Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des ehemaligen Komplexes des Ignatius von Loyola
- Eingangstreppe
- „Ekstase der heiligen Cäcilia“ von Raffael
- Votivbild von Guido Reni
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Fassade des ehemaligen Jesuitenhauses und der hohen Eingangstreppe wird eine Sammlung bewahrt, die nicht von einer einzigen Familie und nicht von einem einzigen Mäzen zusammengetragen wurde. Als die Kirchen und Klöster Bolognas keine früheren Besitzer mehr hatten, brachten die Behörden fast tausend zurückgebliebene Bilder hierher; zuvor hatten innerhalb dieser Mauern junge Männer gelebt, die sich auf den Eintritt in den Jesuitenorden vorbereiteten. Zunächst diente die Galerie der Akademie der Schönen Künste Bologna, später erhielt sie einen eigenständigen staatlichen Status, von dem im Namen das Wort „Nazionale“ geblieben ist.
In der Nacht zum elften Dezember neunzehnhundertdreiundvierzig brachte man aus dieser Pinacoteca die „Ekstase der heiligen Cäcilia“ von Raffael fort. Der achtundzwanzigjährige Kunsthistoriker Francesco Arcangeli begleitete das Gemälde über die Via Emilia bis zur Überfahrt über den Po bei Piacenza. Danach schickte man es auf die Isola Bella im Langensee.
Francesco Arcangeli leitete das Museum damals noch nicht. Vor dem Krieg hatte er Kunstgeschichte an einem Bologneser Lyzeum unterrichtet, bei Roberto Longhi studiert und während der Kriegsjahre bei einer Behörde gearbeitet, die Kunstsammlungen schützte. Seine Aufgabe war es, die Bilder vor Bomben und Diebstahl zu bewahren. Freiwillige halfen ihm: Lehrende und Studierende der Akademie der Schönen Künste Bologna, die noch immer den benachbarten Teil dieses Gebäudes nutzt.
Einige Werke versteckten sie im Glockenturm der Kathedrale San Pietro. Andere brachten sie in die Villa Aria in Marzabotto, das Schloss Isolani in Minerbio und das Eremo di Tizzano. Die wertvollsten schickte man weiter in die Lombardei. Ein Bild fortzubringen bedeutete, es unterwegs zu gefährden; es zurückzulassen bedeutete, die ganze Sammlung auf einmal zu gefährden.
Bis zum Ende des Krieges stellte man in der Pinacoteca keine schweren Verluste fest. Nur das Votivbild von Guido Reni war beschädigt: Bei der Rückkehr aus Marzabotto wurde es zerrissen. Für dieses Gemälde war die Beschädigung besonders gefährlich, denn Guido Reni hatte das riesige Bild mit Ölfarbe auf Seide gemalt.
Die „Ekstase der heiligen Cäcilia“ rettete man hier bereits nach einer gewaltsamen Reise. Raffael malte sie für die Kapelle der Elena Duglioli in der Bologneser Kirche San Giovanni in Monte. Im Jahr siebzehnhundertsechsundneunzig beschlagnahmten französische Kommissare das Gemälde und schickten es nach Paris. Nach dem Sturz Napoleons erwirkte der Bildhauer Antonio Canova seine Rückgabe. Im Herbst achtzehnhundertsechzehn kam es in einer Kiste nach Bologna und blieb in der Pinacoteca, statt auf seinen früheren Altar zurückzukehren.
So entstand auch die ganze Sammlung. Nach der Aufhebung der Kirchen und Klöster brachten die Bologneser Behörden fast tausend Bilder, die keine früheren Besitzer mehr hatten, in den ehemaligen Jesuitenkomplex des Ignatius von Loyola, des Gründers des Jesuitenordens. Früher befand sich hier ein Noviziat, ein Haus, in dem junge Männer auf den Eintritt in den Orden vorbereitet wurden. Im Jahr achtzehnhundertacht wurden die Bilder zur Lehrgalerie der Akademie der Schönen Künste Bologna. Im Jahr achtzehnhundertzweiundacht trennte König Umberto I. die Einrichtungen, die Kunstwerke aufbewahrten, von den Bildungseinrichtungen. Die Pinacoteca wurde zu einem eigenständigen staatlichen Museum – daher das Wort „Nazionale“ in ihrem Namen.
Heute befindet sich die „Ekstase der heiligen Cäcilia“ im fünfzehnten Saal, das aus Marzabotto zurückgekehrte Votivbild im vierundzwanzigsten. Das eine Gemälde verließ diese Adresse über eine Überfahrt auf dem Po, das andere kehrte mit zerrissener Seide hierher zurück.
Praktisch vor Ort
Di–So und Feiertage 09:00–19:00, letzter Einlass 30 min vorher; Mo geschlossen. Vollpreis 10 €, ermäßigt nach Vereinbarungen 6 €, 18–25 Jahre 2 €, unter 18 Jahren kostenlos.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die wichtigsten Details dieser Geschichte sind nur in den Museumssälen zu sehen; planen Sie den Besuch daher gesondert ein. Von außen stellt diese Station vor allem das neue Zuhause der verlagerten Bilder vor.
