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Palazzo della Mercanzia

Palazzo della Mercanzia

Das Finale zeigt, wie Kaufleute Gerichtsverfahren beschleunigten und den Verlust geschäftlichen Vertrauens in eine öffentliche Strafe verwandelten.

10 Min.
Gotische Fassade des Palazzo della Mercanzia mit steinernem Balkon und Bögen
Fred Romero · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Heller steinerner Balkon
  • Zwei Fenster zu beiden Seiten des Balkons
  • Bögen der unteren Loggia

Die Geschichte des Ortes

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Am alten Carrobbio, wo die wichtigsten Straßen der Stadt zusammenliefen, passierten Waren den städtischen Zoll Gabella Grossa. Die unteren Bögen des Palasts schützten einst eine Loggia zum Entladen von Waren, darüber befand sich ein Saal für Handelsstreitigkeiten. Zwischen zwei Fenstern ist ein heller Balkon aus istrischem Stein erhalten; von hier verkündete man Gerichtsentscheidungen. Heute arbeitet im Palast die Camera di Commercio di Bologna.

Hier steht der Palazzo della Mercanzia – der Handelspalast. Ende des vierzehnten Jahrhunderts strebten die zwölf größten Zünfte Bolognas ein eigenes Gericht an. Ihr Streit begann meist mit einem ganz greifbaren Verlust: Die Ware war bereits übergeben, aber das Geld blieb aus; ein Eintrag im Rechnungsbuch war gefälscht worden; ein Handelspartner hatte sich für zahlungsunfähig erklärt. Während das gewöhnliche Gericht langwierige Formalitäten einhielt, blieb der Verkäufer ohne Ware und ohne Mittel für das nächste Geschäft.

Die städtischen Magistrate gründeten für sie das Foro dei Mercanti. Dem Gericht wurden Handelsstreitigkeiten übertragen, und Kaufleute, Geldwechsler und Handwerker legten die Regeln fest, nach denen es Fälle verhandelte. Den Vorsitz übertrug man zunächst einem Juristen aus einer anderen Stadt: Von einem Fremden erwartete man eine geringere Abhängigkeit von Bologneser Familien und Geschäftsverbindungen.

Den Ort wählte man dort, wo Handelsgeschäfte bereits durch die Hände von Beamten gingen. Die Kreuzung hieß Carrobbio; hier liefen die wichtigsten Straßen zusammen, und hier befand sich die Gabella Grossa, der städtische Zoll. Unten richtete man eine Loggia zum Entladen von Waren ein, oben einen Gerichtssaal. Am neunten Januar eintausenddreihunderteinundneunzig bestimmte der Richter die neue obere Loggia zum ständigen Ort der Verhandlungen. So erhielt der Handel ein Gebäude, das heute Palazzo della Mercanzia, Handelspalast, heißt.

Die hiesige Ordnung zwang Kläger, Beklagte und den Richter selbst zur Eile. Für eine Vorladung genügte eine mündliche Erklärung, die ein Bote der Gegenpartei überbrachte und ein Notar ins Register eintrug. Wer eine Schuld anerkannte, erhielt fünf bis zehn Tage Zeit zur Begleichung. Ein strittiger Fall sollte innerhalb von fünfzehn bis dreißig Tagen abgeschlossen werden; bei Verzögerung konnte der Richter eine Geldstrafe, die Gerichtskosten und den Schaden des Klägers zahlen müssen.

Im Jahr eintausendfünfhundertzweiundneunzig traf diese Ordnung einen Bologneser Bankier, der seinen Gläubigern das Geld nicht zurückzahlen konnte. Zu seinen Kunden gehörten die vornehmen Familien Bolognetti und Bentivoglio: Er lebte von Bankgeschäften mit Menschen, deren Familiennamen viele Türen der Stadt öffneten. Nun wurde sein eigener Ruf Gegenstand eines Urteils.

Nach dem vorgeschriebenen Läuten der Gerichtsglocke, die Lucardina genannt wurde, trat ein Gerichtsdiener auf den Balkon und verkündete die Entscheidung. Der Bankier sollte für mehrere Tage vor dem Portikus, sichtbar für Kaufleute und Passanten, angekettet werden. Dem Gericht genügte es nicht, die Strafe ins Register einzutragen: Ein Mensch, dem man Geld anvertraut hatte, sollte dieses Vertrauen öffentlich verlieren. Den Gläubigern gab das Urteil die verlorenen Mittel nicht zurück, dem Verurteilten ließ es ein ruiniertes Geschäft und Schande; einige Bankrotteure wurden nach einer solchen öffentlichen Zurschaustellung aus Bologna verbannt, doch das weitere Schicksal gerade dieses Bankiers ist unbekannt.

Der helle Balkon aus istrischem Stein ist zwischen zwei Fenstern der Fassade erhalten. Die Lucardina befindet sich nicht mehr neben ihm: Die alte Glocke wird im Museo Civico Medievale aufbewahrt. Im Palast arbeitet heute die Camera di Commercio di Bologna.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittfrei zugänglich

Die Fassade ist rund um die Uhr zugänglich; der Besuch des Saals ist nur nach vorheriger Anmeldung während der Arbeitszeiten möglich.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die wichtigsten Details sind vom Platz aus gut zu erkennen; für die Erzählung ist kein Eintritt in den Palast erforderlich.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang am Portikus, wo der Handel vor Gericht endete.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Quadrilatero: Märkte und Handelsstraßen“ — 8 Stopps, ca. 1,2 km, 2 h.

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