Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Runder Park
- Granitsockel
- Bronzefigur
Die Geschichte des Ortes
Die Mitte des Platzes nimmt ein kreisförmiger Park ein, in dem ein steinernes Fundament steht. Der Kreis hat einen Durchmesser von achtunddreißig Metern; ringsum wurden Blumenbeete und ein Brunnen angelegt. An den Seiten des Platzes befanden sich die Gouvernementskanzlei, das Bezirksgericht, Notariatskanzleien, Hotels und Zeitungsredaktionen. Früher standen an derselben Stelle ein Handelshof und Verkaufsbuden.
Das Granitfundament in der Mitte des runden Parks ist älter als die Bronzefigur, die heute darauf steht. Es wurde für ein anderes Denkmal angefertigt – für Kaiser Alexander II.
Bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde hier Handel getrieben. In der Mitte des Platzes stand ein Handelshof, an den Seiten reihten sich Läden. Dann verlegten die Stadtbeamten den Markt auf den Heumarkt, und rund um den frei gewordenen Raum richteten sie die Kanzlei und die Wohnung des Gouverneurs, das Bezirksgericht, Notariatskanzleien, Hotels und Zeitungsredaktionen ein. Der Platz hieß damals Alexejewskaja-Platz – zu Ehren des Heiligen Alexius von Moskau, den man für den himmlischen Schutzpatron Samaras hielt.
Im März tausendachthunderteinundachtzig fiel Kaiser Alexander II. einer Terroristenbombe zum Opfer. Einige Wochen später beschloss die Samaraer Stadtduma, ihm ein Denkmal zu errichten. Fünf Jahre lang blieb der Beschluss auf dem Papier, bis Pjotr Alabin die Sammlung von Geldern übernahm – das gewählte Oberhaupt Samaras, das sich dafür einsetzte, den Alexejewskaja-Platz in ein geordnetes Stadtzentrum zu verwandeln.
Für Alabin war dies eine persönliche Angelegenheit. Er verband das schnelle Wachstum Samaras mit den Reformen Alexanders II., vor allem mit der Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft. Außerdem erhielt Alabin auf Anordnung des Kaisers jährlich zweihundertfünfzig Rubel für die Erziehung seiner sieben Kinder. Diese Zahlungen hatten lange vor der Spendensammlung begonnen, doch die Dankbarkeit des Stadtoberhaupts hatte einen durchaus familiären Preis.
Alabin veröffentlichte in den Zeitungen Aufrufe zu freiwilligen Beiträgen und überwachte selbst den Eingang des Geldes. Bis zum Herbst tausendachthundertsechsundachtzig hatten die Bewohner des Gouvernements Zehntausende Rubel gesammelt. Den Entwurf bestellte man beim Moskauer Bildhauer Wladimir Scherwood. Der Kaiser stand in einem Militärrock und stützte sich auf einen Säbel; am Sockel befanden sich vier Bronzefiguren. Ein russischer Bauer bekreuzigte sich nach der Befreiung aus der Leibeigenschaft, eine Bulgarin trat auf ein osmanisches Banner, ein Tscherkesse zerbrach einen Säbel, eine zentralasiatische Frau nahm ihren Schleier ab. So zählten die Auftraggeber die Taten der Regierungszeit auf, für die sie Geld sammelten.
Vor der Enthüllung bat Scherwood um die Erlaubnis, die Kaiserstatue für eine andere Gouvernementstadt zu wiederholen. Die Samaraer Abgeordneten lehnten ab: Das Denkmal war vom gesamten Gouvernement bezahlt worden, also stand den Spendern das Recht zu, über seine Gestaltung zu verfügen. Der Bildhauer verlor den zweiten Auftrag, dafür erhielt Samara das einzige Exemplar der Komposition.
Für das Denkmal ordnete Alabin an, einen runden Park mit einem Durchmesser von achtunddreißig Metern anzulegen sowie Blumenbeete und einen Brunnen einzurichten. Am dreißigsten August tausendachthundertneunundachtzig wurde hier das erste Denkmal in der Geschichte Samaras enthüllt.
Der bronzene Alexander und die vier Figuren am Sockel sind heute nicht mehr da. Erhalten geblieben sind der runde Park und der Granitsockel – genau jener, über dessen Eigentumsrecht die Samaraer Abgeordneten mit dem Bildhauer Scherwood stritten.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtraum, rund um die Uhr zugänglich.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Platz kann frei besichtigt werden. Gehen Sie um das Denkmal herum und schauen Sie nicht nur auf die Skulptur, sondern auch auf das alte steinerne Fundament.
