Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Westliche Kremlmauer
- Flussbett der Upa
- Gebäude des Maschinenbaukollegs Nikita Demidow
Die Geschichte des Ortes
Die Kasaner Uferpromenade ist nach der Kasaner Kirche der Gottesmutterikone benannt. Sie stand an der westlichen Kremlmauer, dort, wo sich heute das Maschinenbaukolleg Nikita Demidow befindet. Zwischen der Kirche und dem alten Flussbett der Upa gingen die Einwohner von Tula spazieren, und am Ufer mieteten sie Boote. Während des Ersten Weltkriegs überließ man diesen Streifen dem sich erweiternden Tulaer Waffenwerk. Hinter dem Zaun lagen nun sowohl das Ufer als auch die frühere städtische Uferpromenade. Als man das Gelände im Jahr zweitausendachtzehn wieder für Spaziergänge öffnete, bestand die Kasaner Kirche der Gottesmutterikone bereits seit fast neunzig Jahren nicht mehr.
Der letzte Fall, der über ihr Schicksal entschied, begann im Frühjahr neunzehnhundertzweiundzwanzig. In den Kirchen von Tula beschlagnahmte man Silber und Edelsteine – nach dem offiziell erklärten Zweck, den Hungernden im Wolgagebiet zu helfen. Der Kirchenrat der Kasaner Kirche der Gottesmutterikone gab die Wertgegenstände erst nach der dritten Forderung heraus. Mehr als sechzehn Pud Silber wurden aus dem Gebäude abtransportiert.
Am Morgen des achtzehnten April öffnete der vierzigjährige Alexej Kusminow, der hier als Wächter tätig war, den Glockenturm und stieg hinauf. Dort entdeckte er eine Ikone der Gottesmutter in einer silbernen Fassung mit Steinen. Kusminow hatte sie zuvor nicht gesehen und konnte nicht erklären, wie sie in den Glockenturm gelangt war. Er meldete den Fund den Priestern. Diese brachten das Bild in die Kirche, und zwei Tage lang hielt man davor Bittgottesdienste ab. Die Gläubigen nannten das Geschehene das Kasaner Wunder.
Anhand der erhaltenen Informationen lässt sich nicht feststellen, ob der Fund unerwartet war oder ob jemand aus dem Kreis der Kirchenbediensteten die Ikone zuvor versteckt hatte. Die örtlichen Führungskräfte erklärten ihr Erscheinen zu einem Betrug, der organisiert worden sei, um sich weiteren Beschlagnahmungen von Wertgegenständen zu widersetzen. Die Kirchenbediensteten, der Wächter Kusminow und der Tulaer Bischof Juvenali, der den Bittgottesdienst unterstützt hatte, bezahlten dafür teuer.
Die Bestrafung zog sich über Jahre hin. Für Kusminow bedeutete der Fund auch den Verlust der Arbeit, von der er lebte: Die Kasaner Kirche der Gottesmutterikone wurde danach nicht mehr geöffnet.
Im Jahr neunzehnhundertneunundzwanzig wurde die Kirche abgetragen. Ihre Ziegel verwendete man für eine Fabrikküche und für eine Schule der Fabrik- und Werksausbildung, in der Arbeiter für das Waffenwerk ausgebildet wurden. Aus der Schule wurde das heutige Maschinenbaukolleg Nikita Demidow. Die Kasaner Kirche der Gottesmutterikone stand an dessen Stelle; am Fluss erinnert nur noch der Name der Uferpromenade an sie.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; einzelne Abschnitte können für Arbeiten und Großveranstaltungen vorübergehend gesperrt werden.
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Am besten gehen Sie wenigstens einen Teil der Uferpromenade entlang und wechseln dabei den Blick zwischen Fluss, Festung und Waffenwerk. Nutzen Sie bei einer vorübergehenden Sperrung die offenen Stadtstraßen und setzen Sie die Route fort.
