Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Bögen des Palazzo Ronzani
- Eingang zum Kino „Modernissimo“
- Schmuckauslagen
Die Geschichte des Ortes
Die hohen Arkaden des Palazzo Ronzani sind von Läden und Cafés besetzt, und hinter der Fassade erstreckt sich ein großes Mietgebäude. Es wurde für mehrere unterschiedliche Nutzungen gebaut: für Läden, ein Hotel, Wohnungen und einen Zuschauerraum. Unter dem Gebäude richtete man ein Theater mit fast zweitausend Sitzplätzen ein; später eröffnete hier das Kino Modernissimo. Heute finden im unterirdischen Saal wieder Vorstellungen statt.
„Orefici“ sind Gold- und Silberschmiede. Schon in einer notariellen Urkunde aus dem Jahr eintausendvierhundertvier wird die Straße „orevesaria“ genannt, also ein Ort der Schmuckwerkstätten. Diese Nachbarschaft war sowohl für die Handwerker als auch für die Auftraggeber vorteilhaft: Teures Metall erforderte Vertrauen, und die Zunft bestätigte die Echtheit der Arbeit. Bis zum Jahr eintausendzweihundertneunundneunzig hatten sich die Bologneser Goldschmiede von der gemeinsamen Zunft der Schmiede getrennt und eine eigene Satzung verfasst; im Jahr eintausenddreihundertsiebenunddreißig ließ man sie zur Verwaltung der städtischen Münzstätte zu. Sie verdienten an Schmuck, Silbergeschirr und dem Prägen von Münzen. Einige Schmuckgeschäfte sind hier bis heute geblieben.
Die mittelalterliche Straße war viel schmaler und wand sich zwischen den Werkstätten hindurch. Ihre heutige Breite gaben ihr Menschen, die beschlossen hatten, das Zentrum für den Verkehr freizuräumen. Nach dem Plan von eintausendachthundertneunundachtzig wollte der Stadtrat von der Piazza zu den Due Torri eine gerade Verkehrsachse anlegen – die künftige Via Rizzoli. Im Dezember eintausendneunhundertzehn bestätigte der Rat die Verbreiterung, und im darauffolgenden Frühjahr begann er, Häuser zu enteignen.
An der Ecke der Orefici stand damals das Palazzo Lambertini. Darin befanden sich Läden, ein Hotel und die Bierhalle der Familie Ronzani. Alessandro Ronzani leitete den Brauereibetrieb der Familie: Sein Vater Camillo hatte die Produktion schon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts aufgebaut, und dieses Lokal diente als zentrales Lager und Verkaufsort. Die bevorstehende Zerstörung des Viertels nahm dem Unternehmen seine auffälligste Adresse in der Stadt. Im Frühjahr eintausendneunhundertelf kündigte Alessandro Ronzani den Umzug der Bierhalle an, und im Sommer trugen Arbeiter das Palazzo, die benachbarte Via Spaderie und den letzten Abschnitt der alten Via degli Orefici ab. Sechs steinerne Säulen des Palazzo bewahrte man; sie wurden in ein Universitätsgebäude an der Via Selmi versetzt.
Alessandro Ronzani erwarb anschließend das erste geräumte Grundstück. Er beauftragte den Bau eines großen Mietgebäudes anstelle des abgerissenen Viertels, in dem zugleich Läden, ein Café, ein Hotel, Wohnungen und ein Zuschauerraum untergebracht werden konnten. Bis zum Jahr eintausendneunhundertfünfzehn entstand das heutige Palazzo Ronzani. Unter der Erde richtete man ein Theater für fast zweitausend Menschen ein; wegen des Krieges eröffnete es erst im Jahr eintausendneunhunderteinundzwanzig als „Modernissimo“ und wurde später zu einem Kino.
Heute befinden sich unter den großen Bögen des Palazzo wieder Handels- und Gastronomiebetriebe, und das restaurierte „Modernissimo“ empfängt Zuschauer im unterirdischen Saal. Der breite Teil der Straße liegt an der Stelle der Häuser, Werkstätten und der Bierhalle, die bei der Räumung verschwanden. Der Name blieb dem erhaltenen Abschnitt, in dem Schmuckauslagen noch immer zwischen den Abendcafés stehen.
Praktisch vor Ort
Die Straße ist rund um die Uhr geöffnet; Schmuckgeschäfte und Feinkostläden haben tagsüber geöffnet.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Details von außen: Die Geschichte handelt von verschwundenen Werkstätten, nicht von einem obligatorischen Ladenbesuch.
