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Museum of Literature Ireland (MoLI) und Newman House

Hier verbindet ein gescheitertes Universitätsprojekt die Route mit Literatur, die als Museumserbe in dieselben Häuser zurückkehrt.

15 Min.
Newman House, Dublin
Michael Foley · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Fassaden zweier georgianischer Stadthäuser
  • Der Garten hinter den Häusern
  • Die Aula Maxima
  • Das erste Exemplar von Ulysses

Die Geschichte des Ortes

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Newman House trägt diesen Namen nicht, weil John Henry Newman hier wohnte. Seine eigene Dubliner Residenz befand sich in der Harcourt Street. Den beiden georgianischen Stadthäusern am St Stephen’s Green gab man Newmans Namen erst Ende der vierziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts – zum Gedenken an den Mann, der hier eine Universität eröffnete.

Der Dubliner Erzbischof Paul Cullen setzte sich für eine eigene Hochschule für Katholiken ein. Die irischen Bischöfe lehnten die vom Staat gegründeten säkularen Colleges ab, während Trinity College Dublin eine protestantische Einrichtung blieb. Cullen holte den englischen Theologen Newman, der erst kürzlich vom Anglikanismus zum Katholizismus übergetreten war, und beauftragte ihn, die Catholic University of Ireland aufzubauen.

Am dritten November achtzehnhundertvierundfünfzig trug man im Haus Nummer sechsundachtzig die ersten siebzehn Namen in das Register ein. Newman wollte den Unterricht nach dem ihm vertrauten Oxford-Modell organisieren: kleine Studentengemeinschaften, gemeinsame Mahlzeiten, Tutoren und eine eigene Kapelle. In den benachbarten Gebäuden entstanden Hörsäle, und hinter den Häusern errichtete man später einen großen Festsaal – die Aula Maxima.

Newman hoffte, ein intellektuelles Zentrum für Katholiken aus der gesamten englischsprachigen Welt zu schaffen. Entstanden ist eine Einrichtung, deren Abschlüsse der Staat nicht anerkannte und der er keine Finanzierung gewährte. Es gab nicht genug gut vorbereitete Studierende. Nach vier Jahren gab Newman das Amt des Rektors auf und betrachtete seine Arbeit als Misserfolg.

Lehrende und Studierende gingen dennoch nicht auseinander. Seit achtzehnhundertachtzig konnten sie Prüfungen der Royal University of Ireland ablegen und anerkannte Abschlüsse erhalten. Anschließend übergab man das College den Jesuiten. In diese Fortführung von Newmans Projekt schrieb sich James Joyce im Jahr achtzehnhundertachtundneunzig ein – ein Sprachstudent aus einer Familie, die rasch verarmte.

Im Jahr neunzehnhunderteins brachte der neunzehnjährige Joyce der Studentenzeitschrift St Stephen’s einen Artikel mit dem Titel „Der Tag des Pöbels“. Darin griff er die Akteure des Irish Literary Theatre wegen ihrer Provinzialität an und forderte die Schriftsteller auf, auf das moderne europäische Drama zu schauen, statt die Zustimmung des Publikums zu suchen. Im Text verwies er auch auf einen Roman von Gabriele D’Annunzio, der im katholischen Index Librorum Prohibitorum stand. Die Redaktion lehnte es ab, den Artikel zu drucken.

Gleichzeitig wies die Zeitschrift die Arbeit eines anderen Studenten zurück, von Francis Sheehy-Skeffington, der für Frauen eine gleichberechtigte Stellung an der Universität forderte. Joyce und Sheehy-Skeffington wollten ihre Texte nicht nach den Vorgaben der Redaktion überarbeiten. Sie legten Geld für den Druck zusammen und veröffentlichten beide Essays als eine dünne Broschüre, die sie selbst verbreiteten. Für Joyce war sie die erste eigenständige Druckveröffentlichung. Ein Jahr später schloss er das College ab; auf dem erhaltenen Abschlussfoto steht Joyce im Garten hinter diesen Häusern.

Im Jahr zweitausendneunzehn eröffneten University College Dublin und die National Library of Ireland hier das Museum of Literature Ireland (MoLI). Sein Kurzname wird wie Molly ausgesprochen – so heißt die Frau von Leopold Bloom in Ulysses. Im Inneren ist Exemplar Nummer eins der ersten Ausgabe des Romans ausgestellt. Den studentischen Artikel von Joyce ließ man hier einst nicht in die Zeitschrift; sein wichtigstes Buch kehrte als Museumsexponat in dieselben Universitätsgebäude zurück.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktNational Museum of Ireland – Archaeology
Eintrittkostenpflichtig

Museum of Literature Ireland (MoLI): täglich 10:00-17:00, letzter Einlass 16:00; geschlossen am 17. März, 24.-26. Dezember und 1. Januar.

Öffnungszeiten nach Tagen
Mo10:00–17:00
Di10:00–17:00
Mi10:00–17:00
Do10:00–17:00
Fr10:00–17:00
Sa10:00–17:00
So10:00–17:00
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Innenräume und Museumsobjekte sind nur im Rahmen eines Besuchs des Museum of Literature Ireland (MoLI) zugänglich; prüfen Sie daher die Einlassbedingungen im Voraus. Von der Straße aus funktioniert diese Station als Erzählung über den Funktionswandel zweier Wohnhäuser.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie durch den Park zum nördlichen Zaun und biegen Sie in die Kildare Street zum Museumseingang ein.

Stopp 2 von 7Weiter: National Museum of Ireland – Archaeology

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Georgianischer Süden Dublins: Parks, Literatur und Parlament“ — 7 Stopps, etwa 2,4 km, etwa 3–4 Stunden.

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