Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei ähnliche Kirchen
- Fassade der Kirche San Carlo
- Hochaltar von San Carlo
- Gedenktafel mit zwei Namen
Die Geschichte des Ortes
Den langgestreckten Platz schließt ein Paar fast gleicher Kirchenfassaden ab. Die westliche Kirche ist Karl Borromäus geweiht, und von ihr erhielt der Platz seinen heutigen Namen; zuvor nannte man ihn Königlicher Platz. Auf dem Hochaltar von San Carlo ist der Erzbischof vor dem Turiner Grabtuch dargestellt, und dieses Bild erinnert daran, warum Turin zu dessen dauerhaftem Zuhause wurde.
Auf einer Gedenktafel am Platz sind zwei Namen eingraviert: Erika Pioletti und Marisa Amato. Sie erklären, was in diesem langen Rechteck zwischen den Arkaden geschieht. Im siebzehnten Jahrhundert fanden hier Märkte und höfische Zeremonien statt; heute wählen Veranstalter die Piazza San Carlo für Konzerte, Übertragungen und Stadtfeste. Die Fans von Juventus Turin versammeln sich hier traditionell nach wichtigen Spielen.
Am Abend des dritten Juni zweitausendsiebzehn stellte man auf dem Platz eine riesige Leinwand für das Finale der Champions League zwischen Juventus Turin und Real Madrid auf. Davor standen Zehntausende Menschen. Vier junge Räuber kamen wegen goldener Ketten. Sie begingen Diebstähle bei dicht besuchten Veranstaltungen: Sie versprühten einen Reizstoff, rissen Schmuck an sich und verschwanden in der entstandenen Unruhe.
In der zweiten Halbzeit setzten sie das Spray in der dicht gedrängten Menge ein. Die Menschen in ihrer Nähe verstanden nicht, was geschehen war, und glaubten, ein Angriff habe begonnen. Einige rannten los und rissen andere mit; mehrere Wellen des Gedränges gingen über den Platz. Glasflaschen auf dem Pflaster zerbrachen, Menschen stürzten auf die Scherben und aufeinander. Mehr als eintausendsechshundert Menschen erlitten Verletzungen.
Die achtunddreißigjährige Angestellte Erika Pioletti war aus Domodossola gekommen: Das Anschauen des Spiels war ein Geburtstagsgeschenk für ihren Begleiter. Sie hatte sich bereit erklärt, zur organisierten Übertragung zu gehen, weil sie mit Sicherheitskontrollen rechnete. Als die Menge sich in Bewegung setzte, versuchte Erika, unter den Arkaden Schutz zu finden, konnte aber nicht hinter den Absperrungen herauskommen. Sie starb zwölf Tage später im Krankenhaus.
Die vierundsechzigjährige Marisa Amato interessierte sich nicht für Fußball. Sie ging mit ihrem Mann die Via Santa Teresa entlang, als Menschen vom Platz dorthin strömten. Marisa wurde umgerissen und niedergetrampelt; nach der Verletzung blieb sie gelähmt und starb anderthalb Jahre später. Die vier Räuber wurden zu Haftstrafen von etwas mehr als zehn Jahren verurteilt. Auf Beschluss des Stadtrats brachte man hier im Jahr zweitausendeinundzwanzig eine Tafel mit den Namen von Erika und Marisa an; an jedem dritten Juni werden dort Blumen niedergelegt.
Das langgestreckte Rechteck des Platzes endet bei zwei ähnlichen Kirchen. Die westliche erklärt den Namen Piazza San Carlo. Karl Borromäus war Erzbischof von Mailand. Während einer Pestepidemie legte er das Gelübde ab, zu Fuß zum Turiner Grabtuch zu gehen, das in Chambéry aufbewahrt wurde. Herzog Emanuel Philibert von Savoyen hatte die Hauptstadt des Herzogtums Savoyen bereits nach Turin verlegt und wollte die wichtigste Reliquie seiner Dynastie hierher bringen. Im Jahr eintausendfünfhundertachtundsiebzig ordnete er an, das Turiner Grabtuch nach Turin bringen zu lassen, offiziell, um dem Erzbischof den Weg zu verkürzen. Borromäus kam zu Fuß aus Mailand hierher und erfüllte sein Gelübde; das Turiner Grabtuch wurde nicht mehr nach Chambéry zurückgebracht.
Der Sohn des Herzogs, Karl Emanuel I., widmete Borromäus die Kirche, deren erster Stein im Jahr eintausendsechshundertneunzehn gelegt wurde. Der Platz hieß zunächst Königlicher Platz, später übertrug man auf ihn den Namen der Kirche. Auf dem Hochaltar von San Carlo ist der Erzbischof bis heute vor dem Turiner Grabtuch dargestellt.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; rund um die Uhr zugänglich, vorübergehende Sperrungen während Veranstaltungen sind möglich.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie einmal um das Denkmal herum: Die Hauptgeste, die Reliefs und die Spuren von Kugeln sind nicht von einem einzigen Punkt aus zu sehen. Die Besichtigung des Platzes und des Denkmals ist vollständig von außen möglich.
