Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fünfeckige Wälle
- Doppelter Graben
- Roter Stjernestokken
- Kirkepladsen
Die Geschichte des Ortes
Ein Fünfeck aus Erdwällen umschließt die alte Festung am Kopenhagener Hafen, und zwei Gräben sowie Bastionen machten sie zu einem eigenständigen Verteidigungspunkt. Nach der schwedischen Belagerung wurde die frühere Befestigung am nördlichen Stadtrand nach den Plänen des niederländischen Militäringenieurs Henrik Ruse umgebaut. Die Festung hielt die Zugänge zum Hafen unter Schutz und bot dem Monarchen Zuflucht innerhalb der Stadtbefestigungen. Heute gehen die Einwohner der Stadt auf den Wegen zwischen den Wällen spazieren, doch im roten Stjernestokken sind weiterhin militärische Einrichtungen untergebracht.
Am sechsten Juni sechzehnhundertsechsundsiebzig errichtete man auf dem Platz zwischen dem Artillerie- und dem Generalsstock ein Schafott. Vor dem Henker stand Peder Schumacher Griffenfeld, vor seiner Verhaftung Graf Griffenfeld und Staatskanzler, der die königliche Kanzlei leitete. Er strebte ein Bündnis mit Frankreich an und versuchte, Dänemark aus einem Krieg mit Schweden herauszuhalten. Daneben lag das zerschlagene gräfliche Wappen: Dem Urteil zufolge verlor Schumacher Titel, Besitz, Ehre und Leben.
Kastellet wurde wenige Jahre vor seinem Sturz errichtet. Nach der schwedischen Belagerung beauftragte König Frederik III. den niederländischen Militäringenieur Henrik Ruse, die frühere Befestigung am nördlichen Rand Kopenhagens in eine fünfeckige Zitadelle mit Bastionen, doppeltem Graben und zwei Toren umzuwandeln. Sie schützte die Zugänge zum Hafen und bot dem Monarchen eine geschützte Kaserne innerhalb der Stadtbefestigungen. Der offizielle Name lautete Kastellet, doch durchgesetzt hat sich die kurze Bezeichnung Kastellet – „die Zitadelle“.
Griffenfeld kannte die Ordnung gut, welche diese Mauern schützten. Er wurde als Sohn eines Kopenhagener Weinhändlers geboren, machte dank Bildung und Dienst Karriere und verfasste Kongeloven, das das Recht des Monarchen festschrieb, den Staat allein zu regieren. Christian V. erhob ihn in den Grafenstand, ernannte ihn zum Kanzler und übertrug ihm riesige Besitzungen. Einkommen, Stellung und sogar Griffenfelds neuer Name hingen von der Gunst des Königs ab.
Als Christian V. beschloss, in den Krieg mit Schweden einzutreten, verlor der Kanzler den Streit, bemühte sich jedoch weiterhin heimlich um eine Einigung mit Frankreich. Die französische Diplomatenpost nach Schweden lief über seine Adresse. Ein abgefangenes Schreiben zeigte Griffenfelds Gegnern, dass er hinter dem Rücken des Königs handelte. Am elften März sechzehnhundertsechsundsiebzig wurde der Kanzler auf dem Weg zu einer gewöhnlichen Unterredung mit dem Monarchen verhaftet und hierher, nach Kastellet, gebracht.
Griffenfeld wurde im Stjernestokken, einer der langen Kasernen, eingesperrt. Während er sich hinter den Wällen und Gräben befand, untersuchte ein Sondergericht die Anschuldigungen der Bestechlichkeit, des Verkaufs von Ämtern und des Hochverrats. Am sechsundzwanzigsten Mai fällten die Richter das Todesurteil.
Die Hinrichtung wurde ebenfalls hier angesetzt. Vor dem Schafott zerschlug man Griffenfelds Wappen: Der Verurteilte wurde wieder zu Peder Schumacher, dem Sohn eines Weinhändlers. Er kniete bereits und wartete auf den Hieb des Schwertes, als der königliche Generaladjutant den Henker aufhielt und eine Begnadigung verkündete. Christian V. wandelte die Todesstrafe in lebenslange Haft um.
Schumacher brachte man in denselben Bau zurück. Vier Jahre später wurde er in die Festung Munkholmen auf einer Insel vor Trondheim verlegt. Dort verbrachte er weitere achtzehn Jahre. Erst im Jahr sechzehnhundertachtundneunzig durfte der schwer kranke Gefangene sich in Trondheim selbst niederlassen; im folgenden Jahr starb er. Titel, Ländereien und seine frühere Stellung erhielt er nie zurück.
Auf Kirkepladsen steht seit langem kein Schafott mehr. Erhalten geblieben sind der Platz selbst und der rote Stjernestokken, in dem Griffenfeld auf sein Urteil wartete und in den man ihn nach seiner Begnadigung zurückbrachte. Heute sind in diesen alten Kasernen militärische Einrichtungen untergebracht: Kastellet bleibt eine aktive Zitadelle, auch wenn die Einwohner der Stadt auf ihren Wegen und Wällen spazieren gehen.
Praktisch vor Ort
Im Sommer von 6:00 bis 22:00 geöffnet, im Winter von 6:00 bis 20:00. Freier Eintritt. Ein Teil des Geländes bleibt militärischer Einsatzbereich.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie vor allem einen Spaziergang auf den zugänglichen Wegen ein: In die historischen Räume gelangt man nicht immer. Beachten Sie die Schilder und Grenzen der Dienstbereiche.
