Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die steinerne Glebowski-Brücke
- Den Bogen der Durchfahrt unter dem Glockenturm
- Vier Geschosse des Glockenturms
- Den Spitzhelm
Die Geschichte des Ortes
Das steinerne Fundament des Glockenturms besteht aus drei Geschossen; darüber ruhen das vierte Geschoss und der Spitzhelm auf einem Eisengerüst. Der Bogen am Fundament bleibt die Zufahrt zum Kreml von der Glebowski-Brücke aus. Dieser Weg ist älter als der Turm selbst: Hier standen die Haupttore, und die Holzbrücke über den Graben wurde später durch eine steinerne Überquerung ersetzt, ohne die Linie der Einfahrt zu verändern.
Gawrila Rjumin erlebte diesen Glockenturm nicht vollendet. Im Jahr eintausendachthundertsechzehn errichtete man mit seinem Geld das zweite Geschoss und brachte die Glocken dorthin. Dann gingen die Mittel aus, und der Turm blieb mehrere Jahrzehnte lang unvollendet.
Rjumin war ein Rjasaner Kaufmann und Weinsteuerpächter. Die Staatskasse überließ solchen Unternehmern das Recht, Einnahmen aus dem Weinhandel einzuziehen: Der Pächter verpflichtete sich, eine zuvor vereinbarte Summe einzuzahlen, und alles, was darüber hinaus eingezogen wurde, wurde sein Gewinn. Rjumin erwarb mit diesen Pachten ein großes Vermögen und investierte einen Teil dieses Geldes in den Kathedralenglockenturm. Er starb im Jahr eintausendachthundertsiebenundzwanzig, als über der alten Festungseinfahrt nur zwei Geschosse standen.
Den Bau fortzusetzen, erwies sich selbst dann als schwierig, nachdem der Staat Geld bereitgestellt hatte. Der Gewinner des Wettbewerbs, der Architekt aus der Hauptstadt Konstantin Ton, schlug vor, ein drittes Geschoss hinzuzufügen und es dabei zu belassen: Der Boden am Rand des Hügels galt als unsicher. Der Gouvernementsarchitekt Nikolai Woronichin wollte den Glockenturm höher bauen. Er hatte bei Ton studiert, widersprach hier jedoch seinem Lehrer und überzeugte den Erzbischof, um die Genehmigung für ein viertes Geschoss mit einem Spitzhelm zu bitten.
Woronichin belastete das alte Fundament nicht mit neuem Mauerwerk aus Stein. Auf das Gewölbe des dritten Geschosses setzte er ein Metallgerüst; die Wände und Säulen des vierten Geschosses sowie der fast fünfundzwanzig Meter hohe Spitzhelm wurden aus Eisenblech gefertigt. Nikolai Rjumin, der älteste Sohn des verstorbenen Kaufmanns, gab für diese Arbeiten zehntausend Rubel und eine Schlaguhr. Im Jahr eintausendachthundertvierzig wurde der Glockenturm vollendet. Nach der Weihe hielt man hier einen kurzen Totengottesdienst für Gawrila Rjumin: Der Vater hatte das zweite Geschoss bezahlt, der Sohn die Vollendung des Turms.
Der Glockenturm entstand genau hier, weil an seiner Stelle zuvor der Glebowski-Turm mit den Haupttoren des Kremls stand. Über den Graben führte eine Holzbrücke zu ihnen. Als die Befestigungen abgetragen wurden, ersetzten die Bauleute diese Holzbrücke durch eine Steinbrücke, ließen die Durchfahrt jedoch auf ihrer alten Linie – heute führt sie unter dem Glockenturm hindurch.
Die Brücke erhielt ihren Namen vom Glebowski-Tor. Dieses war auf die alte befestigte Siedlung Borissowa-Glebowa ausgerichtet, die nahe der Boris-und-Gleb-Kathedrale entstand. Boris und Gleb sind die Söhne von Fürst Wladimir, die während des dynastischen Machtkampfs im Jahr eintausendfünfzehn getötet und als Erste unter den russischen Heiligen heiliggesprochen wurden. Den Glebowski-Turm gibt es schon lange nicht mehr, auch die Holzbrücke ist verschwunden. Der Name Glebs blieb an der steinernen Überquerung erhalten, und den Platz des Tores nahm der Kathedralenglockenturm ein, dessen drei untere Geschosse aus Stein errichtet sind, während das obere Geschoss und der Spitzhelm auf Woronichins Eisengerüst ruhen.
Praktisch vor Ort
Die Brücke und die Besichtigung von außen sind frei zugänglich; ein regelmäßiger Aufstieg auf den Glockenturm ist nicht bestätigt.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Stellen Sie sich seitlich der Durchfahrt auf, damit Sie den Verkehr nicht behindern und die Perspektive in Ruhe betrachten können.
