Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Offener Steinbalkon
- Vorgarten
- Initialen „A“ und „M“
- Gedenktafeln
Die Geschichte des Ortes
Das Haus, das Haus der Brüder Mailov genannt wird, wurde für Alexander Mailov und Arkady (Arshak) Mailov gebaut. Arkady (Arshak) Mailov wurde im armenischen Umfeld Arshak genannt, weshalb man ihn manchmal irrtümlich zu einem zweiten Bruder macht. Die Mailovs handelten mit Stoffen und besaßen Geschäfte sowie Immobilien. Alexander Mailov führte die Familienunternehmen, Arkady (Arshak) Mailov vertrat die Kaufleute von Tiflis in der Stadtduma und im Börsenkomitee. Im Jahr neunzehnhundertvierzehn beauftragten sie den Architekten Gavriil Ter-Mikelov, hier ein Wohn- und Mietshaus einzurichten: Ein Teil der Räume war für die Eigentümer bestimmt, die übrigen brachten Mieteinnahmen. Der offene Steinbalkon und der Vorgarten gaben dem Gebäude den Beinamen „Italienische Villa“.
Nach der Errichtung des sowjetischen Regimes wurden die Häuser und Geschäfte der Mailovs verstaatlicht. Den in Tiflis verbliebenen Angehörigen wies man jeweils ein kleines Zimmer zu, ein Teil der Familie ging ins Ausland. Arkady (Arshak) Mailov gelangte zusammen mit seiner Tochter nach Frankreich. Die frei gewordenen großen Wohnungen übergab man den Führungspersönlichkeiten der Republik.
In einer von ihnen ließ sich Mamia Orakhelashvili nieder, ein alter Bolschewik und ehemaliger erster Sekretär der Kommunistischen Partei Georgiens. Mit ihm lebten hier seine Frau Mariam Orakhelashvili, die zuvor das Georgische Volkskommissariat für Bildungswesen geleitet hatte, die Tochter Ketevan Orakhelashvili und deren Ehemann Evgeny Mikeladze. Mikeladze war Chefdirigent des Opernhaus Tiflis und gründete das Erste Staatliche Sinfonieorchester der Republik. Anfang neunzehnhundertsiebenunddreißig leitete er den musikalischen Teil der Dekade georgischer Kunst in Moskau. Im selben Jahr verließ Mikeladze dieses Haus zu einer Probe und wurde im Theater verhaftet.
Zu diesem Zeitpunkt versuchten die Ermittler bereits, Mamia Orakhelashvili Geständnisse abzuringen. Nach Folter unterzeichnete er falsche Aussagen gegen andere Menschen, rettete sich damit jedoch nicht. Er wurde erschossen. Auch Mariam Orakhelashvili wurde verhaftet und erschossen. Evgeny Mikeladze erklärte man zum Volksfeind und verurteilte ihn zum gleichen Schicksal. Ketevan Orakhelashvili wurde in ein Lager geschickt; von den vier erwachsenen Familienmitgliedern kehrte nur sie zurück.
Die frei gewordene Wohnung übergab man Filipp Makharadze, einem weiteren alten Parteiführer. Heute hängen an der Fassade nebeneinander Gedenktafeln für Mikeladze und Makharadze. Oberhalb von ihnen sind am Stein und am Eisengeländer des Balkons die Buchstaben „A“ und „M“ erhalten geblieben – die Initialen des Eigentümers, für den dieses Haus gebaut wurde.
Praktisch vor Ort
Städtischer Punkt der Route; der Zugang zu privaten Treppenhäusern, Museen und Höfen verändert sich, daher informieren Sie sich vor Ort über die Regeln und betreten Sie Wohnräume nicht ohne Einladung.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für den Abschluss genügt es, draußen zu bleiben: Das Tor und die Tafeln erschließen die ganze Geschichte des Hauses. Suchen Sie keinen Zugang zu den Wohnungen und machen Sie die Gedenkzeichen nicht zu einer Kulisse für Aufnahmen.
