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Saint-Louis des Chartrons — eine neue Kirche mit alter Erinnerung

Die neue Kirche wird erklären, wie die Gemeindemitglieder die Erinnerung an die abgetragene Kirche bewahrten, aber den geplanten Platz nicht erhielten.

15 Min.
Neugotische Fassade der Église Saint-Louis-des-Chartrons in Bordeaux.
Gzen92 · CC BY‑SA 4.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Zwei Türme mit Turmspitzen
  • Drei Portale
  • Statue des heiligen Louis IX.
  • Marmoraltar

Die Geschichte des Ortes

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Im Jahr tausendachthundertvierundsechzig entdeckte ein Experte in der alten Kirche von Chartrons gefährliche Querrisse. Hier stand damals die Kirche der unbeschuhten Karmeliten, die bereits im achtzehnten Jahrhundert errichtet worden war. Ihre Gewölbe waren zuvor zweimal eingestürzt, und nun wurde das Mauerwerk erneut auseinandergedrückt.

Pierre Donis, der Pfarrer, setzte sich für eine sichere und ausreichend geräumige Kirche für seine Gemeinde ein. Er überzeugte den Pfarrgemeinderat – die Menschen, die damals über die Kirchengelder verfügten und das Gebäude überwachten –, eine Denkschrift zur Unterstützung des Projekts des Architekten Pierre-Charles Brun drucken zu lassen und eine Sammlung auszurufen. Die Gemeindemitglieder spendeten Geld, der Rat legte es in Anleihen von Eisenbahngesellschaften an. Zur Grundsteinlegung hatte man zweihundertvierzigtausendfünfhundertachtzig Francs angesammelt – fast drei Viertel des ursprünglichen Kostenvoranschlags.

Gestritten wurde vor allem über den Standort. Donis und der Pfarrgemeinderat baten darum, der Kirche das Gelände des abgerissenen Marktes von Chartrons zu überlassen. Dort hätte man einen Platz mit einer Verbindung zum Cours Portal anlegen können. Die Stadträte entschieden anders: Im Jahr tausendachthundertsechsundsechzig wählten sie das frühere Gelände der Karmeliten in der Rue Notre-Dame. Donis warnte, die große Kirche werde zwischen den Häusern eingezwängt sein.

Der Baubeginn wurde dennoch verschoben. Die Stadt stellte zunächst den Markt wieder her und vollendete zwei andere Kirchen. Im Jahr tausendachthundertzweiundsiebzig fiel eine neue Untersuchung des alten Gebäudes so beunruhigend aus, dass der Architekt seine Mauern dringend mit Eisen zusammenziehen musste. Erst zwei Jahre später erlaubte der Stadtrat den Beginn der Arbeiten. Im Sommer tausendachthundertfünfundsiebzig schloss man die baufällige Kirche, verlegte die Gottesdienste in eine provisorische Kapelle in der Rue Ferrère, und die Bauarbeiter trugen die alten Mauern ab.

Brun erhielt genau jenen sumpfigen Boden, den schon die früheren Baumeister gefürchtet hatten. Er ließ Kiefernpfähle bis zu einer Kiesschicht in vierzehneinhalb Metern Tiefe hinab. Auf diesen Pfählen erhoben sich das Kirchenschiff, zwei Türme und die Turmspitzen. Den ersten Teil der neuen Kirche eröffnete man im November tausendachthundertneunundsiebzig, im Mai des folgenden Jahres übergab man sie vollständig den Gemeindemitgliedern. Donis blieb noch acht Jahre Pfarrer: Er zelebrierte noch Gottesdienste in der Kirche, für die er Geld gesammelt und mit der Stadt gestritten hatte.

Ihren Namen erhielt sie von der früheren Pfarrei. Im Jahr tausendsiebenhunderteinundneunzig gestaltete die Verfassungsgebende Nationalversammlung die Grenzen der Pfarrgemeinden von Bordeaux neu, und die ehemalige Kirche der Karmeliten wurde Louis IX. geweiht. Das ist Louis IX., ein französischer König des dreizehnten Jahrhunderts, der nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Seine Statue stellte man über der Fassade des neuen Gebäudes auf, und die Glasfenster zeigen die Abreise des Königs zum Siebten Kreuzzug sowie die Übergabe des von ihm erworbenen Dornenkranzes an den Erzbischof von Paris.

Beim Abtragen der Karmelitenkirche bewahrte man einen Teil der Ausstattung. Handwerker versetzten die Beichtstühle, den geschnitzten Schalldeckel der Kanzel und den Marmoraltar aus dem Jahr tausendsiebenhundertvierzig. Bis Ende tausendachthundertachtzig setzten sie in der Sakristei die alten Täfelungen aus kubanischem Mahagoni wieder zusammen. Heute werden in der Église Saint-Louis-des-Chartrons Messen gefeiert und Orgelkonzerte veranstaltet. Vor den drei Portalen entstand der von Donis geplante große Platz nie, und unter den neugotischen Gewölben blieb der Altar der abgetragenen Karmelitenkirche erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktHalle des Chartrons
Eintrittvon außen

Außenbesichtigung frei zugänglich; der Innenraum hängt von Gottesdiensten und Pfarr-/Kulturveranstaltungen ab, daher überprüfen Sie den Pfarrkalender.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn die Türen offen sind, gehen Sie leise hinein und stören Sie den Gottesdienst nicht; den Innenraum und die Orgel kann man vom Platz aus nicht vollständig sehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie um die Kirche herum und weiter zum achteckigen Pavillon.

Stopp 5 von 7Weiter: Halle des Chartrons

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Chartrons: von den Weinlagern zum Jardin Public“ — 7 Stopps, ungefähr 2,7 km, 2–3 Stunden.

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