte

Am 24. Juni 2026 ist das Zentrum geschlossen. Von Mai bis September sind die Ausstellungen gewöhnlich geöffnet: Montag–Freitag 10:00–19:00, Samstag–Sonntag 10:00–20:00.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Außenbesichtigung schließt die Hauptroute ab. Die Dauerausstellung ist eine eigenständige Fortsetzung, für die man am besten im Voraus gesondert Zeit einplant.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Hier endet der Spaziergang: Die Tore, Kreuze und die BHP-Halle bleiben draußen, werden aber bereits Teil der Ausstellung des Zentrums sein.

Stopp 9 von 9Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Danzig: Kaufmannsstadt und Solidarność“ — 9 Stopps, 3,5 km, 3 Std. 30 Min. ohne längere Besichtigungen; 7–9 Std. mit Museen.

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